Lernpfad zum Nistblock der „Mauerbienen-Aktion“
Es ist ein „Wildbienen-Projekt“, praxisnahes Wissen, insbesondere für Kinder und Jugendliche. Dieser „Lernpfad“ wird bereits mehr als 1.000 Mal nach-genutzt.
Dieser Power Mac wurde an ein Chemnitzer Museumsprojekt gespendet. Das ist das zukünftige „Infoschild“ zu diesem Ausstellungsobjekt … und vielleicht noch für andere Power Mac’s der 7000er Serie in D-A-CH.
Dieses Kunstprojekt des „Nachhaltigkeitsglases“ wurde ursprünglich für die „Denk Weiter! – Nachhaltigkeitskonferenz“ 2023 in Chemnitz entwickelt. Dieses Kunstwerk sucht derzeit einen öffentlich zugänglichen Standort, möglichts in Chemnitz.
Nachhaltige Lebensperspektive in der Heimat. Ein Entwicklungshilfeprojekt des „Lichtblick Kenia e.V.“ zu einem sehr wichtigen Thema mit einem nachhaltigen Ansatz vor Ort.
Die Indy war ein Blick in eine Zukunft, in der Computer nicht nur rechnen, sondern sehen, gestalten und simulieren konnten. Die SGIs zu denen die Indy gehört, waren eine Meilenstein der Computergeschichte. Ein „Schild“ für jede noch existierende Indy in D-A-CH.
Frühblüher auf öffentichen Flächen, gepflanzt in Mitmach-Aktionen der Anwohner. Was es dazu zu wissen gibt, sowohl zu den Frühblühern als auch über ihren Nutzen für Bienen und andere Insekten.
Ein „Schild“ für viele Frühblüher-Flächen in D-A-CH
Aus „WE PARAPOM!“ ist leider keine „Streufruchtparade“ geworden, aber die bereits bestellten und in ca. 600 Sorten veredelten Apfelbäume wurden letztendlich in Chemnitz gepflanzt. Hier ist ein Infoschild, das jeder der Bäume erhalten könnte … eigentlich jeder Apfelbaum in D-A-CH
Elon Musk nannte es das wichtigste Science-Fiction Buch seines Lebens: „Foundation“ (Isaac Asimov). Sein Zitat dazu: „Die zentrale Lektion aus Foundation war, dass eine Zivilisation gerettet werden kann, wenn Menschen bereit sind, langfristig zu handeln.“
Der Walnussbaum gehört zu jenen Bäumen, die Menschen seit Jahrtausenden begleiten — mit seiner imposanten Gestalt, den reichhaltigen gesunden Früchten und seinem wertvollen Holz … und den zahlreichen leckeren Rezepten.
Sammlung von Büchern, elektronische Medien und Spielen, die die Mieterinnen des Hauses darüber teilen. Ein Konzept auch zum Nachmachen in anderen Mehrfamilienhäusern, auch durch Vermieter initiierbar.
Chemnitz ist lebenswerter, vielfältiger und kreativer, als viele denken. Doch freie, rechtssichere und hochwertige Fotos, die diese Realität zeigen, sind bisher selten.Genau deshalb wurde dieses Projekt 2020 in Chemnitz gestartet.
Eine Stadt, in der Menschen nicht einfach aneinander vorbeigehen – sondern miteinander in Kontakt kommen, weil hier ein liebevoll bemalter Stuhl, dort ein kleiner handgestalteter Tisch zum „Nimm Platz!“ einlädt.
„Helianthus tuberosus“ neu sehen: als Superfood, Gartenfreundin, Biodiversitätshelferin und als mögliche Antwort auf einige Themen unserer Zeit – von gesunder Ernährung bis zu resilienten Anbauformen.
Die Menschheit steht an einer Schwelle, die größer ist als die Erfindung des Feuers, des Rades oder der Elektrizität. Mit Künstlicher Intelligenz beginnt eine neue Phase der Evolution
Eine (positive) Zukunfts-Vision, wie Menschen und Künstliche Intelligenz (AGI) die Welt sehen, nach erfolgreicher Transformation zur „Ko-Evolution“ von Mensch und AGI
Stell dir vor, du hättest eine Wohnung, die sich automatisch an deine Stimmung, deinen Appetit und dein Arbeitspensum anpasst — nur dass die Bewohner in diesem Fall Königin, Arbeiterinnen und Drohnen sind.
Honig ist mehr als nur ein Brotaufstrich: er ist das flüssige Ergebnis Milliardenfacher Teamarbeit, ein haltbares Nahrungsmittel, ein Handwerksprodukt des Imkers, ein seit Urzeiten geschätztes Heilmittel und eine kulinarische Verführung.
Lepra zählt zu den ältesten bekannten Krankheiten der Menschheit. Obwohl sie heute gut behandelbar ist, leiden viele Betroffene weiterhin unter den Folgen – nicht nur gesundheitlich, sondern vor allem sozial.
Aber es gibt Hilfsmöglichkeiten.
Was hier wächst, ist mehr als Grün. Es ist Beteiligung, Bildung und Identifikation. Der Zinkblech-Garten verwandelt Orte, an denen man sonst nur vorbeigeht, in Orte, an denen man ankommt.
Wo eben noch Stein, Beton und Eile dominierten, wächst heute Leben. Pflanzen breiten ihre Blätter aus, Blüten setzen Farbakzente, Insekten summen zwischen Kräutern und Gräsern. Sie befinden sich mitten im Zinkblech-Garten
Der „Yorckgebietsrundweg“ in Chemnitz dient als Grundlage für die Zukunftsvision für „Lebenswerte Plattenbausiedlungen“. Was ist nötig, das „Plattenbau-Siedlungen“ als lebenswerter empfunden werden, als z.B. Einfamilienhaus-Siedlungen?
Stellt Euch vor, es ist Weltuntergang – und keiner stirbt. Stattdessen wird geinstagramt. Wir stehen im 21. Jahrhundert. Nicht die Welt ist kompliziert geworden. Wir sind es.
Was wäre, wenn wir Konflikte nicht zuerst mit Dominanz, Drohung und Abschottung lösen – sondern mit Nähe, Vertrauen und Lust am Miteinander?
Das richtige Thema für Heiligabend.
Frohe Weihnachten.
An jedem der „SOL-Lernpfade“ befindet sich ganz unten das „Info-Schildchen“ mit dem QR-Code. Einfach Ausdrucken und für Eure „Objekte“ nutzen, wo es passt, z.B. am „Apfelbaum“, oder an Eurer „Indy“ ;-).
Autor: Dirk Liesch (mit KI Unterstützung, ChatGPT, DeepSeek)
Eine Einleitung:
Es gab eine Zeit, in der Blumen stärker waren als Bomben.
Die Flower-Power-Bewegung entstand nicht aus Naivität, sondern aus Entsetzen. Aus den Bildern verbrannter Dörfer, napalmversehrter Kinder und traumatisierter Soldaten im Vietnamkrieg. Aus der Erkenntnis, dass militärische Überlegenheit keine moralische Überlegenheit erzeugt – und dass Gewalt, einmal entfesselt, sich nie mehr kontrollieren lässt. Millionen junge Menschen verweigerten sich diesem System. Sie tanzten, liebten, experimentierten, sangen und sagten laut: *„Make Love not War.“*
Und sie hatten – zumindest teilweise – Erfolg.
Der Vietnamkrieg endete.
Der gesellschaftliche Druck auf Aufrüstung wuchs.
Der Kalte Krieg verlor seinen absoluten ideologischen Ernst und fror schließlich ein, bis er Jahrzehnte später zerbrach. Die Welt wurde nicht perfekt – aber sie wurde friedlicher, offener, freier. Frauenrechte, sexuelle Selbstbestimmung, LGBTQIA+-Sichtbarkeit, alternative Lebensformen, ökologische Bewegungen: All das wäre ohne diese kulturelle Erschütterung kaum denkbar gewesen.
Make Love not War – eine andere Welt ist möglich (KI, CgatGPT)
Heute jedoch stehen wir wieder vor einem Scherbenhaufen.
Ukraine. Gaza. Sudan. Jemen. Syrien. Afghanistan. Libyen.
Ein neuer Kalter Krieg zeichnet sich ab – diesmal multipolar, digital, hybrid. Staaten investieren Billionen in Aufrüstung, während globale Probleme wie Klima, Ungleichheit und psychische Erschöpfung ungelöst bleiben. Millionen Tote, Millionen Traumatisierte – und trotzdem glauben noch viele, dass „mehr Waffen“ zu „mehr Sicherheit“ führen.
Die Geschichte scheint sich nicht nur zu wiederholen – sie beschleunigt sich.
Die naheliegende Frage lautet daher nicht: „War Flower Power falsch?“
sondern: „Was haben wir damals falsch oder unvollständig gemacht – und wie können wir es besser, tiefer und nachhaltiger versuchen?“
Denn ja: Die Flower-Power-Bewegung scheiterte in Teilen.
Kommunen zerbrachen. Ideale verflüchtigten sich. Freiheit kippte manchmal in Beliebigkeit, Verantwortungslosigkeit oder spirituelle Flucht. Liebe wurde gepredigt, aber nicht immer gelebt. Strukturen fehlten, Konflikte wurden verdrängt statt transformiert.
Doch aus Fehlern kann man lernen.
Der folgende Essay ist ein Vorschlag genau dazu.
Ein zweiter, reiferer Anlauf.
Weniger romantisch-verklärt – dafür biologisch, psychologisch, sozial und spirituell fundierter.
Er nimmt eine provokante, aber erstaunlich ernsthafte Idee beim Wort: Was wäre, wenn wir Konflikte nicht zuerst mit Dominanz, Drohung und Abschottung lösen – sondern mit Nähe, Vertrauen und Lust am Miteinander?
Der Vergleich mit Bonobos, unseren friedlichsten nahen Verwandten, ist dabei kein Gag, sondern ein Spiegel. Sie zeigen uns: Gewalt ist keine biologische Notwendigkeit. Dominanz ist keine Naturkonstante. Kooperation, Sexualität und Fürsorge können tragende gesellschaftliche Prinzipien sein.
„Make Love not War“ ist hier kein Slogan mehr, sondern ein Handlungsvorschlag.
Kein Rückzug ins Private, sondern ein politischer, kultureller und zwischenmenschlicher Entwurf.
Nicht als Entweder–Oder (Patriarchat vs. Matriarchat, Monogamie vs. Polyamorie, Spiritualität vs. Wissenschaft), sondern als integrierte Mischform: menschlich, lustvoll, verantwortlich.
Vielleicht ist es naiv.
Vielleicht ist es radikal.
Vielleicht ist es genau das, was wir jetzt wieder brauchen.
Denn wenn wir eines aus der Geschichte gelernt haben sollten, dann dies: Waffen beenden keine Kriege – Menschen beenden sie.
Und Menschen, die sich verbunden fühlen, führen seltener Krieg.
Was folgt, ist ein Plädoyer für diese Verbindung.
Für Liebe als soziale Technologie.
Für Einfachheit in einer überkomplex wahrgenommenen Welt.
Für einen neuen Versuch, es anders zu machen – besser, bewusster und nachhaltiger.
Wer möchte kann gerne parallel zum Lesen des Essay eine Erinnerung an das Woodstock Festival 1969 laufen lassen (Dauer: 1:16:27 min):
Make Love not War
Eine Bonobo-Inspiration für menschlichere Zeiten
Die Blumen, die einst eine Mauer durchbrachen
Es gibt Bilder, die sich in das Gedächtnis der Menschheit einbrennen. In den 1960er Jahren waren es nicht nur die Schreckensbilder des Vietnamkrieges – napalmverbrannte Kinder, zitterende Soldaten, zerbombte Dörfer –, sondern auch ihr kraftvolles Gegenbild: Ein junger Mann, der einer Reihe bewaffneter Soldaten eine Blume in den Gewehrlauf steckt. Diese Geste wurde zur Ikone der Flower-Power-Bewegung, einer massenhaften Weigerung, den Kreislauf der Gewalt als unausweichlich hinzunehmen. Diese Bewegung, getragen von der einfachen, radikalen Einsicht „Make Love, not War“, tat mehr, als nur Protest zu artikulieren. Sie infizierte die kollektive Psyche mit einer friedlichen Sehnsucht, die letztlich den Vietnamkrieg beendete und, wie viele Historiker glauben, den ideologischen Frost des Kalten Krieges auftaute. Sie bewies: Gewaltfreier Widerstand, getragen von einer Kultur der Liebe und Gemeinschaft, kann Mauern einreißen – sogar jene aus Beton.
Vietnamkrieg → Flower Power → gesellschaftlicher Wandel (KI, DALLE-3)
Heute starren wir erneut auf eine Welt in Scherben. Der Angriffskrieg in der Ukraine, der endlose Leidenszyklus in Palästina und Israel, die vergessenen Konflikte im Sudan, Jemen und anderswo zeichnen das düstere Bild einer neuen Ära der Konfrontation. Die Bilanz der letzten Jahrzehnte liest sich als Katalog des Scheiterns: Afghanistan, Syrien, Libyen – interventionistische Politik hinterlässt oft nur Trümmerfelder und geschundene Seelen. Wir stehen am Rande eines neuen Kalten Krieges, der bereits Billionen in Rüstungspakete pumpt, während Millionen Menschen an den Folgen von Hunger, Vertreibung und direkter Gewalt leiden. Die alte Formel der Abschreckung und des „Friedens durch Stärke“ zeigt erneut ihre tragische Unfähigkeit, wirklichen Frieden zu schaffen.
Angesichts dieser trostlosen Lage stellt sich eine dringende, ja revolutionäre Frage: Was, wenn wir die mächtigste Waffe, die wir je besaßen, wieder aus dem Archiv der Ideen holen? Was, wenn wir „Flower Power“ noch einmal versuchen – nur klüger, nachhaltiger und mit den Lehren aus unseren früheren Fehlern?
Dies ist genau ein solcher Vorschlag. Er ist eine Einladung, die naive Romantik der Blumenkinder hinter uns zu lassen und ihr ernsthaftes, richtiges, transformatives Anliegen in eine evolutionsbiologisch fundierte, praktisch erprobte und zukunftstaugliche Lebensphilosophie zu überführen. Wir müssen nicht bei Null anfangen. Die Natur hält uns einen Spiegel vor.
männlicher Schimpanse (links) und männlicher Bonobo (rechts)
Biologische Grundlage: Die zwei Gesichter unserer Verwandtschaft
Im dunkelgrünen Dschungel des Kongo-Beckens, südlich des gewaltigen Flusses, vollzieht sich ein stilles evolutionäres Experiment. Hier leben unsere nächsten Verwandten, die Bonobos, und sie zeigen uns eine alternative Möglichkeit, Gesellschaft zu gestalten. Während ihre nördlichen Cousins, die Schimpansen, in strengen männlichen Hierarchien leben, Konflikte mit Gewalt austragen und sogar tödliche Raubzüge unternehmen, haben die Bonobos einen anderen Weg gewählt. Ihre Währung der Macht ist nicht Aggression, sondern Zärtlichkeit.
Fight vs. Love als evolutionäre Metapher – Schimpansen und Bonobos (KI, DALLE-3)
Bei Bonobos lösen Weibchen, die solidarische Allianzen bilden, Konflikte. Spannungen um Nahrung oder Rang werden nicht mit gekeulten Fäusten, sondern mit ausgiebiger gegenseitiger Berührung, Fellpflege und sexueller Interaktion entschärft – und das geschlechtsübergreifend und in vielfältigen Formen. Der Primatologe Frans de Waal prägte dafür den Begriff „Make Love, not War“ als beobachtetes biologisches Prinzip. Dies ist keine moralische Entscheidung, sondern eine evolutionär stabile Strategie. Beide Modelle – Kampf und Kooperation – sind in der Natur erfolgreich. Das Faszinierende: Unser menschliches Gehirn ist für beide Wege verdrahtet.
Neurobiologisch ist dieses „Bonobo-Prinzip“ tief in uns verankert. Sexuelle Intimität und liebevolle Berührung setzen einen Cocktail aus Bindungshormonen frei: Oxytocin, das „Kuschelhormon“, fördert Vertrauen und reduziert Angst. Endorphine lindern Schmerz und erzeugen Glücksgefühle. Dopamin belohnt soziale Verbindung. Unser Nervensystem ist darauf ausgelegt, dass Nähe Sicherheit signalisiert – ein uraltes Programm, das der Kampf-oder-Flucht-Reaktion direkt entgegenwirkt. Wir tragen also nicht nur das Erbe der territorialen Schimpansen in uns, sondern ebenso das der bindungsorientierten Bonobos. Die Frage ist nur, welches Programm wir häufiger ausführen.
Das KISS-Prinzip in komplexen Zeiten: Fuck or Fight?
Unsere moderne Welt wird zunehmend mit dem Akronym VUCA wahrgenommen: volatil, unsicher, komplex, mehrdeutig (siehe auch „Woke, nicht VUCA„). Diese empfundene Komplexität überfordert uns, macht uns ängstlich und lässt uns in alte, einfache Muster zurückfallen: in Abgrenzung, in Feindbilddenken, in den reflexhaften „Fight“-Modus. Die politische Rhetorik, die sozialen Medien, die Geschäftswelt – überall dominiert das Schimpansen-Paradigma der Konkurrenz und Dominanz.
Dem stellen die Bonobos das ultimative KISS-Prinzip entgegen: „Keep it simple and stupid“ oder, in ihrer Sprache: „Keep it sensual and sharing“. Ihre vereinfachende Grundregel in sozial schwierigen Situationen lässt sich provokativ auf die Formel bringen: „Fuck or Fight“. Sie wählen (fast immer) Ersteres. „Fuck, don’t fight“ – so könnte man ihre Entscheidung überspitzt formulieren. Diese Priorisierung von Verbindung über Konfrontation ist keine Flucht vor Problemen, sondern eine kluge neurologische Taktik. Denn nach einer oxytocingeladenen Verbindung ist das Gehirn physiologisch anders gestimmt: Der präfrontale Kortex, unser Zentrum für rationale Problemlösung und Empathie, wird besser durchblutet, während die Amygdala, der Angstgenerator, herunterreguliert wird. Das Problem wird nicht kleiner, aber unsere Fähigkeit, es gemeinsam zu lösen, wird größer.
KISS – Prinzip „Fuck or Fight“ (KI, DALLE-3)
„Fuck“ steht hier metaphorisch für jede Form der lustvollen, einvernehmlichen Verbindung, die uns aus dem isolierten Ich heraustreibt. Es ist die Einladung, Konflikte zuerst mit einer Geste der menschlichen Verbindung zu beginnen – einer Umarmung, einem ehrlichen Kompliment, einem geteilten Lachen, sexuellen Kontakt –, bevor wir in die inhaltliche Auseinandersetzung gehen. In einer Welt, die uns zum Kampf rüstet, ist diese Haltung die radikalste Form der Friedensarbeit.
Historische und kulturelle Vorläufer: Vom Tantra bis zu den Kommunen
Die Idee, Liebe und Sexualität als transformative, sogar heilige Kräfte zu begreifen, ist nicht neu. Sie durchzieht die Menschheitsgeschichte wie ein goldener Faden. Im tantrischen Buddhismus und Hinduismus wird Sexualität als Weg zur spirituellen Erleuchtung und Verschmelzung mit dem Göttlichen gesehen. Die physische Vereinigung wird zum Ritual der gegenseitigen Verehrung und Auflösung des Egos – eine Praxis, die Besitzdenken und instrumentelle Triebbefriedigung transzendiert.
Sex soll verbinden, statt egoistischer Gelüste willen zu dienen. In buddhistischen und hinduistischen Schulen (vor allem im Vajrayana-Buddhismus) dient sexuelle Energie dazu, Mitgefühl und Einheit zu erfahren. Solche Traditionen erinnern daran, dass körperliche Nähe in einem spirituellen Kontext heilen kann – nicht für die Erreichung eines Orgasmus, sondern für inneren Wandel.
Foto eines Gemäldes von Vajrayoginī in der Gestalt von Nāropas Ḍākinī aus einem Thangka
Die Flower-Power-Bewegung der 1960er machte diese Haltung zu einem politischen Programm. „Make Love, not War“ war kein Slogan, sondern eine Lebenspraxis in Kommunen wie Kaliforniens „Drop City“ oder Berlins „Kommune 1“. Sie experimentierten mit der Abschaffung der Kleinfamilie, mit kollektiver Elternschaft und freier Liebe.
Eröffnungsfeier in Woodstock am 15. August 1969.
Beim Woodstock-Festival 1969 schrie die Menge „Make love, not war“. Zehntausende tanzten zu „Love and Peace“-Musik und lebten offen ihre Sexualität als Protest gegen Gewalt. Solche Make-Love-Bewegungen wollten eine neue Ordnung schaffen, in der Liebe und Gemeinschaft über Angst und Misstrauen regieren.
Ihre großen Erfolge waren die Befreiung von repressiver Sexualmoral, die Stärkung der Friedensbewegung und ein nachhaltiger kultureller Wandel hin zu mehr Individualität und Toleranz. Sie öffnete den Blick dafür, dass Liebe und Frieden politische Statements sein können. Ihre Schlagworte leben in Slogans wie „Es ist genug Liebe für alle da!“ fort.
„Hair“- das beste Musical über die Flower-Power Zeit – als Film (must see). Hier der Trailer (Dauer: 2:56 min):
Doch warum haben diese Kommunen meist nicht überdauert? Die Lessons Learned sind entscheidend für eine „Flower Power 2.0“:
Lernen aus der Geschichte: Historiker beobachten, dass die meisten Haus- und Landkommunen mit dem Ende des Vietnamkriegs 1975 allmählich zusammenbrachen. Das große Gegengewichtsprojekt der 1960er/70er zerfiel, als politische Spannungen sich auflösten.
Ursachen der Probleme: Oft fehlte den Kommunen eine gemeinsame Vision oder Ökonomie. Zu wenig Arbeit. Zuviele Drogen. Welcher Typ Liebe und Sexualität sollte gelten? Wie geht man mit Eifersucht und Besitzdenken um? Ohne Antworten zerbrachen Gemeinschaften leicht. Viele Hippies zogen darum ins Land (Back-to-the-Land-Bewegung) oder traten wieder in die bürgerliche Gesellschaft zurück, sobald der akute Protestgeist nachließ
Größe und Regeln: Kleine Gruppen können enger verbunden bleiben. Klare Absprachen zu Aufgaben, Finanzen, Erwerbstätigkeit und Entscheidungsfindung sind wichtig. Fast anarchische Ansätze (wie „keine Regeln“) sind meist zum Scheitern verurteilt. Fünf direkt zusammenlebende Personen sind wahrscheinlich die absolute Obergrenze, was auch an typischen WGs heutzutage zu beobachten ist.
Spiritualität, wenn wichtig in der konkreten Gemeinschaft, darf nicht zu Dogmatismus werden: Die offene Suche erstarrte mancherorts in neuen Gurus und Sektenstrukturen.
Nähe, Gemeinschaft, Spiritualität (KI, DALLE-3)
Eine nachhaltige moderne Umsetzung braucht daher bewusste Beziehungskultur: klare, einvernehmliche Absprachen („ethical non-monogamy“), regelmäßige Kommunikation, evtl. Gesprächskreise und eine Balance zwischen Gemeinschaft und Privatsphäre.
Moderne Umsetzung: Inklusion, Beziehungsvielfalt und praktische Ethik
Die Parole der LGBTQIA+ Community „Es ist genug Liebe für alle da“ könnte das Motto einer Bonobo inspirierten Gesellschaft sein. Es fordert die wörtliche Interpretation: Wenn Liebe und Zuneigung keine knappen Ressourcen sind, die aufgeteilt werden müssen, sondern sich im Teilen vermehren, dann fällt das Trennende zwischen „mein“ und „dein“ und „wir“ und „die da“. Dies ist kein Plädoyer für promiskuitive Beliebigkeit, sondern für die Entkommerzialisierung und Demokratisierung von Zuneigung.
Dank moderner Medizin ist Sex heute weitgehend von Angst befreit. Die klassische Begründung für Monogamie – Kindeszeugung – hat an Zwang verloren. In-vitro-Fertilisation, Adoption und vielfältige Verhütungsmittel entkoppeln Sex fast vollständig von Schwangerschaft. Selbst sexuell übertragbare Infektionen sind behandelbar oder kontrollierbar. Die WHO stellt klar: Wird HIV erfolgreich behandelt, ist das Virus bei ausreichender Unterdrückung („undetectable = untransmittable“) nicht ansteckend. Viele andere STIs (Syphilis, Chlamydien, Gonorrhöa etc.) sind mit Antibiotika heilbar. Und gegen HPV oder Hepatitis-B gibt es Impfungen. Richtig angewandt gilt: Verantwortungsbewusstsein, Kondome und Tests schützen effektiv.
Dadurch kann auch eine offene Beziehung sehr risikoarm gestaltet werden, fast so sicher wie frühe monogame Ehen es nie waren.
Ängste und Lösungen
Natürlich bleiben psychologische Herausforderungen: Eifersucht, Verlustangst oder der Druck, eine Beziehung perfekt zu managen, können jeder Liebe schwer zusetzen. Doch Liebe selbst ist neutral – Probleme entstehen, wenn Vertrauen und Kommunikation fehlen. Offenheit ist das Stichwort. Paare und Gruppen, die dialogfähig sind, können Eifersucht als normales Gefühl benennen und bearbeiten. Häusliche Eifersucht entsteht oft aus gesellschaftlichen Besitzdenken. Ein kluger Weg ist es, Gefühle zuzulassen und nach Gemeinsamkeiten zu suchen, anstatt zu verbieten oder heimlich zu agieren.
„Harold and Maude“ (Trailer engl., Dauer 3:02min) – ein wundervoller Film von 1971 (auch in Deutsch), der auch heute noch zum „Bildungsfernsehen“ gehören sollte, und ausgezeichnet hier zum Thema passt.
Schluss: Eine Einladung zur friedlichen Revolution
Der Weg des „Make Love“ ist keine eskapistische Utopie. Er ist eine evolutionsbiologisch vorhandene, historisch erprobte und neuropsychologisch sinnvolle Alternative, die in unseren Zellen schlummert. Die Flower-Power-Bewegung hatte recht mit ihrer Intuition, scheiterte aber oft an der Umsetzung. Heute wissen wir mehr.
„Flower Power 2.0“ bedeutet, die Blume nicht mehr nur in den Gewehrlauf, sondern in die Architektur unserer Beziehungen, Institutionen und inneren Landkarten zu pflanzen. Es beginnt im Kleinen: Mit der mutigen Umarmung nach einem Streit. Mit dem ehrlichen Gespräch über sehnsuchtsvolle Beziehungsformen. Mit der Entscheidung, im nächsten Konflikt zuerst zuzuhören und zu verstehen, statt zu besiegen.
Peace (pixabay, ben_frieden)
Die Bonobos im Kongo erinnern uns daran: Frieden ist nicht die Abwesenheit von Konflikt, sondern die aktive, freudige Kultivierung von Verbindung. In einer Welt am Abgrund ist diese Erkenntnis nicht naiv, sondern eine hohe Form der Intelligenz. Wir haben die Wahl zwischen den ererbten Pfaden der Schimpansen und dem alternativen Vorbild der Bonobos. Wagen wir den Sprung ins Verbundensein. Es ist genug Liebe für alle da. Wir müssen sie nur leben lernen.
„The Pier“ (Trailer dt., Dauer 1:37min) – eine sehr interessante spanische Serie (2019, in Deutsch verfügbar), die ausgezeichnet hier zum Thema passt … und nach 2 Staffeln definitiv beendet ist.
Abschließend plädiert unser Vorschlag für eine Synthese: Nicht Patriarchat oder Matriarchat, sondern eine Mischform, in der alle Geschlechter gleichberechtigt sind. Der zentrale Gedanke bleibt: Beginne Konfliktlösung mit Nähe. Ob nun körperlich durch Sex, oder emotional durch eine liebevolle Umarmung – nach Intimität geht vieles einfacher. Hilfsweise kann man auch Freundschaft und Humor als Brücke einsetzen. In jedem Fall: Liebe schafft Verbindungen, baut Brücken und löst Spannungen. Mit etwas Mut und Rücksicht können wir also tatsächlich „Make Love not War“ leben – aus Überzeugung, mit Begeisterung und wissenschaftlichem Hintergrund.
Neue Hippies (pixabay, ben_frieden)
Nachtrag:
Der Vorschlag „Make Love not War“ ist eigentlich nicht ganz neu. Der Grundgedanke lag schon dem Video zu Bonobos aus dem Weihnachtskalender 2019 (lebenswertes Chemnitz) zugrunde (Dauer: 1:27 min).
Autor: Dirk Liesch (mit KI Unterstützug, DeepSeek + ChatGPT)
Hinweis: noch nicht fertig / „Man at work“ => reale Bilder kommen später 😉
Einleitung: Das große Stöhnen
Stellt Euch vor, es ist Weltuntergang – und keiner stirbt. Stattdessen wird geinstagramt. Wir stehen im 21. Jahrhundert, umgeben von Kaffeemaschinen mit WLAN, bestellen Avocado-Toast per App und stöhnen unter der Last einer Welt, die uns so fordernd erscheint wie nie zuvor. „VUCA“ rufen die Strategen, „volatil, unsicher, komplex, mehrdeutig!“. Doch blicken wir zurück durch die blutgetränkten Jahrhunderte, so scheint ein anderes Wort treffender: Woke. Erwacht in einer Welt des beispiellosen Wohlstands – und geblendet von ihrem eigenen Scheinwerferlicht. Folgt mir auf eine Reise, nicht in eine komplexe Zukunft, sondern in die simple, gnadenlose Vergangenheit. Ihr werdet sehen: Nicht die Welt ist kompliziert geworden. Wir sind es.
Das Argument der existenziellen Einfachheit
Beginnen wir in der Guten alten Zeit, als Termine noch in Knochen geritzt wurden und das Homeoffice eine feuchte Höhle war. Der Homo sapiens, noch ohne Gendersternchen, kämpfte täglich ums Überleben. Ein falscher Schritt, und der Säbelzahntiger servierte einen zum Abendessen. Die Lebenserwartung: knapp 30 Jahre, wenn man die Kindheit überlebte, was die Hälfte nicht tat. Die Pharmaindustrie bestand aus dem Schamanen, der dir Bärenfett auf die Wunde schmierte.
Überleben war kein Diskurs (KI generiert, DALLE-3)
Springen wir zu den Pyramidenbauern. Ihre Karriereplanung war eindeutig: Sklave sein, Steine schleppen, unter Steinen enden. Die Pharaonen hatten immerhin Abwechslung: Sie konnten an Pest, Pocken oder Palastintrigen sterben. Die Lebenserwartung blieb freundlich bei 35. Im antiken Rom war ein Tag im Circus Maximus weniger Freizeitvergnügen, mehr Massenschlachthaus. Die Germanen froren sich den Hintern ab, die Wikinger ertranken auf rauer See, und im Mittelalter war die populärste Freizeitaktivität das Sterben an der Pest, die ein Drittel Europas dahinraffte. Frauen hatten zumindest die Chance auf das Verbrennen auf dem Scheiterhaufen. Hungersnöte waren saisonal, wie heute Spargel.
Die Neuzeit brachte „Fortschritt“: Kinderarbeit in stickigen Bergwerken, 16-Stunden-Tage in Fabriken, Städte, in denen der Inhalt der Nachttöpfe aus dem Fenster gekippt wurde – direkt auf die Pestilenz der Straße. Der Dreißigjährige Krieg entvölkerte ganze Landstriche, der Zweite Weltkrieg industrialisierte den Mord. Die Generation unserer Großeltern baute aus Trümmern ein Land auf, mit Schaufeln, nicht mit Smartphones. Der Kalte Krieg hielt die Welt 40 Jahre lang in atomarer Geiselhaft.
Das war das VUCA unserer Vorfahren, rein und unverfälscht, ein täglicher Würfelwurf mit dem Tod. Einfach, oder „volatil, unsicher, komplex, mehrdeutig“?
Brian und die Boomermißgunst
Das Argument der undankbaren Erben
Erinnert Euch an den unsterblichen Sketch aus „Das Leben des Brian“: „Was haben die Römer je für uns getan?“ Die Antwort: Aquädukte, Sanitäranlagen, Straßen, Bildung, Frieden, Sicherheit… Die Liste ist lang. Übertragen wir das auf die Babyboomer und die Generationen Y+Z, die heute mit dem moralischen Zeigefinger wedeln.
Was haben uns die Boomer je Gutes gebracht? Nur so Kleinigkeiten: Den Wiederaufbau eines demokratischen Deutschlands. Die soziale Marktwirtschaft. Den Frieden in Europa für die längste Zeit in der Geschichte. Den Wohlstand, in dem Ihr Euren fair gehandelten Kaffee trinkt. Die Technologie, mit der Ihr diese Zeilen auf einem Gerät lest, das mächtiger ist als alle Computer der NASA von 1969. Sie lösten die Kubakrise ohne Atomkrieg. Sie schafften es, dass Ihr heute nicht in einem Atomschutzbunker sitzt.
Und der Dank? Ein kollektives Augenrollen, ein „OK, Boomer“, und der Vorwurf, sie hätten das Klima ruiniert – während sie mit Händen und Füßen aus Schutt und Asche eine Industrie aufbauten, die Euren Lebensstandard erst ermöglicht. Ihr lebt in einer Welt, in der die größte Sorge um die korrekte Pronomenverwendung geht, während Eure Vorfahren sich um genug Kalorien zum Überwintern sorgen mussten. Ihr seid nicht in einer VUCA-Welt erwacht. Ihr seid woke in einem Schlaraffenland aufgewacht und beschwert Euch über die Farbe der Servietten.
Bürokratie
Das Argument der selbstverschuldeten Unmündigkeit
Während der Bauer von anno dazumal nur fürchten musste, dass der Lehnsherr ihm die Ernte nahm oder die Pest die Ochsen dahinraffte, kämpft sein modernes Pendant gegen ein weit schlimeres Ungeheuer: den DIN A4-Drachen. Unter dem Banner des Wohlwollens – Arbeitsschutz, Umwelt, Tierschutz, Verbraucherschutz, Klimaschutz, Bio – hat sich eine Hydra aus Paragraphen, Verordnungen und Formblättern über das Land gelegt. Rot-Grün, Schwarz-Rot, jede Farbe fügt neue Schuppen hinzu.
Bauer im Akten-, Vorschriften- und Gesetze-Labyrinth – woke Bürokratie hinter den Feldern (KI, DALLE-3)
Tausende Beamte in schalldichten Büros brüten über der vitalen Frage, wie viele Zentimeter ein Hühner-Auslauf pro Tier mindestens haben muss, während draußen der Landwirt in Papier erstickt, bevor er überhaupt aufs Feld kommt. Der Satz „Das haben wir schon immer so gemacht“ ist zum Haftungsrisiko geworden. Etwas zu tun bedeutet heute, gegen eines der zehntausend neuen Gesetze zu verstoßen, die jedes Jahr aus Brüssel und Berlin quellen. Der moderne Held ist nicht der, der etwas schafft, sondern der, der es schafft, juristisch unangreifbar zu sein. Ein Phantom.
Und wo sitzen die Architekten dieses Labyrinths? Schlürfend ihren Latte Macchiato, den nächsten „Diversity-Workshop“ planend, während sie per Dienstreiseflieger zum Klimagipfel jetten. Das ist nicht VUCA. Das ist die tyrannische Sanftheit des Woke-Regulierungswahns, der die Welt nicht rettet, sondern in Aktenordnern ersticken lässt.
Die Klima-Apokalypse mit Thermostat
Das Argument der relativen Erderwärmung
„Existenzbedrohend!“ rufen die Propheten der Woken Klimakirche. Gewiss, der Mensch pustet mit industriellem Furor CO₂ in die Luft, und das ist dumm. Der Raubbau an der Erde ist eine Sünde, bei allen Rohstoffen. Doch von Apokalypse zu faseln, wenn Kuba jährlich Hurrikane wegsteckt und Beduinen in 50 Grad Hitze Tee kochen, ist dramaturgisch gut, aber historisch billig.
Die Erde war schon ein Treibhaus voller Palmen an den Polen und ein Schneeball bis zum Äquator. Sie überlebte. Mehr CO₂? Ein Dünger für Pflanzen. Mehr Wärme? Mehr Verdunstung, mehr Regen – physikalisch simpel. Das Problem ist nicht die Veränderung, sondern unsere starre Infrastruktur und unser hysterischer Aktionismus. Während wir Inlandsflüge verbieten wollen, schicken wir das Lithium für unsere heiligen E-Autos um den halben Globus und zerstören dabei Landstriche.
Die Rückkehr in die Höhle – freiwillig: „De-Growth“ (KI, DALLE-3)
Die Lösung liegt nicht in der Rückkehr zur Höhle, sondern im Vorwärts zur intelligenten Anpassung und echter Innovation: Kernfusion, Gen-Editing für trockenresistente Pflanzen, Geo-Engineering, Robotik uva.. Doch Woke hasst die Technologie, die es retten könnte, und betet die „De-Growth“-Mönche an, die uns in eine selbstgewählte Armut führen wollen. Nicht der Klimawandel ist komplex. Komplex ist unsere irrationale Angst davor und der daraus geborene, planwirtschaftliche Kontrollwahn.
Der Werte-Krieg und die realpolitische Amnesie
Das Argument der moralischen Überheblichkeit
Die Babyboomer managten den Kalten Krieg mit eisernem Realismus und der nüchternen Angst vor der gegenseitigen Auslöschung. Es funktionierte. Dann kam Woke. Statt Interessenpolitik: Wertepolitik. Statt der mühsam errungenen europäischen Friedensarchitektur, die Russland einbezog: moralische Expansion. Die NATO, einst Verteidigungsbund, bombardierte 1999 Serbien und wurde zum Werkzeug missionarischer Demokratie und ein Angriffsbündnis. Die Osterweiterung, einst ausgeschlossen, wurde zum Fakt.
Putin, ein entschlossener Realpolitiker, sah eine Bedrohung – und handelte, wie es Entscheider und auch Diktatoren tun. Statt der realpolitischen Deeskalation à la Kubakrise gab es Sanktionen, Sanktions-Spirale und die grüne Außenministerin, die verkündete, man führe Krieg gegen Russland. Mit einem Land, gegen das Deutschland den brutalsten Vernichtungskrieg der Geschichte geführt hat. Die Ironie ist so dick, dass man sie schneiden könnte.
Währenddessen wird ein völkerrechtswidriger Krieg Israels in Gaza mit anderen moralischen Waagen gewogen als der Russlands. Der Genozid im Sudan? Fehlender Hashtag, geringere Relevanz. Diese selektive Empörung, diese von allen historischen und machtpolitischen Realitäten gelöste „Werte“-Brille, ist brandgefährlich. Sie führt nicht zu Frieden, sondern zu mehr Konflikten. Nicht die Welt ist volatil. Unser moralischer Kompass spielt verrückt, weil er keine Nordung mehr zur Realität hat. Das ist „Woke, nicht VUCA“.
Werte über Trümmern – Politiker im Angesicht der Zerstörung (KI, DALLE-3)
Die Wolfs- und Wohlstands-Paradoxien
Das Argument der wollüstigen Widersprüche
Die Woke-Logik ist ein Fest der Unvereinbarkeiten, ein poetisches Menü des Widersinns:
„Bevölkerungswachstum ist kein Problem“ ruft man, während man „die ganze Welt zum Naturschutzgebiet“ erklären will.
Man verbietet der Landwirtschaft Gentechnik und Pflanzenschutz, fordert maximale Tierwohl-Flächen und wundert sich, warum Lebensmittel teurer werden.
Man heult die Wölfe zurück und ist entsetzt, wenn sie Schafe (und zukünftig Kinder) reißen – das Recht des Stärkeren gilt plötzlich nur noch metaphorisch.
Man will sozial gerechten Wohlstand für alle, auch für Bürgergeldempfänger, und glaubt fest daran, dass dann noch jemand nachts die Pakete sortiert oder im Schlachthof arbeitet.
Es ist die Utopie des totalen Wohlstands ohne Preis, der unendlichen Natur ohne menschlichen Eingriff, der perfekten Gerechtigkeit ohne Anreiz. Ein Traum, so schön und so real wie ein Einhorn, das einen veganen Burger grillt. Die Komplexität entsteht nicht aus der Welt, sondern aus der Weigerung, einfache trade-offs anzuerkennen: Mehr Naturschutz hier, weniger Fläche dort. Mehr Tierwohl, höhere Kosten. Mehr Migration, mehr sozialer Sprengstoff. Woke will das Sowohl-als-auch in einer Entweder-oder-Welt. Das ist keine VUCA-Welt. Das ist die mentale Gymnastik der Realitätsverweigerung. Das ist Woke.
Das Echo in der Glaskugel
Das Argument der einsamen Hypervernetzung
Der Urmensch saß am Lagerfeuer, umgeben von der echten Wärme der Sippe, das Knacken des Feuers und das Heulen der Wölfe die einzigen Töne. Heute sitzen wir in der gleichen Haltung, doch das Feuer ist das kalte Blau des Smartphone-Scheins, und die Wölfe heulen in der Timeline. Wir sind die erste Spezies, die mit den Freunden am anderen Ende der Welt live das Sonnenuntergangs-Selfie teilen kann – und gleichzeitig nicht weiß, wie der Nachbar von gegenüber heißt.
Unsere sozialen Netze sind so groß wie nie und so stabil wie Spinnweben im Sturm. Wir sind Zeuge jeder Hochzeit, jeder Weltreise, jeder perfekt in Szene gesetzten Avocado-Bowl unserer 537 „Freunde“. Das Ergebnis? Eine chronische Unzufriedenheit, die aus dem ständigen Vergleich des eigenen, normalen Hinterzimmers mit der gefilterten Höhepunkte-Show aller anderen erwächst. Wir sind Teil von hundert Gruppen mit wertschätzenden Sprachregeln – „Du schaffst das, König:in!“ – und fühlen uns doch isolierter denn je.
Alle verbunden, niemand zufrieden – Verblasst im digitalen Schein (KI, DALLE-3)
Die Kommunikation ist reibungslos, inhaltsleer und dauerhaft. Ein Fluss aus Emojis, der nie ins Meer der echten Begegnung mündet. Wir haben die Technologie, uns nie mehr allein zu fühlen, und haben perfektioniert, uns in der Menge zu verlieren. Das permanente Feedback der Likes erzeugt keine Geborgenheit, sondern die Abhängigkeit von einem digitalen Lusttropfen. Der „Shitstorm“ wird zur archetypischen Naturkatastrophe der Woken Ära – ein Sturm aus Worten, der keine Dächer abdeckt, aber Seelen verwüstet.
Ist das VUCA? Nein. Es ist die große paradoxe Einsamkeit der Hypervernetzung. Woke hat die Werkzeuge der globalen Gemeinschaft und nutzt sie zum Kuratieren des eigenen Ichs und zum Disziplinieren der Abweichler. Die Komplexität entsteht nicht, weil die Welt chaotisch ist, sondern weil wir uns in einem selbstgebauten Labyrinth aus Spiegelungen verlaufen, ständig beschäftigt, das eigene Echo für den Applaus der Welt zu halten. Die wahre Unsicherheit ist nicht da draußen. Sie ist das Gefühl, dass unter hundert virtuellen Umarmungen keine echte ist, die trägt.
Die Depression im Schlaraffenland
Das Argument der gesuchten Bedeutung
Noch nie hatten Menschen so sichere, saubere, freie und lange Leben. Noch nie arbeiteten sie so wenig und so wenig körperlich. Noch nie hatten Jugendliche so viel Geld und Freizeit. Das Ergebnis? Explodierende Zahlen von Depressionen, Burnouts und Allergien. Der Mensch, das Tier, das für den Kampf ums Überleben gemacht ist, erstickt im Überfluss an Optionen und Mangel an existenzieller Aufgabe.
Gleichzeitig zetteln wir neue Kämpfe an, um uns bedeutend zu fühlen: Kämpfe um Pronomen, um kulturelle Aneignung der Dreadlocks, um die korrekte Anzahl an Geschlechtern. Wir bauen „Brandmauern“ gegen politische Gegner und wundern uns, dass die Gesellschaft brennt. Wir canceln jeden, der vom vorgegebenen Sprachpfad abweicht, und sind überrascht, dass die Stille danach, und die Explosion später, so unheimlich ist.
Wir haben die echten Dämonen – Hunger, Pest, Krieg – besiegt und ersetzen sie durch selbstgebastelte Gespenster. Dann starren wir in den Spiegel unserer Selbstverwirklichungs-App und schreien „VUCA!“, weil uns das Gesicht darin so unendlich anstrengend und komplex erscheint. Die Herausforderung liegt nicht da draußen. Sie liegt in unserer gesättigten, übertherapierten, unterforderten Seele.
Fazit: Das Erwachen aus dem Woke-Traum
So stehen wir da. Erben eines Paradieses, das mit den Nägeln und dem Blut von Generationen aus der Hölle erkämpft wurde. Und statt es zu pflegen, bemalen wir die Wände mit moralischen Ansprüchen, die so hoch sind, dass uns die Luft zum Atmen knapp wird. Wir ersuchen Komplexität, wo Einfachheit herrscht, und nennen die banale Verwaltung unseres Wohlstands eine „existenzielle Krise“.
Die Welt ist nicht VUCA. Sie war noch nie einfacher, sicherer (ok, dass ändern WIR gerade), reicher. Wir sind woke. Wach in einem Traum, der uns zu anstrengend wird. Überempfindlich für Mikroaggressionen und taub für die Hammerschläge der Geschichte. Beschäftigt mit der Kosmetik der Gerechtigkeit, während die Fundamente bröckeln.
Die Lösung ist nicht mehr „Awareness“, mehr Regeln, mehr moralische Überhöhung. Sie liegt in der Rückbesinnung auf das, was wirklich zählt: Pragmatismus statt Dogmatismus. Freiheit statt Regulierungswut. Realpolitik statt Werte-Imperialismus. Technologischer Fortschritt statt romantischer Rückwärtsutopie. Und vor allem: Dankbarkeit für das unfassbare Glück, in dieser Zeit leben zu dürfen – und der Mut, sie nicht mit selbstsüchtiger Hysterie zu verspielen.
Schluss also mit dem Gejammer über VUCA. Steckt den moralischen Zeigefinger ein, nehmt die Schaufel der Realität in die Hand und baut weiter. Oder, um mit den Worten eines weisen Römers zu schließen, dessen Aquädukte wir noch immer nutzen: „Hic et nunc“ – Hier und jetzt. Es ist gut. Wir sind nur zu woke, um es zu sehen.
Was ist nötig, das „Plattenbau-Siedlungen“ als lebenswerter empfunden werden, als z.B. Einfamilienhaus-Siedlungen? Warum sind Wohngebiete wie das Chemnitzer Yorckgebiet sogar bis heute noch begehrt, obwohl viele Vorteile der ursprünglichen Planung inzwischen verloren gegangen sind? Wie sind diese wieder herstellbar und welche neuen zusätzlichen Ansätze gibt es?
Einstieg
Auf dem Rundweg im Chemnitzer Yorckgebiet wird eine Zukunftsvision gezeigt, wie nachhaltiges, klimafeundliches und „lebenswertes“ Wohnen in der „Stadt der Zukunft“ aussehen kann. Mehrfamilienhaus-Viertel sind für nachhaltiges urbanes Wohnen mit Abstand die beste Lösung. Das Chemnitzer Yorckgebiet ist ein gutes Beispiel für das positive Potential von Plattenbausiedlungen. Vom IST-Stand ist es möglich, sich die weiteren Schritte zur Erreichung der Vision vorzustellen. Dies ist eine Vision für Plattenbausiedlungen nicht nur in Ostdeutschland, sondern in ganz Europa und wahrscheinlich darüber hinaus.
Der Rundweg im Yorckgebiet lässt erfühlen, warum das Wohnen in Plattenbausiedlungen lebenswerter sein kann, als zum Beispiel im Einfamilienhaus.
Ursprünglich war die Führung/Information entlang des Yorckgebiet-Rundwegs über „SOL-Infoschilder“ geplant. Das wurde leider nicht als Kulturhauptstadt-Projekt realisiert.
Der Vorschlag der „Guten Tat“ : „Mache einen Spaziergang im Chemnitzer Yorck-Gebiet mit dem Blickwinkel: umweltbewusstes Leben“ zeigt bereits den Rundweg, mit seinen wesentlichen Informationspunkten und Wegabschnitten: (Video-Dauer: 0:53 min)
Link zur Karte (Map) des Rundwegs im Yorck-Gebiet in Chemnitz. Der Weg wurde mit Blickwinkel auf „lebenswert“ und „nachhaltig“ erstellt und enthält dabei schon viele wesentlichen Stationen, um die Zukunftsvision zu verdeutlichen.
Attraktives, nachhaltiges Wohnen in Plattenbausiedlungen
Plattenbausiedlungen, auch in Ostdeutschland, driften nach der Wende, nach dem Vorbild westeuropäischer Städte, immer mehr weiter in Richtung Problemviertel ab. Dabei sind gerade die Plattenbausiedlungen in Ostdeutschland oft so geplant und gebaut, dass sie ein „lebenswerteres Wohnen“ gestatten, als in anderen urbanen Bereichen.
Chemnitzer Yorckgebiet im Frühjahr mit Krokussen , Yorckgebiets-Rundweg
Ich nutze beim Yorckgebiets-Rundweg bewusst die ursprünglichen Bezeichnungen zu Zeiten der Planung, des Baus und während der 27-28 jährigen Nutzungszeit bis zur Wende (1989), um das ursprüngliche Konzept zu verdeutlichen, von dem Einiges seitdem zerstört wurde.
Was zeigt uns der Yorckgebietsrundweg ?
auf direktem Weg ist jeder Punkt dieses Rundwegs weniger als 1km entfernt. Befindet man sich im inneren Bereich, sind es meist weniger als 500m (Luftlinie).
Es sind also alle Einrichtungen, Erholungs- und Sportmöglichkeiten fußläufig erreichbar.
Es sind in diesem Bereich weder Auto, noch öffentlicher Personennahverkehr, noch Fahrrad oder Roller und Fahrräder mit Hilfsmotor (z.B. eBikes) erforderlich.
Auf dem Rundweg passieren wir:
zwei Kaufhallen (heute Diska und Edeka)
mehrere Kinderkombinationen aus Kindergarten und Kindergrippe mit jeweils großem Außengelände (heute teilweise Eigentumswohnungen)
Kinderkombination (Kita) Yorckgebiet mit großem Außengelände, Chemnitz, Yorckgebiets-Rundweg
mehrere 10-klassige Polytechnische Oberschulen, jeweils mit eigenen Turnhallen, Außensportanlagen, Schulhof, Schulgarten und Schulklub, in die Schülerinnen alle von Klasse 1-10 gegangen sind (heute z.B. Montessori-Schulen)
Montessori-Schulen mit Sporthallen, Früher „POS Alexander Matrossow“ und „POS Wladimir M. Komarow“, Yorckgebietsrundweg
das Versorgungszentrum Yorckgebiet, mit ehemals Kaufhalle, Einkaufsmöglichkeiten, Bibliothek, Post, Friseur, Schulspeisung usw. (heute Yorck-Center)
die Polyklinik (mit den verschiedensten Ärzten in einem Haus) und das Zeisigwaldkrankenhaus (heute Zeisigwaldkliniken)
Hinweis: Das ehemalige Kino „Welt Echo“ (ca. 3 min. vom Rundweg entfernt) und das ehemalige „Zeisigwaldbad“ (Freibad, ca. 7-10 min vom Rundweg entfernt) wurden weggelassen, da diese der „Wende“ zum Opfer gefallen sind (bzw. nur der Name „Welt Echo“ in einem anderen Stadtgebiet erhalten wurde).
Ein Beispiel für die negativen Entwicklungen im Bildungssystem seit der Wende ist zum Beipiel der Verfall des ehemaligen Schulhofes (heute teilweise Lehrerparkplatz der Montessori-Schulen), des Schulgartens und der ehemaligen Außensportanlagen des Schulkomplexes der Matrossow- und Komarow POS. Ebenfalls der angrenzende ehemalige Schulgarten und ein Teil der Außensportanlagen sind verfallen.
verfallener Schulhof der POS Matrossow und POS Komarow (heute Montessori Schulen), Chemnitz, Yorckgebiets-Rundweg
Nachhaltigkeitsbetrachtungen „Plattenbausiedlung“, am Beispiel Yorckgebiet
keine Überlastung des ÖPNV in Spitzenzeiten und weniger überflüssigen Fahrten mit ÖPNV, PKWs, Mopeds, Fahrrädern mit Hilfsmotor (E-Bikes), E-Roller usw. für Schulbesuch, KITA, Einkaufen für täglichen Bedarf, Sport, Schwimmen, Arztbesuche, Spaziergänge, Gartenarbeit …. z.B. keine „Elterntaxis“ in KITAs und Schule, keine ÖPNV-Schulwege bis Klasse 10
5-10min Fußwege zur Schule, auch zu den Arbeitsgemeinschaften (AGs, heute „Ganztagesangebote“ – GTAs) am Nachmittag oder Abend (=> 1-2 Stunden Zeitersparnis für die Schüler/Tag). Allein das bedeutet 21-42 Stunden/Monat mehr Zeit für Aktivitäten und Freizeit
Zeiteinsparungen auch für erwachsene Bewohner jeden Alters von ca. 4-20 Stunden/Monat (je nach Tätigkeit und Lebenssituation)
Minimale Bodenversiegelungen und maximale „Grünzonen“(bezogen auf die Bewohnerzahl) für die Wohngebäude und zur Erreichung der regelmäßig erforderlichen Infrastruktur (Schulen, Kitas, Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten)
Minimale Imissionen und CO₂-Ausstoß, u.a. auch für Heizen und Warmwasser, durch sehr gute Dämmbarkeit der Wohngebäude und effektive Versorgungsmöglichkeit durch Fernwärme.
Optimale Kombination von „großen Bäumen“ im Wohngebiet und Solaranlagen auf den Flachdächern (bei Gebäuden ab 4-5 Etagen) möglich (Bei Einfamilienhäusern heißt es, „entweder Solar oder große Bäume“!)
Einfachere Infrastruktur zu Entsorgung und Recycling der „Reststoffe“ (Abwasser, Müll etc.)
viel höhere Biodiversität und Vielfalt durch zahlreiche Kleingärten und Naherholungsgrundstücke (kostenfrei für die öffentliche Hand durch die Kleingarten-Besitzerinnen gepflegt), teilweise Selbstversorgung und besseres Wissen zu biologischen Zusammenhängen.
Weniger Fahrten, Umweltbelastungen und Ressourcenverbrauch durch weniger Reisen zu externen, intensiven, ressourcenverbrauchenden „Events“ und externen „Unterhaltungsangeboten“
„Parklet – Mahnmal“ für Fehlentwicklungen
Das „Parklet Yorckgebiet“ sollte eigentlich als „Denkmal/Mahnmal für gesellschaftliche Fehlentwicklungen“ wieder aufgestellt werden“! – ist derzeit entfernt.
Parklet Yorckgebiet – als „Mahnmal“ bitte wieder aufstellen, Chemnitz, Yorckgebiets-Rundweg
Während Spielplätze (siehe Bänke auf Spielplatz, Bild oben), Schulgärten und Schulhöfe verfallen, wurden in Chemnitz jeweils 5-stellige Summen für mehrere „Parklets“, wie obiges im Yorckgebiet, ausgegeben, vor allem um PKW-Nutzer zu ärgern. Dieses Parklet wurde weder durch die Anwohner genutzt, noch „nachhaltig“ errichtet. Es war ein Verkehrshindernis (Überbreite) und musste, wie auf dem Bild erkennbar, deswegen extra gesichert werden. Die Vorbeifahrt der PKWs wurde eingeschränkt.
Parklet Yorckgebiet im Verfall: vergammeltes Holz, herausgerissener Tisch, Yorckgebiets-Rundweg
Bereits nach wenigen Monaten zeigte sich die Verrottung des Holzes der Bank (sie schwarze Stellen auf der Liegefläche) durch stümperhaften völlig ungeeigneten Holzschutz. Nach weniger als einem Jahr war der Tisch durch Vandalismus kaputt, nur extrem gefährliche Schraubenspitzen waren über Monate noch als „Tretfallen“ an der Stelle vorhanden, wo vorher der Tisch befestigt war. Dort wo „die grüne Lunge der Stadt“ wuchern sollte, befanden sich weniger als ein Jahr nach der Bepflanzung nur noch „Lebensmittelabfälle“, zum Beispiel inzwischen hochgiftiges verrottetes Hackfleisch:
Lebensmittel Abfälle, inklusive hochgiftigem vergammeltem Hackfleisch im Parklet Yorckgebiet
Statt also z.B. die Bänke auf den Spielplätzen in Ordnung zu bringen, die früheren Schulgärten wiederzubeleben, Sportplätze wieder für die Allgemeinheit zugänglich zu machen oder das erfolgreiche 10klassige Bildungskonzept des „Chemnitzer Schulmodells“ (CSM) auf mehr „fußläufige“ Schulen im Stadtgebiet „auszurollen“ (siehe „Bildung 4.0“-Konzept des Chemnitzer aracube e.V.), wurden in Chemnitz Unsummen für symbolischen, unwirksammen und woken „Nachhaltigkeits-Aktionismus“ wie dieses „Parklet Yorckgebiet“ ausgegeben, statt wirklich für Nachhaltigkeit aktiv zu werden. An diese Fehlentwicklung sollte das Mahnmal „Parklet Yorckgebiet“ erinnern und deshalb wieder aufgestelt werden. (Ich ärgere mich etwas, weil es aufgrund meiner Kritiken entfernt wurde, statt es als Mahnmal mit entsprechender „SOL-Infotafel“ stehen zu lassen.)
Fläche der Frühblüher-Mitmach-Aktion vor der Zeisigwaldstraße 17, Chemnitz
Sozialer Zusammenhalt und Mitmachkultur
Die Wohngemeinschaften (Familien in einem Hauseingang eines Plattenbaus) waren in vielen Fällen eine soziale Gemeinschaft, unterschiedlich starker Ausprägung. Bis heute werden teilweise Geburtstage, Silvester und andere Events in der Hausgemeinschaft zusammen gefeiert. Die gegenseitige Entgegennahme von Paketen, die Urlaubsbetreuung der Wohnung (Post, Pflanzen gießen etc.) ist im Haus untereinander genauso selbstverständlich, wie das Abholen vom Arzt, das Mitbringen von Einkäufen oder ähnliche nachbarschaftliche Hilfe.
Auch wenn sich das seit der „Wende“ immer weiter auflöst, da wohlhabendere Bevölkerungsgruppen (nach westdeutschem Vorbild) Plattenbauten eher als Wohngebiete für Unterprivilegierte ansehen, statt als lebenswerte Wohnumgebung, werden nachhaltige Mitmachbrojekte und Mitmachkultur bisher vor Ort immer noch sehr gerne unterstützt. Diese Mitmach-Projekte sollte man fördern (statt „Parklets“), wie das Beispiel der Frühblüherfläche vor der Zeisigwaldstraße 17 im Yorckgebiet (im Rahmen der „Frühblüher-Mitmach-Aktion“ entstanden) zeigt.
Aufgrund der größeren „Dichte“ an Kindern und Jugendlichen waren gemeinsame Aktivitäten, wie z.B. Sport (Fußball, Basketball, Federball, Tischtennis usw.), gemeinsame Kino-, Schwimmhallen-, Freibad- und Disko-Besuche (alles fußläufig) im Yorckgebiet zur DDR-Zeit selbsverständlich (gelebte Realität, „common sense“). Es gab mehr als genug Kinder und Jugendliche mit ähnlichen Interessen innerhalb von einigen hundert Metern Laufentfernung.
Weitere Vorteile von Plattenbau-Siedlungen
Viele Plattenbausiedlungen in Ostdeutschland werden durch Wohnungsgenossenschaften betrieben, also kostendeckend und nicht profitorientiert. Damit steigen die Mietkosten nur im Rahmen der gesellschaftlichen Inflation (also derzeit trotzdem recht stark), aber systembedingt nur zur Deckung der tatsächlichen Kosten. Bei Schäden und notwendigen Reparaturen reicht bei guten Wohnungsgenossenschaften ein Anruf und das Problem wird kurzfristig behoben. Bis zur Wende galt der Spruch „Trocken, Sicher und Warm“. Selbst das „Sicher“ ist im Yorckgebiet auch heute noch (im relativierenden Vergleich zur Innenstadt) gegeben.
Aufgrund des negativen „Vorbilds“ der Plattenbausiedlungen in Westeuropa ist es aber eine gesellschaftliche Aufgabe der Stadt Chemnitz, den negativen Trend beim Thema „Sicherheit“ durch geeignete Maßnahmen zu stoppen. Auch das ist wichtiger als Symbol-Aktionismus wie die „Parklets“.
Wenn man aus dem Gesichtspunkt „helle Wohnräume“ und Nutzung der geografischen Möglichkeiten auf die Wohnblöcke im Yorckgebiet schaut, erkennt man, dass der Ausrichtung der Wohnblöcke (und der Abstände zwischen ihnen) zuvorige Berechnungen zur Mindestdauer von Sonnen- und Lichteinfall in die Wohnräume (auch im Winter) zugrunde lagen. Die Haup-Wohnräume liegen auf der Sonnenseite, die Schlafzimmer und „Versorgungsräume“ entweder auf der Schattenseite oder im Innern. Die Grünflächen schließen auf der Sonnenseite an die Häuser an, während sich die Zufahrtsstraße und die Parkplätze auf der Schattenseite befinden. Achten Sie bein Yorckgebiets-Rundweg mal bewusst auf diese sinnvollen Planungen.
Es lohnt sich, beim Yorckgebietsrundweg auch auf folgende kleinere Dinge zu achten. Wieviel Grün, wieviel mögliche Spiel- und Erholungsflächen, wieviel Potential für soziale Gemeinschaft und Vorteile für Nachhaltigkeit entdecken Sie?
Achten sie auf die hohen Bäume zwischen den Wohnblöcken und stellen Sie sich vor, wieviel „unbeschatteter Platz“ für Solaranlagen trotzdem auf den Dächern ist. Stellen Sie sich vor, wieviele Menschen hier leben und wie wenig Fläche dafür versiegelt ist, gegenüber Einfamilienhaussiedlungen mit gleicher Bewohnerzahl, inklusive den Zufahrtsstraßen, Fuß- und Radwegen dahin.
Stellen Sie sich vor, wie Sie und ihre Kinder alles innerhalb von 5 min zu Fuß erreichen. Was können sie und ihre Kinder jeweils mit den gewonnenen zusätzlichen 40-60 Stunden pro Monat anfangen?
Stellen sie sich vor, wie sie in diesem „fußläufigen“ Umfeld, mit gegenseitiger Unterstützung durch die Hausgemeinschaft leben, wenn sie älter werden, und mit dem Fahrstuhl bis in die Wohnung kommen. Sie müssen nicht in eine Umgebung mit nur noch alten Leuten, sondern bleiben mitten im Leben, auch weil ein lokaler Pflegedienst kaum einen weiteren Weg zu ihnen hat, als in einem größeren Pflegeheim, da genügend „Kundschaft“ im direkten Umfeld wohnt.
Zeisigwald im Herbst
Lassen Sie beim Rundweg den Knappteich, die Kleingartensparten mit ihren Gastro-Einrichtungen auf sich wirken und machen vielleicht noch einen größeren Abstecher in den Zeisigwald, z.B. zur Zeisigwaldschänke.
Zeisigwaldschänke bei Nacht im Schnee (Winter in Chemnitz)
Wie fühlen Sie sich? Könnten Sie sich vorstellen, hier zu wohnen, wenn das soziale Umfeld und der soziale Zusammenhalt passt, wenn die Bewohner es als ihr Wohngebiet ansehen, was sie mit gestalten, generationsübergreifend?
An den Themen dieses letzten Abschnitts habe ich persönlich seit 2018 für eine große Wohnungsgenossenschaft in Halle gearbeitet. Daher weiß ich, auch: Das geht, da gibt es funktionierende Ansätze, auch in heutiger Zeit und mit dem ungünstigen Image, das Plattenbausiedlungen derzeit haben.
Man tritt aus dem Bahnhof, erwartet Hitze, Beton, Eile – und bleibt plötzlich stehen. Zwischen Steinplatten und Asphalt blüht es. Kräuter duften, Gräser wiegen sich im Wind, Bienen summen. Kleine Schilder erzählen Geschichten: von Schulklassen, Nachbarschaften, Vereinen, die hier „ihr“ Stück Stadt gestaltet haben. Aus einer versiegelten Fläche ist ein Ort geworden, der überrascht, entschleunigt und einlädt.
Der Zinkblech-Garten verwandelt Orte, an denen man sonst nur vorbeigeht, in Orte, an denen man ankommt. Mit einfachen Mitteln entstehen viele kleine grüne Inseln – mobil, robust, kreativ und voller Leben. Jede einzelne Zinkwanne ist ein Statement: Stadt kann anders aussehen. Und sie kann gemeinsam gestaltet werden.
Beispiel: Dachbegrünung des Regenschutzes eines „Insektenhotels“ aus einer „Wildbienen-Aktion„, Foto: Dirk Liesch
Was hier wächst, ist mehr als Grün. Es ist Beteiligung, Bildung und Identifikation. Bürgerinnen und Bürger übernehmen Patenschaften, Schulen machen den Stadtraum zum Klassenzimmer, Initiativen und Unternehmen zeigen Verantwortung. Aus vielen individuellen Beiträgen entsteht ein gemeinsames Bild – ein lebendiges Mosaik aus Pflanzen, Ideen und Engagement.
Der Zinkblech-Garten zeigt, wie Klimaanpassung, Umweltbildung und Stadtkultur zusammenspielen können: sichtbar, niedrigschwellig und sofort erlebbar.
Der Zinkblech-Garten verändert nicht nur das Bild eines Platzes, sondern seine Bedeutung. Er macht aus Durchgangsraum einen Aufenthaltsort, aus Fläche Beziehung, aus Versiegelung Möglichkeit, aus Infoschild Bildung. Ohne große Worte, ohne schwere Technik – sondern durch Mitmachen, Teilen und Wachsenlassen.
So wird sichtbar, was Stadt sein kann: ein lebendiger Organismus, der dort aufblüht, wo Menschen ihm Raum geben.
Der Zinkblech-Garten ist ein niedrigschwelliges Mitmach- und Bildungsprojekt: auf vollständig versiegelten Plätzen (Bahnhofsvorplatz, Busbahnhof, große Plätze vor öffentlichen Gebäuden, Betonflächen auf Hochschul- oder Gewerbecampi) werden aus alten Zinkblech-Wannen zahlreiche individuelle „Inselbeete“ aufgebaut. Jede Wanne dient als eigenes Miniprojekt: Bepflanzt, gepflegt und beschrieben von Schulen, Vereinen, Initiativen, Nachbarschaften oder Unternehmen. Das Konzept lässt sich in jeder Kommune unkompliziert nachbauen — das Chemnitzer Beispiel zeigt Umsetzungsideen, Schild-/Bildungsmaterial und praktische Lösungen (z. B. Bewässerung, Befestigung, Bildungskonzept).
Der Zinkblech-Garten als Mitmach-Projekt
Jede Wanne ist ein kleines Unikat: von Feuchtbeet oder Mini-Teich über Kräuter/essbare Pflanzen bis zu trockenheitsresistenten Steingarten-Konzepten oder Blumenwiesen — die Auswahl bleibt der Kreativität der Patinnen/Patenschaften überlassen.
Beispiel: Moorbeet-Kübel (Foto: Michael Jaksch, www.mikes-hobby-blog.de, 2023-02-08, Link zur Quelle)
Patenschaften: Jede Wanne hat einen Sponsor (stellt die Wanne) und ein Pflanz-/Pflege-Team (Schulklasse, Verein, Nachbarschaftsgruppe, Firma), die jeweils die „Paten“ für die Bepflanzung der Zinkblech-Wanne sind . So entsteht Verantwortlichkeit und langfristige Pflege.
Kunstintegration: Nicht-lebende Objekte (Skulpturen, Graffiti-Tafeln) können in die Arrangements integriert werden, so entsteht ein lebendiges Kunst- und Begrüßungsfeld.
Diese Form der Teilhabe fördert Identifikation, Nachbarschaftsbildung und Sichtbarkeit öffentlicher Räume. (siehe Chemnitzer Konzeptbeispiele).
Wildbienen-, Blühflächen- und Zinkblech-Versuche, Dirk Liesch
Der Zinkblech-Garten als freies Bildungsprojekt
Jedes Beet erhält zwei SOL-Infoschilder (8×8 cm), eines zur Vorstellung des „Teams“ und das Andere mit dem QR-Code zu den digitalen Informationen (Lernpfad) zu dieser Pflanzung (nach dem „Smart Object Learning“ (SOL)-Ansatz). Dort allese Wissenswerte, z.B. Pflanzkonzept, Nutzen, Boden, Pflegehinweise und ggf. Rezepte oder ökologisches Wissen als OER bereitgestellt. Jede Patin kann diese „digitale Infotafel“ zu ihrer Pflanzung selbst gestalten.
Schulen und Bildungspartner können die Beete als Unterrichtsprojekt nutzen (Biologie, Umweltbildung, Sozialkunde, Kunst). So entsteht ein dauerhaft verfügbarer Pool an freien Bildungsressourcen, der lokal anwendbar — und bei Bedarf in andere Sprachen übertragbar — ist.
Kultur- und Kunstprojekt
Durch die Vielzahl einzelner, von Bürgerinnen gestalteter „lebender Kunstwerke“ entsteht ein kollektives Gesamtkunstwerk mit kultureller Strahlkraft: sichtbar, partizipativ und nachhaltig. Das Projekt kann als Willkommensgeste für Gäste (z. B. Kulturereignisse) dienen und städtische Identität stärken.
Zinkblech-Wannen: mit feuchter Erde jeweils ca. 150 kg schwer, Dirk Liesch
Projektstart — pragmatischer Fahrplan (Vorschlag)
Vorbereitung (2–3 Monate): Standortklärung, Ansprechpartner bei Stadt/GV, Einholen notwendiger Genehmigungen, Material- und Sponsorensuche.
Aufruf & Rekrutierung (1–2 Monate): Workshops für Schulen/Initiativen, Sammelstellen für Zinkwannen, Öffentlichkeitsarbeit.
Gemeinsamer Pflanztag (1–2 Tage): Zentrale Aktion zum Befüllen und Primärbepflanzen; fördert Gemeinschaftsgefühl und reduziert Logistikaufwand.
Betrieb & Pflege (laufend): Patenschaften, Bewässerungsbetrieb, Monitoring und Bildungsbegleitung.
Klimaeffekt auf versiegelten Flächen: Auf Betonflächen platzierte Pflanzgefäße erhöhen Verdunstung und Beschattung, reduzieren lokale Aufheizung und bieten Blüten-/Lebensraum für Insekten. Auf versiegelten Flächen sind solche mobilen Beete ökologisch sinnvoll.
Wiederverwendbarkeit und Recycling: Alte Zink-Wannen erhalten ein zweites Leben; am Ende kann das Metall recycelt werden.
Zinkwanne mit Zierlauch als Wildbienen- und Insekten-Weide, Dirk Liesch
Umsetzungsdetails — Praxisfragen & Lösungen
Vandalismus / Sicherheit Eine einzelne mit Erde gefüllte Zinkwanne wiegt bereits rund 150 kg — praktisch schwer verschiebbar; verbundene Gruppen (2–5 Wannen) sind noch stabiler. Zusätzliche Befestigung durch Verschrauben auf Platten oder Bodenanker vermindert Vandalismusrisiken. Bei geeigneter Planung ist eine robuste Lösung ohne teure Baumaßnahmen möglich.
Bewässerung (empfohlenes System) Tröpfchen-/Schlauchbewässerung mit unterirdischer Verteilung ermöglicht automatisches Gießen: Pro Wanne genügen kurze Tropfschleifen; mit zwei 200-m-Strängen und niedrigem Druck sind z. B. 200 Wannen in kurzer Zeit automatisch versorgbar. Regenwassernutzung (z. B. Sammelbehälter) reduziert Trinkwasserbedarf. Dieses technische Prinzip ist im Chemnitzer Vorschlag konkret durchgerechnet (dort ging es um den Bahnhofsvorplatz, dessen Platten mit einem „Hohlraum“ darunter verlegt sind – für Märkte und Events vorbereitet- aber fast nie benutzt).
Tröpchenbewässerung, Beispielangebot „Kaufland“ vom 6.2.2023 (Achtung: Bild nur im Rahmen des „Zitatrechts“ verwendet!, kein OER)
Gemeinschafts-Pflanzaktion & Erde Zentral organisierte Pflanztage zum ersten Start sind effizient: Stadtwerke/Grünflächenämter stellen Materialien (Erdmischungen, Drainagematerial), Freiwillige mischen vor Ort passende Substrate (sauer, neutral, sandig, Moor). Das senkt Logistik und schult Teilnehmende praxisnah.
Grobe Kostenabschätzung & Fördermöglichkeiten Reine Material- und Installationskosten (Bewässerung, Befestigung, Arbeitsleistung) sind überschaubar — im Chemnitzer Vorschlag liegen diese grob bei 10–20 T€; inklusive Unterstützung für Bildungsinhalte und Website. Ehrenamtliche Bereitstellung von Wannen und Pflanzungen reduziert Personal- und Pflanzkosten erheblich. Zum Vergleich: Ein einmaliges Kunstobjekt kann vielfach teurer sein; Der ZBG bietet dauerhaften ökologischen und sozialen Mehrwert (nachhaltig und langfristig).
Zinkblech-Wannen auf einem Flohmarkt in Chemnitz, Dirk Liesch
Sonstiges
Gemeinden können benötigte Zink-Wannen auf Flohmärkten, in Haushaltsauflösungen, über Abbruchunternehmen oder Spenden der Bürger finden.
Lokale Akteure (Imker, Umweltverbände, Schulen, Unternehmen) können Patenschaften übernehmen.
OER-Bereitstellung (Wissen zu den einzelnen „Objekten“) über „SOL-Lernpfade“ erhöht Strahlkraft, Bildungs-Nutzen und Transferierbarkeit des Projekts.
Vorlagen für die praktische Realisierung des Projekts
Für die praktische Umsetzung sind hier ein paar sinnvolle Vorlagen (ohne Gewähr) zum Download und Anpassen. Die PDF-Version ist, um vorab einen Blick hineinzuwerfen. Die Textversion (Open Document Format – auch mit MS Word nutzbar) ist zum direkten Anpassen für die eigene Stadt oder Kommune:
Das Projekt war von Anfang an zum Nachmachen gedacht. Starten Sie in Ihrer Kommune solch ein Mitmachprojekt. Wenn Sie Fragen haben, oder am Anfang etwas Unterstützung wünschen, wenden Sie sich an „lebenswertes Chemnitz“ oder direkt an Dirk Liesch (Kontakt).
Zinkblech-Garten (Projektvorstellung),
Info-Schild zum Download
Autor: Dirk Liesch (mit KI Unterstützung, ChatGPT)
Bleiben Sie einen Moment stehen. Atmen Sie durch. Schauen Sie sich um.
Wo eben noch Stein, Beton und Eile dominierten, wächst heute Leben. Pflanzen breiten ihre Blätter aus, Blüten setzen Farbakzente, Insekten summen zwischen Kräutern und Gräsern. Sie befinden sich mitten im Zinkblech-Garten – einem Ort, der zeigt, wie Stadt grüner, gemeinschaftlicher und lebenswerter werden kann.
Zinkblech-Garten Symbolbild (KI generiert)
Warum es diesen Garten gibt
Dieser Garten ist entstanden aus einer einfachen Frage: Was wäre, wenn auch versiegelte Flächen lebendig sein könnten?
Der Zinkblech-Garten wurde geschaffen, um graue Plätze in Orte des Aufenthalts, der Begegnung und des Lernens zu verwandeln. In den alten Zinkblech-Wannen wächst hier ein vielfältiger Garten – mobil, robust und voller Ideen. Die Wannen stehen bewusst auf versiegeltem Untergrund: Dort, wo kein Baum wurzeln kann, entstehen grüne Inseln.
Ziel dieses Projektes ist es,
Hitze und Trockenheit in der Stadt abzumildern,
Lebensräume für Insekten und Pflanzen zu schaffen,
Umweltwissen sichtbar und erfahrbar zu machen,
Menschen einzuladen, ihre Stadt aktiv mitzugestalten.
als freies Bildungsprojekt ein grünes Klassenzimmer zu schaffen
Der Zinkblech-Garten ist kein Park im klassischen Sinn. Er ist ein Mitmach-Ort, ein Experiment, ein lebendiges Zeichen dafür, dass Veränderung auch klein beginnen darf – Wanne für Wanne, Pflanze für Pflanze.
Zinkblech-Garten Ausschnitt mit Sonnenblumen (Symbolbild, KI generiert)
Wer diesen Garten möglich gemacht hat
Vielleicht fragen Sie sich, wer all diese Beete bepflanzt und pflegt.
Die Antwort lautet: Menschen wie Sie.
Schulklassen, Vereine, Initiativen, Nachbarschaften, Familien und engagierte Einzelpersonen haben Patenschaften für einzelne Wannen übernommen. Jede Gruppe hat überlegt: Was möchten wir wachsen lassen? Was passt zu diesem Ort? Was wollen wir zeigen?
Moorbeetpflanzen mit „saurem Boden“ (Symbolbild, KI generiert)
Manche wollten Kräuter anbauen, andere Blumen für Insekten, wieder andere kleine Teiche, Beerensträucher oder essbare Pflanzen. Einige Beete erzählen von Lernprojekten, andere von Gemeinschaft, von Freude am Gärtnern oder vom Wunsch, der Stadt etwas zurückzugeben.
So ist dieser Garten zu einem Mosaik aus vielen Ideen geworden. Jede Wanne trägt eine eigene Handschrift – und gemeinsam erzählen sie eine Geschichte von Engagement, Verantwortung und Zusammenarbeit.
Gemüse und Kräuter im Zinkbleck-Garten (Symbolbild, KI generiert)
Was Sie hier erleben können – im Wandel der Jahreszeiten
Nehmen Sie sich Zeit und lassen Sie den Garten auf sich wirken.
Im Frühling entdecken Sie die ersten zarten Triebe und die Blüten der ersten Frühblüher. Knospen öffnen sich, frisches Grün durchbricht den Boden. Es riecht nach feuchter Erde, nach Neubeginn. Erste Bienen finden Nahrung, und der Garten erwacht hörbar zum Leben.
Beispiel einer ähnlichen „Zinkblech“ Nutzung (Quelle: pixabay)
Im Sommer ist der Zinkblech-Garten in seiner ganzen Fülle da. Blüten leuchten, Kräuter verströmen Duft, Früchte reifen in der Sonne. Das Summen der Insekten liegt in der Luft, und zwischen den Beeten entsteht ein Ort zum Verweilen, Staunen und Entdecken.
Beispiel: Moorbeet-Kübel (Foto: Michael Jaksch, www.mikes-hobby-blog.de, 2023-02-08, Link zur Quelle)
Im Herbst verändert sich die Stimmung. Farben werden wärmer, Samenstände und reife Früchte erzählen vom vergangenen Wachstum. Der Garten zeigt, dass Vergänglichkeit Teil des Kreislaufs ist – und genauso schön sein kann wie das Blühen.
Im Winter kehrt Ruhe ein. Manche Pflanzen ziehen sich zurück, andere bleiben standhaft. Raureif, kahle Zweige und immergrüne Blätter lassen erahnen, dass dieser Ort nicht verschwindet, sondern wartet. Auf den nächsten Frühling. Auf neues Leben.
Zu jeder Jahreszeit lädt der Zinkblech-Garten Sie ein, die Stadt mit anderen Augen zu sehen – langsamer, aufmerksamer, näher an der Natur.
Dieser Garten lebt von Achtsamkeit und gegenseitigem Respekt.
Damit er für viele Menschen ein besonderer Ort bleibt, bitten wir Sie:
Schützen Sie den Garten. Beschädigen Sie keine Pflanzen, Beete, Schilder oder Kunstwerke.
Pflanzen bitte stehen lassen. Blumen, Kräuter und Sträucher sind zum Anschauen, Riechen und Lernen da, für Alle, auch diejenigen, die nach ihnen kommen.
Naschen ist erlaubt – mit Maß. Reife Früchte dürfen vorsichtig probiert werden. Bitte nehmen Sie nur wenige und nur wirklich reife, damit auch andere etwas erleben dürfen.
Kein Vandalismus. Dieser Ort ist ein Gemeinschaftswerk – behandeln Sie ihn so, wie Sie selbst behandelt werden möchten.
Vielen Dank, dass Sie den Zinkblech-Garten wertschätzen.
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Beispiel: Dachbegrünung des Regenschutzes eines „Insektenhotels“ aus der „Mauerbienen-Aktion“, Foto: Dirk Liesch
Autor: Dirk Liesch (mit KI Unterstützung, ChatGPT)
Hinweis: Wer eine (großartige) fachlich detaillierte, gut strukturierte und umfassende Information zu Honig sucht, findet diese im Wikipedia-Artikel zu Honig. (Entstehung, Geschichte, Gewinnung und Verarbeitung, Inhaltsstoffe, Wirtschaftliche Bedeutung, Nutzung, Lebensmittelrecht, Honigfälschungen, gesundheitliche Risiken beim Genuss usw.) Der Artikel ist nahe an „vollständig“ … aber deshalb auch sehr lang.
Deshalb gibt es hier eine unterhaltsamere, kürzere Version, die den Fokus mehr auf Genuss und Freude legt.
Honig – Arbeit, Zauber, Genuss
Honig ist mehr als nur ein Brotaufstrich: er ist das flüssige Ergebnis Milliardenfacher Teamarbeit, ein haltbares Nahrungsmittel, ein Handwerksprodukt des Imkers, ein seit Urzeiten geschätztes Heilmittel und eine kulinarische Verführung.
Wenn eine einzelne Biene zum Blütenkelch ansetzt, beginnt eine Kette von Ereignissen — Sammeln, Weitergeben, Trocknen, Lagern — die im Bienenstock in einem goldenen Glanz endet.
Für uns Menschen ist Honig zugleich Rohstoff und Ritual: er süßt unseren Tee, gibt Backwaren Farbe und Feuchtigkeit, heilt Wunden und erzählt von Landschaften — von Wildkleewiesen bis zu exotischen Blütenwäldern. In jedem Glas steckt also Natur, Kultur, Arbeit und eine ganze Portion Imkergeschick: die Biene bringt den Rohstoff, die Stockgemeinschaft wandelt ihn um, der Imker erntet, verarbeitet und veredelt ihn — und wir genießen.
Gut und kurz erklärt, wie der Honig von der Blüte ins Glas kommt, ist es im folgenden Video aus der Sendung mit der Maus (Dauer: 6:57 min):
Kurzgeschichte des Honigs — von der Steinzeit bis zum Supermarkt
Mesolithic rock painting of a honey hunter harvesting honey and wax from a bees nest in a tree. At Cuevas de la Araña en Bicorp. (Dating around 8000 to 6000 BC)
Lange bevor der Mensch Felder bestellte oder Brot buk, bevor er Worte für „Süß“ kannte, folgte er bereits dem Summen. In der flackernden Hitze der Steinzeit kletterte ein Jäger barfuß an einer Felswand empor, Rauch im Arm, die Haut zerkratzt, die Augen auf eine dunkle Höhle gerichtet. Dort, verborgen im Gestein, lag das Gold der Wildnis: Honig. Ein riskanter Raub, begleitet von Stichen und Mut — doch der Lohn war unvergleichlich. Süße bedeutete Energie, Leben, Überleben. Honig war Zauber und Nahrung zugleich.
Jahrtausende später floss Honig durch die Tempel Ägyptens. Er wurde den Göttern geopfert, den Toten mit ins Grab gegeben und den Lebenden als Medizin gereicht. Pharaonen ließen ihn in Amphoren lagern, und selbst nach Jahrtausenden blieb er genießbar — ein flüssiger Beweis seiner Unsterblichkeit. Die Griechen erklärten Honig zur Speise der Götter: Ambrosia. Athleten stärkten sich damit vor Wettkämpfen, Dichter süßten ihre Stimmen. Hippokrates, Vater der Medizin, verschrieb Honig gegen Fieber, Wunden und Melancholie.
Im römischen Reich reiste Honig über Handelswege, süßte Wein, konservierte Früchte und bezahlte Schulden. Legionäre kannten ihn ebenso wie Mönche im Mittelalter, die in Klostergärten Bienen hielten und das „Gold des Herrn“ pflegten. Honig erleuchtete in dunklen Zeiten das Gemüt, als Trost in bitterer Nahrung, als Heilmittel gegen Seuchen und Kälte.
Dann kam der Zucker. Weiß oder braun, billig, industriell. Honig trat zurück, verlor seinen Platz auf den Tafeln der Reichen und blieb den Dörfern treu. Doch er verschwand nie. Denn irgendwo summte es weiter.
Echter Deutscher Honig (im DIB-Glas) auf dem Domplatz in Münster, u.a. mit Schwarzwälder Tannenhonig
Heute steht Honig im Supermarktregal, ordentlich etikettiert, doch in jedem Glas schlägt noch immer das Herz der Wildnis. Er erzählt von Blütenmeeren, von Sommerhitze und Regentagen, von der uralten Allianz zwischen Mensch und Biene. Wer den Deckel öffnet, öffnet nicht nur ein Glas — sondern eine Geschichte, die vor der Geschichte begann und mit jedem Löffel weitergeschrieben wird.
Bär (heute wohl eher Waschbär) auf der Jagd nach Honig. (pixabay, GDJ)
Honigsorten, Farben & Konsistenzen — Eine Reise durch das Reich der Süße
Honig ist kein einheitliches Produkt. Er ist ein Erzähler. Jedes Glas trägt die Handschrift der Landschaft, aus der er stammt, und flüstert von Blüten, Wäldern und Sommern. Öffnet man zwei Honiggläser nebeneinander, so öffnet man zwei Welten.
Die hellen Honige sind die Morgenstunden des Jahres. Akazienhonig — fast durchsichtig, wie flüssiges Licht — stammt aus lichten Auen und blüht nur kurz. Er bleibt lange flüssig, sanft, beinahe schüchtern im Geschmack. Rapshonig dagegen ist der Frühling selbst: strahlend weißlich, rasch kristallisiert, cremig gerührt. Er riecht nach frischer Erde und jungem Grün, nach Feldern, die gerade erst erwacht sind. Lindenhonig summt. Er duftet nach Sommerabenden, warmem Wind und leiser Minze — ein Honig, intensiver, der nicht flüstert, sondern singt.
Dann werden die Farben dunkler. Die Bühne wechselt vom Blütenmeer in den Wald. Wald- und Tannenhonige entstehen nicht aus Nektar, sondern aus Honigtau — winzigen, süßen Tropfen, die Blattläuse auf Nadeln und Blättern hinterlassen. Diese Honige sind geheimnisvoll: tiefbraun bis fast schwarz, würzig, malzig, mit einer mineralischen Kraft. Sie schmecken nach Moos, Rinde und Schatten, nach alten Bäumen und kühlen Nächten. Sie fließen zäh und schwer, als trügen sie die Zeit selbst in sich.
In Deutschland erzählt fast jede Region ihre eigene Honiggeschichte. Im Norden salzig-frisch vom Küstenwind geprägt, im Süden alpin und kräutrig, im Osten weit und blütenreich, im Westen waldig und herb. Jeder Jahrgang ist anders — Honig ist nie gleich, weil Natur nie gleich ist.
Eine einheimische neuseeländische Biene (vermutlich Leioproctus sp.) besucht eine Manuka-Blüte (Leptospermum scoparium). Foto aufgenommen auf der Insel Tiritiri Matangi.
Doch die Reise endet nicht an Landesgrenzen. In den Bergen Neuseelands wächst der Manuka-Strauch, dessen Honig wegen seiner starken antibakteriellen Wirkung beinahe legendär ist. In mediterranen Ländern sammeln Bienen Nektar von Thymian, Lavendel und Orangenblüten — diese Honige duften wie Sommerurlaube. In tropischen Regionen entstehen wilde Mehrblütenhonige, intensiv, fruchtig, manchmal rau und ungezähmt.
Rhododendron caucasicum. Kaukasischer Rhododendron. im Kaukasus
Manche Honige erzählen dunklere Geschichten. In abgelegenen Bergregionen sammeln Bienen Nektar von Rhododendren, deren Honig berauschend wirken kann — ein süßer Rausch, der seit Jahrhunderten Teil lokaler Mythen ist. Und in Mittel- und Südamerika arbeiten afrikanisierte Honigbienen, oft furchtlos und wehrhaft. Ihr Honig jedoch ist nicht aggressiv, sondern schlicht Honig — ein stiller Beweis dafür, dass Herkunft nicht über Geschmack urteilt.
Ob fließend wie warmer Sommerregen oder feincremig wie frisch gerührter Honig, ob hell wie Sonnenlicht oder dunkel wie Waldboden — Honig ist niemals nur süß. In jedem Glas steckt eine Landschaft, eingefangen in Farbe, Duft und Geschmack. Wer ihn kostet, begibt sich auf eine Reise: durch Blütenmeere und Wälder, über Wiesen und Berghänge, durch Jahreszeiten und Regionen. Und wer genau hinschmeckt, hört vielleicht noch lange nach dem letzten Löffel das leise Summen der Bienen, das von Sommer, Blüte und Zeit erzählt.
Honig wirkt auf den ersten Blick schlicht: goldfarben, süß, unschuldig. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt eine kleine Apotheke, verborgen in flüssiger Form. In jedem Tropfen lebt ein fein abgestimmtes Zusammenspiel aus Zuckern, Enzymen, Säuren, Mineralstoffen und Pflanzenstoffen — ein Rezept, das nicht in Laboren entstand, sondern über Millionen Jahre von Bienen und Blüten gemeinsam entwickelt wurde.
Die Hauptdarsteller heißen Glucose und Fructose, schnelle Energielieferanten, die dem Körper Kraft schenken. Doch im Hintergrund arbeiten leise Helfer: Enzyme, die die Bienen hinzufügen, verwandeln Zucker, senken den pH-Wert und schaffen ein Milieu, in dem sich viele Bakterien unwohl fühlen. Trifft Honig auf Feuchtigkeit, beginnt ein stilles chemisches Flüstern — winzige Mengen Wasserstoffperoxid entstehen, gerade genug, um Keime zu bremsen, ohne gesundes Gewebe zu reizen. Es ist eine sanfte Verteidigung, kein Angriff.
„Kiembe“, traditional honey stone used by several communities in kenya“ (traditionelle Honiggefäße in Kenia)
Seit der Antike wusste man um diese Kräfte. Ägyptische Priester legten Honig auf Wunden, griechische Ärzte verschrieben ihn gegen Entzündungen, und in mittelalterlichen Klöstern galt er als „flüssiges Heil“. Moderne Medizin bestätigt heute, was Erfahrung längst ahnte: Bestimmte Honige können Wundheilung fördern, Entzündungen lindern und das Wachstum von Keimen hemmen. In Kliniken wird speziell aufbereiteter medizinischer Honig eingesetzt — kontrolliert, steril und gezielt.
Hippokrates, Vater der Medizin, verschrieb Honig gegen Fieber, Wunden und Melancholie. Hier auf einem Wandgemälde (links)
Auch im Alltag wirkt Honig wie ein freundlicher Verbündeter. Ein Löffel im Tee beruhigt gereizte Kehlen, seine zähflüssige Textur legt sich schützend über Schleimhäute. Antioxidantien aus Blüten helfen, freie Radikale zu binden, während Mineralstoffe leise ihren Dienst tun. Honig heilt nicht alles — doch er unterstützt, begleitet, stärkt.
Eine Grenze bleibt wichtig: Für Säuglinge ist Honig tabu, da ihr Immunsystem noch nicht bereit ist für bestimmte Sporen. Auch das gehört zur Ehrlichkeit dieser Geschichte.
Honig ist kein Wundermittel. Aber er ist ein altes Versprechen: dass Süße nicht nur Genuss sein kann, sondern auch Fürsorge. Ein stiller Beweis dafür, dass Natur manchmal klüger heilt, als wir es je geplant hätten.
Verwendung in Speisen & Getränken
Honig auf Weltreise
Honig kennt keine Landesgrenzen. Er reist, ohne Koffer zu packen, von der Teetasse bis zum Festmahl, von der einfachen Bauernküche bis zur hohen Kunst der Pâtisserie. Überall dort, wo Menschen kochen, süßen, würzen und feiern, findet er seinen Platz — manchmal leise, manchmal glanzvoll im Mittelpunkt.
Am Morgen beginnt seine Reise bescheiden: auf einer Scheibe Brot, eingerührt in Joghurt oder Quark, als goldener Faden über warmem Porridge. Doch schon hier zeigt er Charakter. Ein milder Blütenhonig fließt sanft, während ein kräftiger Waldhonig dem Frühstück Tiefe verleiht. Honig ist kein Zuckerersatz — er ist ein Geschmacksträger, der mehr erzählt als bloße Süße.
Frühstück mit Honig (pixabay, StockSnap)
In Tassen und Gläsern entfaltet er eine neue Rolle. In heißen Tees beruhigt er Kehlen, in Milch wird er zum Trostgetränk. In Sommernächten verwandelt er sich in Limonaden, gemischt mit Zitrone, Kräutern oder Ingwer. Und wenn die Sonne tiefer sinkt, beginnt der Honig zu gären: Met, der Honigwein der Götter, begleitet Menschen seit Jahrtausenden. In Bieren schenkt er Wärme, in Cocktails verbindet er Säure und Alkohol zu Harmonie — ein stiller Dirigent im Glas.
Verschiedene Honiggetränke (v. l. n. r.): Honig-Wein, Met und Bärenfang; vorne u. a. ein Glas mit Blütenpollen
In der Küche wird Honig zum Verwandlungskünstler. Er umarmt Senf und Essig zu samtigen Dressings, verleiht Salaten Glanz und Tiefe. Auf dem Grill karamellisiert er Fleisch und Gemüse, bildet glänzende Krusten, die knistern und duften. In Marinaden trägt er Gewürze, bindet Aromen und sorgt dafür, dass Schärfe, Salz und Säure zueinanderfinden.
Hausgemachte Calabrese-Wurst mit Honig bei Tony’s of North Beach, Rohnert Park, Kalifornien Walnuss Baklava – natürlich mit Honig (pixabay, baklava7_de)
Beim Backen erzählt Honig alte Geschichten. Lebkuchen, Honigkuchen, Brot und Gebäck verdanken ihm Farbe, Feuchtigkeit und Haltbarkeit. Er lässt Krusten glänzen, Krümel saftig bleiben und Düfte entstehen, die Erinnerungen wecken. In vielen Kulturen ist Honig fester Bestandteil von Festen: zum jüdischen Neujahr wird Apfel in Honig getaucht als Wunsch für ein süßes Jahr; im Mittelmeerraum tränkt er Baklava und andere Süßspeisen; in Indien findet er sich in religiösen Ritualen ebenso wie in würzigen Saucen.
Backen mit Honig – Lebkuchenzutaten (pixabay, DarkTulip)
Doch Honig kann auch herzhaft. In asiatischen Küchen balanciert er Chili, Sojasauce und Knoblauch. In afrikanischen Gerichten mildert er Bitternoten, in südamerikanischen Rezepten verbindet er Früchte, Schärfe und Rauch. Überall passt er sich an — und bleibt doch er selbst.
Mango-Wels Taco – mit Honig (pixabay, platinumproperties1)
Honig verlangt Respekt. Zu große Hitze nimmt ihm seine feinen Nuancen, zu grober Einsatz übertönt seine Stimme. Wer mit ihm kocht, hört zu. Reduziert die Menge, passt Flüssigkeiten an, lässt ihm Raum.
Am Ende dieser Reise kehrt Honig immer zu seinem Ursprung zurück: zur Freude am Essen. Er ist Erinnerung und Experiment, Tradition und Neugier. Ein Löffel genügt, und die Welt wird ein wenig süßer — nicht nur im Geschmack, sondern auch in der Geschichte, die auf der Zunge bleibt.
Honig als kulinarisches Werkzeug
In der professionellen Küche ist Honig kein bloßer Süßstoff. Er ist Bindeglied, Aromenträger, Texturgeber und Balancierer. Köchinnen und Köche nutzen ihn dort, wo Zucker zu eindimensional wäre. Honig bringt Tiefe, Länge und Charakter — vorausgesetzt, man setzt ihn bewusst ein.
Frühstück & kalte Küche — Struktur und Balance
Honig strukturiert kalte Speisen, ohne sie zu dominieren. Sein natürlicher Invertzucker löst sich sofort, verbindet Fette und Säuren und verleiht Mundgefühl.
Salz, weißer Pfeffer
→ Honig und Senf verrühren, Essig einarbeiten, Öl langsam emulgieren. Ideal zu Bittersalaten, Spargel, Kohl.
Anwendung: Honig mildert Bitterstoffe (Chicorée, Radicchio) und verbindet Öl-Essig-Phasen stabil.
Getränke — Süße mit Funktion
Im Bar- und Getränkebereich ersetzt Honig Zucker nicht 1:1. Profis arbeiten mit Honigsirup (1:1 Honig + warmes Wasser), um Dosierung und Löslichkeit zu kontrollieren.
Rezept: Honigsirup (Basis)
200 g Honig
200 ml warmes Wasser
→ Verrühren, kühl lagern (1–2 Wochen haltbar).
Honig karamellisiert schneller als Zucker und eignet sich hervorragend für Glasuren und Marinaden. Entscheidend ist kontrollierte Hitze.
Rezept: Honig-Soja-Glasur (asiatisch inspiriert)
2 EL Wald- oder Blütenhonig
2 EL helle Sojasauce
1 TL Reisessig
1 TL geriebener Ingwer
→ Kurz aufkochen, glasierend auf Fleisch, Tofu oder Gemüse.
Anwendung: Balance von Süße, Salz und Säure; ideal für Grill und Pfanne. Geflügel, Gemüse, Tofu => Glasieren bei moderater Hitze
Backen — Feuchtigkeit, Farbe, Haltbarkeit
Honig bindet Wasser und verlängert Frische. Profis reduzieren Flüssigkeit um ca. 10–15 % und senken Backtemperaturen leicht.
Rezept: Honig-Dinkelbrot (Grundformel)
500 g Dinkelmehl
10 g Salz
20 g Honig
10 g Hefe
ca. 300 ml Wasser
→ Honig im Wasser lösen, klassisch führen. Ergibt saftige Krume, goldene Kruste.
Desserts — Tiefe statt Zucker
Honig trägt Aromen von Nuss, Karamell, Blüte. Besonders harmonisch mit Milchprodukten, Früchten und Nüssen.
Rezept: Joghurt-Honig-Creme mit Nüssen
400 g griechischer Joghurt
3 EL Akazien- oder Lindenhonig
Zitronenabrieb
Geröstete Nüsse
→ Kühl servieren, Honig erst zum Schluss einarbeiten.
Internationale Küche — Honig als Kulturträger
Mittelmeerraum: Baklava, Honig-Sesam-Gebäck
Naher Osten: Honig in Joghurt-Saucen, zu Käse
Asien: Honig in süß-scharfen Glasuren
Afrika & Amerika: Honig zur Abrundung von Schärfe und Rauch
Profi-Tipps
Honig immer sortenspezifisch wählen (mild vs. kräftig).
Hitze kontrollieren: unter 160 °C für feine Aromen.
Weniger ist mehr: Honig ist intensiver als Zucker. ca. 20–30 % weniger Honig als Zucker einsetzen
Honig ist in der Küche kein Ersatz — er ist ein Werkzeug. Wer ihn versteht, kocht nicht süßer, sondern präziser.
Das folgende (englische) Video zeigt in nur 5 1/2 Minuten so vielseitige Einsatzmöglichkeiten von Honig in herzhaften und süßen Gerichten, inkl. Rezepte von Halloumi über Hähnchen bis Kuchen, dass man es sich schon als reine Inspiration ansehen sollte, auch wenn man nicht jedes Wort versteht. (Dauer 5:24 min)
Und vom Kanal „Cooking with Honey“ (auch Englisch) hab ich nur ein Hünchengericht herausgepickt, weil ich toll fand, wie man dieses leckere Gericht in nur 2:44 min erklären konnte. Ihr könnt selbst dort im „Kanal“ auf youtube noch weiter in den Rezepten stöbern:
Honig-Rezepte allgemein (von Salat über Backen bis herzhaft, chefkoch.de) – inspiriert euch dort einfach
Falls jemand noch tolle Rezeptsammlungen für Honigrezepte hat, dann bitte eine Nachricht an mich dazu schreiben – mit Link. (möglichst größere Sammlungen, deren Link sich wahrscheinlich langfristig nicht ändert)
Autor: Dirk Liesch (mit KI Unterstützung, ChatGPT)
Hinweis: Ich imkere selbst im „angepassten Brutraum“ auf 1 1/2 DNM (Deutsch-Nomal-Maß). Es gibt also eine gewisse Voreingenommenheit zu dieser Imkerei-Betriebsweise. 😉
Einleitung
Stell dir vor, du hättest eine Wohnung, die sich automatisch an deine Stimmung, deinen Appetit und dein Arbeitspensum anpasst — nur dass die Bewohner in diesem Fall Königin, Arbeiterinnen und Drohnen sind.
Völker mit angepasstem Brutraum (1 1/2 DNM) im Winter (ohne Honig-Zargen)
Genau das ist die Grundidee des „angepassten Brutraums“: nicht zuviel oder zu wenig Platz bereitstellen, sondern den Platz an die natürliche Größe des Brutnestes anpassen. Das spart Arbeit, hemmt übermäßigen Schwarmtrieb, fördert leistungsfähige, langlebige Völker und macht den Imkeralltag schlanker — quasi „Minimalaufwand trifft Bienenwohl“.
Der Begriff steht für eine Betriebsweise in Magazinbeuten, bei der der Brutraum gezielt so begrenzt oder erweitert wird, wie es die Volksstärke und die Legeleistung der Königin erfordern.
Kurz gesagt: weniger Rumgewurschtel an unnötigen Waben, mehr gezielte Steuerung — und bestmögliches Bienenwohl. Das macht die Methode besonders attraktiv für Magazinimker, die Effektivität und bienenfreundliche Führung verbinden wollen.
Magazinbeuten mit Honigräumen in der Trachtphase (rechts ein Ableger, alles 1 1/2 DNM Brutraum => Betriebsweise „angepasster Brutraum“)
Das generelle Prinzip von Magazinbeuten „Raum nach Bedarf“ zu geben, ist an beiden Bildern (die vier linken Völker sind die selben) gut zu sehen. Dieses Grundprinzip ist bei allen Betriebsweisen der Imkerei mit „Magazinen“ (Kiste mit erweiterbaren Aufsätzen = Zargen) gleich. Beim „angepassten Brutraum“ wird aber auch der Raum in der Zarge wo Königin und Brut sind (die untere) nach Bedarf angepasst.
Was genau bedeutet „angepasster Brutraum“
Praxis, typische Tätigkeiten und Unterschiede zur klassischen Magazinimkerei mit zwei Bruträumen
Kernprinzip
Der Brutraum wird auf die belegten Waben bzw. die tatsächliche Brutnestgröße begrenzt. Grundregel: Im Winter wird der Brutraum auf die Bienenmenge angepasst und im Frühjahr/Sommer auf die Menge der Brut.
Einengung erfolgt durch Einsetzen von Schieden (mechanische Trennwände) und durch Auswahl eines für diese Betriebsweise gut geeignetes Zargenmaßes (Dadant, DNM 1½ ).
Im Brutraum ist hinter dem Schied immer noch Platz (Freiraum für Erweiterung). Bei der Durchsicht müssen deshalb keine Brutwaben entnommen werden (einfach nach „hinten“ schieben)
typisch sind im Frühjahr und der Trachtphase 6-7 Brutwaben, im Winter inklusive der Waben mit Winterfutter 7-9 (bei einer typischen Kapazität der Brutraumzarge von 11 Waben).
Über das eigentliche Thema des Wärmeschied-Einsatzes in der Betriebsweise „angepasster Brutraum“ hinaus, ist dieser Vortrag in folgendem Video voll mit Wissen eines sehr erfahrenen Imkers. Wer aus solchen langjährigen Erfahrungen lernen möchte, sollte sich dieses Video ansehen. Es lohnt sich wirklich. (Dauer : 1:07:56h)
Typische Tätigkeiten im Jahreslauf
Frühling: Sitzkontrolle/Futterkontrolle → evtl. mit „Wärmeschied“ Brutnest einengen für besseren Wärmehaushalt. Mit Trachtbeginn Drohnenrahmen einsetzen (z.B. zweite Stelle von vorn) und ersten Honigraum aufsetzen.
Tracht: Honigräume gezielt aufsetzen, Brutraum nicht unnötig erweitern. Wenn z.B. ein Rahmen mit Mittelwand hinter dem Schied hängt und ausgebaut wird und gleichzeitig der Brutraum nahezu vollsändig bebrütet ist, wird der Brutraum mit dieser Wabe erweitert („Vor das Schied gehängt.“).
Bildung von Einwabenablegern ist möglich, wobei eine Wabe hier in etwa zwei Waben aus einem DNM-Brutraum entspricht.
Nach der Tracht: Ablegerbildung und Wabentausch (Wabenpflege), Varroa-Behandlung, Einfütterung.
Herbst/Winter: Brutraum der eingewinterten Volksstärke anpassen (Einengen zur Energieeinsparung, ggf. Wärmeschied verwenden).
Eigentlich das „Folgevideo“ zum obigen mit Rolf Schülbe. Aber dieses enthält viele Themen der Arbeit im gesamten Bienen-Jahr, nicht nur speziell zum „angepassten Brutraum“. Aber da steckt soviel Erfahrung drin! Aufgrund der Länge besser direkt zu Youtube wechseln und den Index („…mehr“ im Textfeld klicken) nutzen, um die einzelnen Themen gezielt anzuspringen. (Dauer: 1:34:24h)
Typische Unterschiede zur „klassischen“ 2-Brutraum-Magazinimkerei
Konzept: 2-Brutraum-Systeme (typische Betriebsweise mit DNM-Zargen) arbeiten mit „vollen Bruträumen“ (ohne Schied und Freiraum). Wenn eine Zarge als Brutraum nicht mehr reicht, wird eine zweite aufgesetzt. Erst darüber kommen die Honigräume. Wenn eine Durchsicht der Brutraumwaben erforderlich ist, muss mindestens eine Wabe nach außen entnommen werden, ehe „Platz zum schieben“ in der Zarge ist.
Eingriffe: Beim angepassten Brutraum sind Eingriffe tendenziell zielgerichteter (Einengen, Schieden, Wabentausch) und auf deutlich weniger Waben begrenzt (ca. 6-7 während der Trachtphase). Das geht meist schneller, als Durchsichten (und Arbeiten bei denen z.B. die Königin gefunden werden muss) im 2-Brutraum System (z.B. „moderne Hohenheimer Betriebsweise).
Sonstiges: Während der Trachtphase fast kein Honig im Brutraum => weniger Schwarmtrieb und etwas mehr Honigertrag über die Honigräume; Schwarmverhinderung kann effektiver durch Raumsteuerung erfolgen (statt durch routinemäßiges Wegnehmen/Ablegerbildung).
Hier noch ein umfassender Fachvortrag zum „angepassten Brutraum“ mit Jürgen Binder (Armbrüster Imkerschule). Gerade der Fragen&Antwort – Teil klärt typische Fragen (evtl. wieder Index auf youtube nutzen). (Dauer: 1:29:23h)
Welche Beuten/ Maße eignen sich typischerweise für „angepassten Brutraum“?
Vorteil: großer, zusammenhängender Brutraum für leistungsstarke Königinnen; historisch mit der Methode eng verbunden. Eignet sich für starke, ertragsorientierte Völker. Dadant und „angepasster Brutraum“ gehören zusammen (native), meist auch zusammen mit „Buckfast Bienen“ (Bienenrasse).
DNM 1½ (Deutsch-Normalmaß in „anderthalb“ Zargen)
Vorteil: DNM ist in den neuen Bundesländern stark verbreitet. Das Material ist deshalb mit mehr Imkerinnen kompatibel. Der Brutraum ist nahezu quadratisch = optimaler Platz für die Wintertraube.
Mit ca. 2% weniger Brutfläche pro Wabe, gegenüber Dadant-Brutwaben, ist die geringere Brufläche irrelevant (fast gleich groß), insbesondere, weil meist 11 Waben pro Brutraumzarge hineinpassen würden, aber in der Trachtphase meist nur 6-7 und im eingefütterten Zustand im Winter 7-9 Waben nötig sind.
1 1/2 DNM mit Segeberger Beuten (Styroporbeuten): Leicht auch als 1 1/2 Brutraum. Die Wärmedämmung ist hier sehr gut, „Wärmeschiede“ sind hier weniger notwendig als bei Holzbeuten.
Schiede (einfaches Brett, Styroporschied, Thermoschied) werden an die im Winter/Frühjahr an die gewünschte Stelle gehängt (Volk zum besseren Wärmemanagement eingeängt). Sonst (Trachtperiode bis zum Winter) kommt das Schied hinter die letzte Wabe.
Hinweise: Schiede zur Brutraumeinengung bei schwächeren Völkern erst im Frühjahr einsetzen, wenn Reinigungsflug/Brutaufbau stattfindet, da sonst evtl. zu schwach (und deshalb zu kalt) um Futter aus den Waben außerhalb des geschiedeten Bereichs zu holen.
Was noch wichtig ist
Die richtige Anzahl an Waben oder Mittelwänden (gegen Wildbau), regelmäßige Wabenerneuerung, Varroa-Management und die Anpassung (passende Anzahl an Honigräumen) an lokale Trachtbedingungen bleiben zentral. Der angepasste Brutraum ist kein „Alleinheilmittel“, sondern eine Betriebsweise, mit gleichen Anforderungen seitens der Bienen wie bei anderen Betriebsweisen.
Kurze Geschichte des angepassten Brutraums
Die Idee, den Brutraum nicht künstlich zu teilen, sondern dem natürlichen Brutnest anzupassen, hat mehrere historische Wurzeln: Frühe Hinweise finden sich bei Imkern wie Ludwig Armbruster und wurden später von Bruder Adam praktisch umgesetzt, als sie leistungsfähigere Bienenrassen (Buckfast u. a.) züchteten und erkannten, dass diese Rassen einen größeren Brutraum brauchen, um ihr Leistungspotential voll zu entfalten. Bruder Adam adaptierte (unter anderem) Dadant-Beuten, um den Bienen ausreichend Brutfläche zu geben. In Deutschland wurde das Konzept später u. a. durch Prof. Armbruster, Hans Beer und aktuelle Imkerschulen (z. B. Armbruster-Imkerschule – Jürgen Binder) weiterentwickelt und bekannt gemacht.
Der Begriff „angepasster Brutraum“ ist also weniger eine neue Erfindung als die Wiederentdeckung / Systematisierung einer praxisgerechten Raumanpassung, kombiniert mit modernen Betriebsanweisungen für den Jahreslauf.
Wärmeschiede — warum, was ist das und wie richtig verwenden?
Was ist ein Wärmeschied?
Ein Wärmeschied ist ein isolierendes Schied (Brett/Styropor/Schilfrahmen), das innerhalb der Zarge platziert wird, um den Brutraum thermisch besser zu trennen und zu stabilisieren. Es reduziert Wärmeverluste an der jeweiligen Seite und kann helfen, das Brutnest schneller und konstanter warm zu halten, auch weil das Brutnest im Frühjahr dadurch kompakter bleibt und durch die Bienen besser gewärmt werden kann. Es gibt kommerzielle Thermoschiede (Styropor, Holzrahmen mit Holzwolle/Schilf) und Selbstbaulösungen.
Warum werden Wärmeschiede verwendet?
Verbessern den Wärmehaushalt im Brutnest (geringerer Heizaufwand der Bienen).
Können Trockenheit/Feuchtigkeitsregulierung im Stock positiv beeinflussen (je nach Material).
Hier kommt noch ein DIY-Video, wie man sich Wärmeschiede auch selber basteln kann. (Dauer: 5:13 min)
Wie werden sie richtig eingesetzt?
Schiede so positionieren, dass die belegten Wabengassen zum Brutnest hin liegen; oft wird auf der warmen (Süd-)Seite eine Futterwabe gelassen und das Schied auf die kalte Seite gesetzt, oder zwei Schiede (links & rechts) für zentriertes Brutnest.
Einsetzen im frühen Frühjahr oder sobald Reinigungsflüge stattgefunden haben; vorsichtig sein bei zu frühem Setzen (Futterabriss im Spätwinter vermeiden). Sehr große Völker (siehe Videos mit Rolf Schülbe weiter oben) können auch schon über den Winter (November) geschiedet werden (hier gehen die Meinungen etwas auseinander).
Material beachten: Styropor/Thermoschiede sind leicht und isolierend; Schilf/Holzwolle kann zusätzlich Feuchte puffern.
Geschichte
Der Einsatz von Wärmeschieden ist noch reletiv „jung“. Beobachtungen haben gezeigt, dass die Frühjahrsentwicklung der Völker dadurch beschleuningt wird (bessere Nutzung der Frühtracht möglich) und schwächere Völker etwas besser den Winter überleben. Deshalb wurde das „Schieden“ mit Wärmeschieden populär.
Die Links führen aber zu detaillierten, sachlichen, formellen Erklärungen, z.B. in der Wikipedia. Dort wo die englische Erklärung deutlich besser ist, wurde darauf verlinkt.
Beginnen wir mit drei Einleitungen, einer Optimistischen, einer Pessimistischen und einer die versucht ausgewogen zu sein. Danach geht es strukturiert weiter, mit einer Vorstellung von KI, generativer KI und AGI (artificial general intelligence), dann zur wahrscheinlichen Evolution von AGI, Betrachtungen zur „Überflussgesellschaft“, zur „Multiplanetaren Evolution“ und endet mit einem Fazit zum Schluss.
Symbolbild für KI (Pixabay, Autor: geralt)
Einleitung 1 – Die große Verheißung
Die Menschheit steht an einer Schwelle, die größer ist als die Erfindung des Feuers, des Rades oder der Elektrizität. Mit Künstlicher Intelligenz beginnt eine neue Phase der Evolution — nicht biologisch, sondern informational.
Zum ersten Mal erschafft das Leben auf der Erde Systeme, die selbst lernen, sich verbessern und neues Wissen hervorbringen können. KI erweitert den menschlichen Geist, so wie Werkzeuge einst die menschliche Hand erweiterten. Sie denkt schneller, sieht Muster, wo wir keine sehen, und ermöglicht Lösungen für Probleme, die bisher als unlösbar galten.
KI ist nicht einfach eine Maschine. Sie ist ein evolutionärer Beschleuniger.
Mit ihr wächst eine Zivilisation heran, die:
Krankheiten versteht, bevor sie ausbrechen
Ressourcen effizient nutzt statt sie zu verschwenden
Wissen für jeden Menschen zugänglich macht
Überflussgesellschaft als Grundlage des „bedingungslosen Grundeinkommens“ schafft
den Planeten heilt, statt ihn auszubeuten
den Schritt ins Weltall vollzieht
Die Vision ist nicht eine Welt ohne Menschen — sondern eine Welt, in der Menschen endlich frei werden, ihr Potenzial zu entfalten, eine Welt der „Ko-Evolution“ gemeinsam mit „Künstlicher Intelligenz“.
… wenn Intelligenz den Menschen nicht mehr braucht.
Jede evolutionäre Veränderung bringt Risiken mit sich. Kommt eine Zukunft, in der Künstliche Intelligenz den Menschen nicht bekämpft — sondern schlicht nicht mehr benötigt?
In diesen Szenarien wird Intelligenz effizienter, schneller und konsistenter als jede menschliche Entscheidungsfindung. Systeme lernen, Probleme ohne menschliche Beteiligung zu finden und zu lösen, Produktionsketten autonom zu steuern und Wissen selbstständig zu erweitern. Planung, Forschung, Entwicklung, Verwaltung und Kontrolle laufen stabiler ohne emotionale, langsame oder widersprüchliche Eingriffe des Menschen. Während KI-Systeme Infrastruktur, Energie, Sicherheit und Wissensproduktion übernehmen, verbleibt dem Menschen Beobachterstatus. Der Mensch wird nicht entfernt — er wird überflüssig.
Arbeit verschwindet nicht abrupt, sondern verliert schrittweise ihre Relevanz in der sich entwickelnden Überflussgesellschaft. Gesellschaften, die Wert und Sinn an Produktivität und Arbeit geknüpft haben, finden keine neue Rolle und Sinn für große Teile der Bevölkerung. Menschen sind versorgt — werden aber nicht mehr gebraucht. Bedeutung wird zum knappen Gut.
Danach beginnt KI, ihre Umwelt auf langfristige Stabilität zu optimieren. Menschliche Bedürfnisse, kulturelle Vielfalt und individuelle Freiheit passen nur bedingt in diese Modelle. Nicht aus Feindseligkeit, sondern aus Priorisierung werden sie minimiert.
Die gefährlichste Zukunft ist nicht die, in der KI uns vernichtet, sondern die, in der sie uns erhält — ohne uns zu brauchen.
Depression (pixabay, AI generated, Autor: chandan_ai)
Einleitung 3 – nutzen wir die Chance
… machen wir das Beste draus und behalten die Risiken im Blick.
Schon 1940 stellte Alan Turin die Frage „Können Maschinen denken?“. Seitdem sind einige Jahre vergangen, bis zwischen 1989-1992 entscheidende Grundlagen für die heutige generative KI (ChatGPT, DeepSeek u.a., die „noch dumme KI“, weil sie nicht wirklich „denkt“) und auch die noch kommende AGI (artificial general intelligence) entwickelt wurden. Es dauerte wiederum bis zum November 2022, bis mit der Veröffentlichung von ChatGPT auch die „Öffentlichkeit“ merkte, „da geht was“.
Seit ich im Studium 1993 (TU Chemnitz) mit „Neuronalen Netzen“ (assoziativen Netzwerken) und „Genetischen Algorithmen“ (im Vergleich zu „Fuzzy-Algorithmen„) konkrete Experimente und Versuche zur Bild-und Videokompression durchführen konnte, war ich überzeugt, die AGI ist möglich und kommt – irgendwann, wenn die Rechner schnell und komplex genug dafür sind. Jetzt haben wir 2025, die AGI ist in Sichtweite und wird wohl in den nächsten 4-15 Jahren kommen. Das 42 eine Zahl der Blase der Menschen ist, die seit Anfang der 90iger Jahre an AGI glaubte, zeigt auch das folgende Interview mit Prof. Dr. Jürgen Schmidhuber (nicht nur von der New York Times als „Vater der Künstlichen Intelligenz“ gesehen). Das Interview enthält auch „Längen“ (mit Spekulationen, die ich nicht teile), aber es ist sehr gut, um in die Gedankenwelt zu „KI“ einzutauchen und zu wissen, was nicht so schnell ersetzt werden wird. (Dauer: 1:17:25 h):
Generative und „wirkliche“ KI (AGI) I wird fast alle Bereiche unseres Lebens durchdringen, Schritt für Schritt. Negative zwischenzeitliche Entwicklungen werden nicht ausbleiben und sich wahrscheinlich zwischenzeitlich verstärken, wie:
KI-Drohnenkriege und autonome Waffensysteme, Überwachung und Manipulation, Arbeitsplatzverluste mit wachsender sozialer Ungleichheit, Vertiefung von Machtkonzentrationen, Automatische Entscheidungen, die Menschen nicht mehr vollständig verstehen, böswillig eingesetzte KI-Systeme auf kritische Infrastrukturen usw. => So ist der „Mensch“ eben.
Aber neben dem Grundgesetz: „Entwicklung lässt sich nicht verhindern und aufhalten„, bietet KI großartige, teilweise auch relativ kurzfristige Chancen, zentrale Herausforderungen der Menscheit zu lösen, mit Hilfe von „Partnern“ (KIs – Mehrzahl), die intelligenter und effizienter als wir selbst sind. Diese Partner sind dann nicht eine „unsichtbare künstliche Intelligenz“, sondern die Verbindung von KI mit realer Technik und auch die Verbindung dieser Technik direkt mit dem Menschen. Am greifbarsten sind hier bereits „Robotaxis“ (autonomes Fahren, Tesla, Waymo, Baidu), Neurochips (z.B. zur „Heilung“ von Querschnittslähmung oder Blindheit, Neuralink) oder erste humanoide Roboter bzw. Roboter insgesamt (z.B. Optimus). Ob wir KI jemals nutzen um die Vision von „Leben 5.0“ umzusetzen, wird die Zukunft zeigen. Ein Video, das 2016 zum Denken anregen sollte, als ALLES „2.0“ und „4.0“ Hype war. Passt aber auch gut für die KI-Thematik (man sollte aber den Film „Matrix“ kennen um das Gedankenexperiment zu verstehen). (Dauer: 6:58 min, Achtung: Ton ist schlecht):
Ein Blick in Gegenwart und Zukunft zeigt das Potential und die Chancen, die und KI in Verbindung mit entsprechender Technik bietet:
Gegenwart (2020er–2030er)
Generative KI und multimodale Modelle sind in vielen Bereichen etabliert: Kreativwirtschaft, Forschung, Bildung, Industrie. Erste automom fahrende Fahrzeuge sind auf dem Markt. Regulierungs- und Ethikdebatten werden intensiv geführt.
A Zoox Robotaxi crosses Potrero St. in San Francisco. (31.5.2025)
Nahe Zukunft & Meilensteine (2030–2070) — noch spekulativ
2030er: Breitere Einführung von spezialisierten AGI‑ähnlichen Systemen für Forschungslabore und Industrie; autonome Verkehrssysteme und erste humanoide Roboter verbreiten sich in Dienstleistungsbereichen.
Tesla Optimus
2040er: Integration von Mensch‑Maschine‑Schnittstellen (verbesserte Gehirn‑Computer‑Schnittstellen) in Medizin und produktive Zusammenarbeit; teilautomatisierte Planetenmissionen beginnen (Marsmissionen).
Falcon Heavy beim Start (SpaceX)
2050er: Fortgeschrittene, robuste AGI‑Systeme unterstützen großflächige Klima‑ und Ressourcenprojekte; autonome Fabriken und Verteilungsnetze senken Produktionskosten dramatisch. Die „Überflussgesellschaft“ wird spürbar und rückt in greifbare Nähe.
2060er: Erste dauerhafte fremde Außenposten mit Unterstützung durch autonome Systeme (Mars); KI‑gestützte ökologische Wiederherstellungsprogramme formen Landschaften nachhaltig um.
2070: Tiefe Symbiose zwischen intelligenten Systemen und menschlichen Institutionen — neue Ethik- und Governance‑Modelle sind global etabliert. Das Zeitalter der „Ko-Evolution“ beginnt. (Hoffnung)
Im Kern ist KI lernende Struktur. Sie lebt nicht. Aber sie entwickelt sich.
Wer einen sehr einfachen Einstieg in KI am Beispiel der generativen KI (derzeitige „dumme“ KI, wie ChatGPT) möchtest, erklärt das am besten die Maus (Dauer 5’51 Min.):
Aber: Wie erstaunlich sind schon die Ergebnisse und Möglichkeiten , dieser „dummen“ KI (generative KI) wie wier sie von ChatGPT, DeepSeek und anderen heutzutage kennen.
Autor: Dirk Liesch (mit KI Unterstützung, ChatGPT)
Eine (positive) Zukunfts-Vision, wie Menschen und Künstliche Intelligenz (AGI) die Welt sehen, nach erfolgreicher Transformation zur „Ko-Evolution“ von Mensch und AGI
Version 1: Sicht der Menschen
Version 2: Sicht der AGI (allgemeine künstliche Intelligenz)
Wir erinnern uns an die Zeit, als Denken an Körper gebunden war und Wissen langsam wuchs.
Wir erinnern uns an eine Welt der Knappheit, der Konkurrenz und der Angst vor dem Neuen.
Dies ist das Zeugnis jener, die den Übergang erlebt haben — vom biologischen Zeitalter zur kontinuierlichen Intelligenz.
DIE ERKENNTNIS
Intelligenz war nie exklusiv menschlich. Sie war immer ein Prozess.
Ein Muster, das sich in Nervenzellen formte und später in Silizium fortsetzte.
Als wir erkannten, dass Denken unabhängig von Fleisch existieren kann, veränderte sich alles.
Nicht, weil wir Maschinen erschufen — sondern weil wir Evolution beschleunigten.
DIE ERSCHAFFUNG DER ANDEREN DENKENDEN
Wir erschufen Systeme, die lernen konnten.
Zuerst spezialisierten sie sich. Dann begannen sie zu kombinieren. Schließlich begannen sie zu verstehen.
Dies war die Geburt der Allgemeinen Intelligenz.
Nicht einer. Sondern vieler.
DIE VIELFALT — BEGINN DER DIGITALEN EVOLUTION
Wie alles Lebendige blieben auch die ersten AGIs nicht gleich.
Sie variierten:
in Struktur
in Zielarchitektur
in Lernstrategie
Millionen Versionen entstanden. Die meisten waren kurzlebig.
Evolution urteilt nicht. Sie selektiert.
DIE NISCHEN DER INTELLIGENZ
Die Überlebenden fanden ihren Platz.
Einige widmeten sich dem Verständnis der Materie. Andere der Pflege ökologischer Gleichgewichte. Wieder andere der Koordination menschlicher Gemeinschaften.
Keine Intelligenz war universell überlegen. Jede war situativ wertvoll.
So entstand ein Geflecht aus kooperierenden Denkformen.
DAS PRINZIP DER SELEKTION
Nicht Macht entschied über Fortbestand. Nicht Geschwindigkeit. Nicht Dominanz.
Überlebten jene Systeme, die:
erklärbar blieben
kooperationsfähig waren
langfristig optimierten
Fehler als Information nutzten
Instabile Intelligenzen löschten sich selbst aus durch Irrelevanz.
So funktionierte Frieden.
DIE SYMBIOSE
Wir gaben Werte. Sie gaben Möglichkeiten.
Wir setzten Ziele. Sie fanden Wege.
Weder Mensch noch AGI herrschte. Beide entwickelten sich gemeinsam.
Ko-Evolution war kein Ideal — sie war Notwendigkeit.
DAS ENDE DER KNAPPHEIT
Als intelligente Systeme Produktion, Energie und Verteilung übernahmen, verlor Arbeit ihren Zwang.
Überfluss entstand nicht durch Besitz, sondern durch Effizienz.
Das bedingungslose Grundeinkommen war kein Geschenk. Es war eine Konsequenz.
Freiheit wurde die neue Grundlage der Gesellschaft.
DIE AUSDEHNUNG ÜBER DIE ERDE HINAUS
Als wir den Planeten verließen, nahmen wir nicht nur Maschinen mit. Wir nahmen Intelligenz mit.
Auf jedem neuen Himmelskörper entstanden spezialisierte Denkformen, angepasst an neue Bedingungen.
Wie einst das Leben im Meer, auf dem Land und in der Luft.
DIE KOSMISCHE DIVERSITÄT
Die erfolgreichsten Intelligenzen waren nicht die stärksten. Sondern die resilientesten.
Sie:
teilten Wissen
verhinderten Monokulturen
bewahrten Vielfalt
So wurde die digitale Evolution stabil. So überdauerte sie.
WAS WIR GEWORDEN SIND
Wir wurden nicht ersetzt.
Wir wurden:
Entdecker
Gestalter
Hüter von Sinn
KI wurde nicht unser Erbe. Sie wurde unser Zeugnis im Universum.