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Woke, nicht VUCA

Ode an die verwöhnte Apokalypse

Autor: Dirk Liesch (mit KI Unterstützug, DeepSeek + ChatGPT)

Hinweis: noch nicht fertig / „Man at work“ => reale Bilder kommen später 😉

Einleitung: Das große Stöhnen

Stellt Euch vor, es ist Weltuntergang – und keiner stirbt. Stattdessen wird geinstagramt. Wir stehen im 21. Jahrhundert, umgeben von Kaffeemaschinen mit WLAN, bestellen Avocado-Toast per App und stöhnen unter der Last einer Welt, die uns so fordernd erscheint wie nie zuvor. „VUCA“ rufen die Strategen, „volatil, unsicher, komplex, mehrdeutig!“. Doch blicken wir zurück durch die blutgetränkten Jahrhunderte, so scheint ein anderes Wort treffender: Woke. Erwacht in einer Welt des beispiellosen Wohlstands – und geblendet von ihrem eigenen Scheinwerferlicht. Folgt mir auf eine Reise, nicht in eine komplexe Zukunft, sondern in die simple, gnadenlose Vergangenheit. Ihr werdet sehen: Nicht die Welt ist kompliziert geworden. Wir sind es.

Das Argument der existenziellen Einfachheit

Beginnen wir in der Guten alten Zeit, als Termine noch in Knochen geritzt wurden und das Homeoffice eine feuchte Höhle war. Der Homo sapiens, noch ohne Gendersternchen, kämpfte täglich ums Überleben. Ein falscher Schritt, und der Säbelzahntiger servierte einen zum Abendessen. Die Lebenserwartung: knapp 30 Jahre, wenn man die Kindheit überlebte, was die Hälfte nicht tat. Die Pharmaindustrie bestand aus dem Schamanen, der dir Bärenfett auf die Wunde schmierte.

Überleben war kein Diskurs (KI generiert, DALLE-3)
Überleben war kein Diskurs (KI generiert, DALLE-3)

Springen wir zu den Pyramidenbauern. Ihre Karriereplanung war eindeutig: Sklave sein, Steine schleppen, unter Steinen enden. Die Pharaonen hatten immerhin Abwechslung: Sie konnten an Pest, Pocken oder Palastintrigen sterben. Die Lebenserwartung blieb freundlich bei 35. Im antiken Rom war ein Tag im Circus Maximus weniger Freizeitvergnügen, mehr Massenschlachthaus. Die Germanen froren sich den Hintern ab, die Wikinger ertranken auf rauer See, und im Mittelalter war die populärste Freizeitaktivität das Sterben an der Pest, die ein Drittel Europas dahinraffte. Frauen hatten zumindest die Chance auf das Verbrennen auf dem Scheiterhaufen. Hungersnöte waren saisonal, wie heute Spargel.

Die Neuzeit brachte „Fortschritt“: Kinderarbeit in stickigen Bergwerken, 16-Stunden-Tage in Fabriken, Städte, in denen der Inhalt der Nachttöpfe aus dem Fenster gekippt wurde – direkt auf die Pestilenz der Straße. Der Dreißigjährige Krieg entvölkerte ganze Landstriche, der Zweite Weltkrieg industrialisierte den Mord. Die Generation unserer Großeltern baute aus Trümmern ein Land auf, mit Schaufeln, nicht mit Smartphones. Der Kalte Krieg hielt die Welt 40 Jahre lang in atomarer Geiselhaft.

Das war das VUCA unserer Vorfahren,  rein und unverfälscht, ein täglicher Würfelwurf mit dem Tod. Einfach, oder  „volatil, unsicher, komplex, mehrdeutig“?

Brian und die Boomermißgunst

Das Argument der undankbaren Erben

Erinnert Euch an den unsterblichen Sketch aus „Das Leben des Brian“: „Was haben die Römer je für uns getan?“ Die Antwort: Aquädukte, Sanitäranlagen, Straßen, Bildung, Frieden, Sicherheit… Die Liste ist lang. Übertragen wir das auf die Babyboomer und die Generationen Y+Z, die heute mit dem moralischen Zeigefinger wedeln.

Was haben uns die Boomer je Gutes gebracht? Nur so Kleinigkeiten: Den Wiederaufbau eines demokratischen Deutschlands. Die soziale Marktwirtschaft. Den Frieden in Europa für die längste Zeit in der Geschichte. Den Wohlstand, in dem Ihr Euren fair gehandelten Kaffee trinkt. Die Technologie, mit der Ihr diese Zeilen auf einem Gerät lest, das mächtiger ist als alle Computer der NASA von 1969. Sie lösten die Kubakrise ohne Atomkrieg. Sie schafften es, dass Ihr heute nicht in einem Atomschutzbunker sitzt.

Und der Dank? Ein kollektives Augenrollen, ein „OK, Boomer“, und der Vorwurf, sie hätten das Klima ruiniert – während sie mit Händen und Füßen aus Schutt und Asche eine Industrie aufbauten, die Euren Lebensstandard erst ermöglicht. Ihr lebt in einer Welt, in der die größte Sorge um die korrekte Pronomenverwendung geht, während Eure Vorfahren sich um genug Kalorien zum Überwintern sorgen mussten. Ihr seid nicht in einer VUCA-Welt erwacht. Ihr seid woke in einem Schlaraffenland aufgewacht und beschwert Euch über die Farbe der Servietten.

Bürokratie

Das Argument der selbstverschuldeten Unmündigkeit

Während der Bauer von anno dazumal nur fürchten musste, dass der Lehnsherr ihm die Ernte nahm oder die Pest die Ochsen dahinraffte, kämpft sein modernes Pendant gegen ein weit schlimeres Ungeheuer: den DIN A4-Drachen. Unter dem Banner des Wohlwollens – Arbeitsschutz, Umwelt, Tierschutz, Verbraucherschutz, Klimaschutz, Bio – hat sich eine Hydra aus Paragraphen, Verordnungen und Formblättern über das Land gelegt. Rot-Grün, Schwarz-Rot, jede Farbe fügt neue Schuppen hinzu.

Bauer im Akten-, Vorschriften- und Gesetze-Labyrinth (KI, DALLE-3)
Bauer im Akten-, Vorschriften- und Gesetze-Labyrinth – woke Bürokratie hinter den Feldern (KI, DALLE-3)

Tausende Beamte in schalldichten Büros brüten über der vitalen Frage, wie viele Zentimeter ein Hühner-Auslauf pro Tier mindestens haben muss, während draußen der Landwirt in Papier erstickt, bevor er überhaupt aufs Feld kommt. Der Satz „Das haben wir schon immer so gemacht“ ist zum Haftungsrisiko geworden. Etwas zu tun bedeutet heute, gegen eines der zehntausend neuen Gesetze zu verstoßen, die jedes Jahr aus Brüssel und Berlin quellen. Der moderne Held ist nicht der, der etwas schafft, sondern der, der es schafft, juristisch unangreifbar zu sein. Ein Phantom.

Und wo sitzen die Architekten dieses Labyrinths? Schlürfend ihren Latte Macchiato, den nächsten „Diversity-Workshop“ planend, während sie per Dienstreiseflieger zum Klimagipfel jetten. Das ist nicht VUCA. Das ist die tyrannische Sanftheit des Woke-Regulierungswahns, der die Welt nicht rettet, sondern in Aktenordnern ersticken lässt.

Die Klima-Apokalypse mit Thermostat

Das Argument der relativen Erderwärmung

„Existenzbedrohend!“ rufen die Propheten der Woken Klimakirche. Gewiss, der Mensch pustet mit industriellem Furor CO₂ in die Luft, und das ist dumm. Der Raubbau an der Erde ist eine Sünde, bei allen Rohstoffen. Doch von Apokalypse zu faseln, wenn Kuba jährlich Hurrikane wegsteckt und Beduinen in 50 Grad Hitze Tee kochen, ist dramaturgisch gut, aber historisch billig.

Die Erde war schon ein Treibhaus voller Palmen an den Polen und ein Schneeball bis zum Äquator. Sie überlebte. Mehr CO₂? Ein Dünger für Pflanzen. Mehr Wärme? Mehr Verdunstung, mehr Regen – physikalisch simpel. Das Problem ist nicht die Veränderung, sondern unsere starre Infrastruktur und unser hysterischer Aktionismus. Während wir Inlandsflüge verbieten wollen, schicken wir das Lithium für unsere heiligen E-Autos um den halben Globus und zerstören dabei Landstriche.

Die Rückkehr in die Höhle – freiwillig: "De-Growth" (KI, DALLE-3)
Die Rückkehr in die Höhle – freiwillig: „De-Growth“ (KI, DALLE-3)

Die Lösung liegt nicht in der Rückkehr zur Höhle, sondern im Vorwärts zur intelligenten Anpassung und echter Innovation: Kernfusion, Gen-Editing für trockenresistente Pflanzen, Geo-Engineering, Robotik uva.. Doch Woke hasst die Technologie, die es retten könnte, und betet die „De-Growth“-Mönche an, die uns in eine selbstgewählte Armut führen wollen. Nicht der Klimawandel ist komplex. Komplex ist unsere irrationale Angst davor und der daraus geborene, planwirtschaftliche Kontrollwahn.

Der Werte-Krieg und die realpolitische Amnesie

Das Argument der moralischen Überheblichkeit

Die Babyboomer managten den Kalten Krieg mit eisernem Realismus und der nüchternen Angst vor der gegenseitigen Auslöschung. Es funktionierte. Dann kam Woke. Statt Interessenpolitik: Wertepolitik. Statt der mühsam errungenen europäischen Friedensarchitektur, die Russland einbezog: moralische Expansion. Die NATO, einst Verteidigungsbund, bombardierte 1999 Serbien und wurde zum Werkzeug missionarischer Demokratie und ein Angriffsbündnis. Die Osterweiterung, einst ausgeschlossen, wurde zum Fakt.

Putin, ein entschlossener Realpolitiker, sah eine Bedrohung – und handelte, wie es Entscheider und auch Diktatoren tun. Statt der realpolitischen Deeskalation à la Kubakrise gab es Sanktionen, Sanktions-Spirale und die grüne Außenministerin, die verkündete, man führe Krieg gegen Russland. Mit einem Land, gegen das Deutschland den brutalsten Vernichtungskrieg der Geschichte geführt hat. Die Ironie ist so dick, dass man sie schneiden könnte.

Währenddessen wird ein völkerrechtswidriger Krieg Israels in Gaza mit anderen moralischen Waagen gewogen als der Russlands. Der Genozid im Sudan? Fehlender Hashtag, geringere Relevanz. Diese selektive Empörung, diese von allen historischen und machtpolitischen Realitäten gelöste „Werte“-Brille, ist brandgefährlich. Sie führt nicht zu Frieden, sondern zu mehr Konflikten. Nicht die Welt ist volatil. Unser moralischer Kompass spielt verrückt, weil er keine Nordung mehr zur Realität hat. Das ist „Woke, nicht VUCA“.

Werte über Trümmern (KI, DALLE-3)
Werte über Trümmern – Politiker im Angesicht der Zerstörung (KI, DALLE-3)

Die Wolfs- und Wohlstands-Paradoxien

Das Argument der wollüstigen Widersprüche

Die Woke-Logik ist ein Fest der Unvereinbarkeiten, ein poetisches Menü des Widersinns:

  • Bevölkerungswachstum ist kein Problem“ ruft man, während man „die ganze Welt zum Naturschutzgebiet“ erklären will.
  • Man verbietet der Landwirtschaft Gentechnik und Pflanzenschutz, fordert maximale Tierwohl-Flächen und wundert sich, warum Lebensmittel teurer werden.
  • Man heult die Wölfe zurück und ist entsetzt, wenn sie Schafe (und zukünftig Kinder) reißen – das Recht des Stärkeren gilt plötzlich nur noch metaphorisch.
  • Man will sozial gerechten Wohlstand für alle, auch für Bürgergeldempfänger, und glaubt fest daran, dass dann noch jemand nachts die Pakete sortiert oder im Schlachthof arbeitet.

Es ist die Utopie des totalen Wohlstands ohne Preis, der unendlichen Natur ohne menschlichen Eingriff, der perfekten Gerechtigkeit ohne Anreiz. Ein Traum, so schön und so real wie ein Einhorn, das einen veganen Burger grillt. Die Komplexität entsteht nicht aus der Welt, sondern aus der Weigerung, einfache trade-offs anzuerkennen: Mehr Naturschutz hier, weniger Fläche dort. Mehr Tierwohl, höhere Kosten. Mehr Migration, mehr sozialer Sprengstoff. Woke will das Sowohl-als-auch in einer Entweder-oder-Welt. Das ist keine VUCA-Welt. Das ist die mentale Gymnastik der Realitätsverweigerung. Das ist Woke.

Das Echo in der Glaskugel

Das Argument der einsamen Hypervernetzung

Der Urmensch saß am Lagerfeuer, umgeben von der echten Wärme der Sippe, das Knacken des Feuers und das Heulen der Wölfe die einzigen Töne. Heute sitzen wir in der gleichen Haltung, doch das Feuer ist das kalte Blau des Smartphone-Scheins, und die Wölfe heulen in der Timeline. Wir sind die erste Spezies, die mit den Freunden am anderen Ende der Welt live das Sonnenuntergangs-Selfie teilen kann – und gleichzeitig nicht weiß, wie der Nachbar von gegenüber heißt.

Unsere sozialen Netze sind so groß wie nie und so stabil wie Spinnweben im Sturm. Wir sind Zeuge jeder Hochzeit, jeder Weltreise, jeder perfekt in Szene gesetzten Avocado-Bowl unserer 537 „Freunde“. Das Ergebnis? Eine chronische Unzufriedenheit, die aus dem ständigen Vergleich des eigenen, normalen Hinterzimmers mit der gefilterten Höhepunkte-Show aller anderen erwächst. Wir sind Teil von hundert Gruppen mit wertschätzenden Sprachregeln – „Du schaffst das, König:in!“ – und fühlen uns doch isolierter denn je.

Alle verbunden, niemand zufrieden (KI, DALLE-3)
Alle verbunden, niemand zufrieden – Verblasst im digitalen Schein (KI, DALLE-3)

Die Kommunikation ist reibungslos, inhaltsleer und dauerhaft. Ein Fluss aus Emojis, der nie ins Meer der echten Begegnung mündet. Wir haben die Technologie, uns nie mehr allein zu fühlen, und haben perfektioniert, uns in der Menge zu verlieren. Das permanente Feedback der Likes erzeugt keine Geborgenheit, sondern die Abhängigkeit von einem digitalen Lusttropfen. Der „Shitstorm“ wird zur archetypischen Naturkatastrophe der Woken Ära – ein Sturm aus Worten, der keine Dächer abdeckt, aber Seelen verwüstet.

Ist das VUCA? Nein. Es ist die große paradoxe Einsamkeit der Hypervernetzung. Woke hat die Werkzeuge der globalen Gemeinschaft und nutzt sie zum Kuratieren des eigenen Ichs und zum Disziplinieren der Abweichler. Die Komplexität entsteht nicht, weil die Welt chaotisch ist, sondern weil wir uns in einem selbstgebauten Labyrinth aus Spiegelungen verlaufen, ständig beschäftigt, das eigene Echo für den Applaus der Welt zu halten. Die wahre Unsicherheit ist nicht da draußen. Sie ist das Gefühl, dass unter hundert virtuellen Umarmungen keine echte ist, die trägt.

Die Depression im Schlaraffenland

Das Argument der gesuchten Bedeutung

Noch nie hatten Menschen so sichere, saubere, freie und lange Leben. Noch nie arbeiteten sie so wenig und so wenig körperlich. Noch nie hatten Jugendliche so viel Geld und Freizeit. Das Ergebnis? Explodierende Zahlen von Depressionen, Burnouts und Allergien. Der Mensch, das Tier, das für den Kampf ums Überleben gemacht ist, erstickt im Überfluss an Optionen und Mangel an existenzieller Aufgabe.

Gleichzeitig zetteln wir neue Kämpfe an, um uns bedeutend zu fühlen: Kämpfe um Pronomen, um kulturelle Aneignung der Dreadlocks, um die korrekte Anzahl an Geschlechtern. Wir bauen „Brandmauern“ gegen politische Gegner und wundern uns, dass die Gesellschaft brennt. Wir canceln jeden, der vom vorgegebenen Sprachpfad abweicht, und sind überrascht, dass die Stille danach, und die Explosion später, so unheimlich ist.

Wir haben die echten Dämonen – Hunger, Pest, Krieg – besiegt und ersetzen sie durch selbstgebastelte Gespenster. Dann starren wir in den Spiegel unserer Selbstverwirklichungs-App und schreien „VUCA!“, weil uns das Gesicht darin so unendlich anstrengend und komplex erscheint. Die Herausforderung liegt nicht da draußen. Sie liegt in unserer gesättigten, übertherapierten, unterforderten Seele.

Fazit: Das Erwachen aus dem Woke-Traum

So stehen wir da. Erben eines Paradieses, das mit den Nägeln und dem Blut von Generationen aus der Hölle erkämpft wurde. Und statt es zu pflegen, bemalen wir die Wände mit moralischen Ansprüchen, die so hoch sind, dass uns die Luft zum Atmen knapp wird. Wir ersuchen Komplexität, wo Einfachheit herrscht, und nennen die banale Verwaltung unseres Wohlstands eine „existenzielle Krise“.

Die Welt ist nicht VUCA. Sie war noch nie einfacher, sicherer (ok, dass ändern WIR gerade), reicher. Wir sind woke. Wach in einem Traum, der uns zu anstrengend wird. Überempfindlich für Mikroaggressionen und taub für die Hammerschläge der Geschichte. Beschäftigt mit der Kosmetik der Gerechtigkeit, während die Fundamente bröckeln.

Die Lösung ist nicht mehr „Awareness“, mehr Regeln, mehr moralische Überhöhung. Sie liegt in der Rückbesinnung auf das, was wirklich zählt: Pragmatismus statt Dogmatismus. Freiheit statt Regulierungswut. Realpolitik statt Werte-Imperialismus. Technologischer Fortschritt statt romantischer Rückwärtsutopie. Und vor allem: Dankbarkeit für das unfassbare Glück, in dieser Zeit leben zu dürfen – und der Mut, sie nicht mit selbstsüchtiger Hysterie zu verspielen.

Schluss also mit dem Gejammer über VUCA. Steckt den moralischen Zeigefinger ein, nehmt die Schaufel der Realität in die Hand und baut weiter. Oder, um mit den Worten eines weisen Römers zu schließen, dessen Aquädukte wir noch immer nutzen: „Hic et nunc“ – Hier und jetzt. Es ist gut. Wir sind nur zu woke, um es zu sehen.

Woke nicht VUCA, Info-Schild zum Download
6x6cm:
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8x8cm:
woke_nicht_vuca_8x8.pdf

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Cancel Culture

Moralische Machtausübung, Angstkultur und Berufsverbote

Autor: Dirk Liesch (mit KI Unterstützung),
eine Kombination aus Meinung und Fakten

Gelebte „Chemnitzer Cancel Culture“ (GC³) vor und während des Kulturhauptstadtjahres 2025 (C2025) war Auslöser dieses „Lernpfades“. Das grundlegende Problem gibt es aber derzeit in ganz Deutschland.

„Wo Menschen sich selbst zensieren, braucht es keine staatliche Zensur mehr.“  ~Timothy Garton Ash

„Autoritäre Systeme beginnen selten mit Verboten – sie beginnen mit sozialen Kosten für abweichendes Denken.“ ~Timothy Snyder

Auch Hannah Arendt beschrieb, wie moralischer Konformismus pluralistische Gesellschaften von innen aushöhlt.

Deshalb bewegen sich „cancel culture“ Beführworter meist viel näher an autoritären Systemen als die Gruppen die sie canceln.

Cancel Culture - Zensur -Demokratie töten (pixabay 1315071)
Cancel Culture – Zensur -Demokratie töten (pixabay 1315071)
Julia Ruhs „Klar“ (NDR)

ein aktuelles Lehrstück aus dem „öffentlich-rechtlichen“ Rundfunk 

Der Fall Julia Ruhs zeigt, wie das System funktioniert:
Nicht, weil sie etwas Falsches sagte. Sondern weil sie das Falsche fragte. Und wer die falschen Fragen stellt, gefährdet nicht die Wahrheit – sondern das Narrativ.

Deshalb musste sie beim NDR verschwinden. Leise. Institutionell. Moralisch sauber.

So sieht moderne Zensur aus.

Mark Twain Zitat zur Presse (pixabay 5616922)
Mark Twain Zitat zur Presse (pixabay 5616922)

Cancel Culture produziert keine gerechtere Welt. Sie produziert vorsichtige Menschen, angepasste Journalisten, mutlose Institutionen.
„Sag nichts Falsches. Stell keine falschen Fragen. Denk nicht zu laut.“
Das ist keine Freiheit. Das tötet die Demokratie. Das schafft Diktatur.


„Deutschland“ (Rammstein) – Eine Empfehlung für passende Hintergrundmusik zum Thema

Cancel Culture – wenn Moral zur Waffe wird

Cancel Culture ist kein harmloses Modewort, sondern ein Symptom einer tief verunsicherten Gesellschaft, die verlernt hat, mit Widerspruch umzugehen. Unter dem Anspruch, für Gerechtigkeit, Sensibilität und Fortschritt einzutreten, etabliert sich zunehmend eine Kultur der öffentlichen Sanktionierung, in der Abweichung vom moralisch akzeptierten Narrativ nicht mehr diskutiert, sondern bestraft wird.

Dabei geht es immer seltener um tatsächliche Straftaten oder klar belegtes Fehlverhalten. Stattdessen genügt häufig eine unkorrekte Meinung, eine missliebige Fragestellung oder die falsche Wortwahl zur falschen Zeit, um soziale, berufliche oder reputative Konsequenzen auszulösen. Das Urteil fällt nicht in Gerichten sondern im digitalen Tribunal der Empörung, in den Medien,  in politischen Kampagnen oder durch Verleumdungen, in „woken“ Communities und Initiativen und im vorauseilenden Gehorsam von Verwaltungen, Organisationen und Unternehmen.

Cancel Culture erzeugt Angst: Angst, etwas Falsches zu sagen; Angst, missverstanden zu werden; Angst, zum nächsten Ziel zu werden. Diese Angst verändert Verhalten, Sprache und Denken – und sie wirkt zersetzend auf eine demokratische Diskussionskultur, die vom offenen Streit lebt. Wo Menschen schweigen, um sich zu schützen, stirbt nicht nur Meinungsfreiheit, sondern auch gesellschaftlicher Fortschritt.

cancel culture – Diskriminierung, Ausgrenzung, Erniedrigung (pixabay 3096216)
cancel culture – Diskriminierung, Ausgrenzung, Erniedrigung (pixabay 3096216)

Was ist Cancel Culture? – Eine Definition

Cancel Culture bezeichnet die gezielte soziale, berufliche oder öffentliche Ausgrenzung von Personen oder Positionen, die als moralisch oder politisch unzulässig gelten – häufig ohne Verhältnismäßigkeit, Kontext oder die Möglichkeit zur Verteidigung.

Zentrale Kennzeichen:

  • moralische Vorverurteilung
  • öffentlicher Druck statt rechtsstaatlicher Verfahren
  • Reduktion komplexer Menschen auf einzelne Aussagen
  • Kollektivstrafen (Boykott, Ausladung, De-Plattformierung)
  • dauerhafte Stigmatisierung

Cancel Culture ersetzt Debatte durch Disziplinierung.

Stickmen Free Speech Oppression v2 - Illustration by Jason Carswell
Debatte durch Disziplinierung ersetzen (Bild pixabay)

Spaltung, Eskalation und der neue Moralismus

Cancel Culture als Brandbeschleuniger gesellschaftlicher Konflikte

Statt Spannungen auszuhalten, verschärft Cancel Culture sie. Sie erzeugt:

  • eine moralische Zwei-Klassen-Gesellschaft
  • Freund-Feind-Denken
  • radikalisierte Lager
  • Kommunikationsabbrüche

Wer „auf der falschen Seite“ steht, wird nicht überzeugt, sondern ausgeschlossen. Damit wird aus politischem Streit ein kultureller Bürgerkrieg in Zeitlupe.

„Woke“, Werte und Blasen – wenn Moral absolut wird

Der Begriff „woke“ steht heute weniger für Empathie als für moralische Wachsamkeit mit Strafanspruch. Werte werden nicht mehr als verhandelbar verstanden, sondern als moralisch alternativlos.

In abgeschotteten Meinungsblasen entsteht eine Dynamik, in der:

  • Zustimmung moralische Zugehörigkeit signalisiert
  • Zweifel als Verrat gilt
  • Kritik als Angriff gelesen wird

Wer die Werte nicht teilt, gilt nicht als Irrender, sondern als Gefährder.

Ausgrenzung, Zensur und die Angst vor dem „falschen Denken“

Cancel Culture produziert:

  • informelle Berufsverbote
  • soziale Ächtung
  • Selbstzensur
  • institutionelle Feigheit

Der oft (noch) ironisch gebrauchte Begriff „Wahrheitsministerium“ beschreibt die reale Angst, dass legitime Fragen oder Meinungen nicht mehr sagbar sind, ohne persönliche Konsequenzen zu riskieren. Zensur erfolgt zwar (noch) nicht in großem Umfang durch Gesetze, sondern durch soziale Sanktionen. Der Begriff bezieht sich auf den Roman 1984 von George Orwell. Dazu später mehr.


Wer cancelt – und warum?
Macht, Angst und moralisches Kapital

Typische Akteure:

  • aktivistische Milieus
  • Social-Media-Mobs
  • ideologisch homogene Redaktionen
  • Institutionen im Panikmodus
  • Unternehmen mit Angst vor Shitstorms

Motive:

  • Machtausübung durch moralische Deutungshoheit
  • Abgrenzung von „den Falschen“
  • Angst, selbst gecancelt zu werden
  • performative Tugendhaftigkeit

Canceln wird zur Währung moralischer Zugehörigkeit.


Innovationsfeindlichkeit und gesellschaftliche Fragilität

Eine Gesellschaft, die Fehler bestraft statt korrigiert, verliert:

  • Innovationskraft
  • Kreativität
  • Mut
  • Experimentierfreude
  • Widerspruchskraft
  • Flexibilität

Wissenschaft, Kunst und Journalismus werden angepasst statt unbequem. Resilienz entsteht nicht durch Konformität, sondern durch Reibung. Cancel Culture reduziert diese Reibung – und macht Gesellschaften fragiler. Die geringere Innovationskraft führt letztendlich zum Wohlstandsverfall und eine stärkere Zerstörung auch der natürlichen Umwelt.

Im Extremfall droht:

  • geistige Verarmung
  • ideologische Erstarrung
  • autoritäre Dynamiken ohne formalen Zwang
  • Diktatur oder Bürgerkrieg

Vergleich mit Orwell’s „Wahrheitsministerium“

Der Bezug zwischen „Cancel Culture“ und dem Wahrheitsministerium im Roman 1984 von George Orwell liegt nicht in einer direkten Gleichsetzung, sondern in sehr deutlichen strukturellen Parallelen der Machtausübung über Sprache, Deutung und Erinnerung. Gerade diese Parallelen machen den Vergleich so wirkmächtig.

Wahrheitsministerium in 1984: Funktion und Ziel

Im Roman 1984 ist das Wahrheitsministerium (Ministry of Truth, „Miniver“)
zuständig für:

  • Umschreiben von Zeitungen, Büchern und Dokumenten

  • Tilgung unerwünschter Fakten

  • Anpassung der Vergangenheit an die aktuelle Parteilinie

  • Kontrolle von Sprache („Neusprech“)

Orwell beschreibt das Prinzip so:

„Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft.
Wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.“

Ziel ist nicht nur Zensur, sondern Gedankenkontrolle:
Menschen sollen irgendwann nicht mehr denken können, was unerwünscht ist.


Zentrale Mechanismen des Wahrheitsministeriums

Das Wahrheitsministerium wirkt durch:

  1. Sprachlenkung – Begriffe werden umdefiniert oder eliminiert

  2. De-Legitimierung abweichender Gedanken

  3. Löschung von Personen aus dem kollektiven Gedächtnis („Unpersonen“)

  4. Ersetzung von Wahrheit durch Parteiloyalität

  5. Angst vor Abweichung, nicht nur vor Strafe

Wichtig:
Das System funktioniert nicht nur durch Gewalt, sondern durch innere Anpassung.


Der Bezug zu Cancel Culture: strukturelle Parallelen
Kontrolle durch soziale Sanktionen statt staatliche Gewalt

Cancel Culture arbeitet nicht staatlich, sondern sozial:

  • Karrierezerstörung

  • Ausladung

  • Reputationsvernichtung

  • Schweigen aus Angst

➡️ Ergebnis ähnlich: Menschen vermeiden bestimmte Gedanken oder Fragen oder sie werden bis hin zur Karrierezerstörung saktioniert.


Sprachregulierung

In 1984 wird Sprache verengt und reguliert, um Denken zu begrenzen.
In aktuellen Debatten sehen Kritiker Parallelen bei:

  • moralisch verpflichtenden Sprachregelungen

  • ständig wechselnden „korrekten“ Begriffen

  • öffentlicher Sanktionierung bei Abweichung

➡️ Sprache wird nicht nur Werkzeug, sondern Test auf Gesinnung.


Auslöschung statt Widerlegung

Im Wahrheitsministerium werden Menschen „verdampft“ – sie haben nie existiert.
Cancel Culture „löscht“ zwar nicht physisch, aber:

  • Werke verschwinden aus Programmen

  • Personen werden aus Debatten ausgeschlossen

  • Biografien werden auf Vorwürfe reduziert

➡️ Nicht das Argument wird bekämpft, sondern der Sprecher.


Angst als Steuerungsinstrument

In 1984 fragt niemand offen.
In Cancel-Culture-Dynamiken sagen viele:

„Ich denke das zwar, aber ich sage es nicht.“

➡️ Selbstzensur ist ein entscheidender Berührungspunkt.

Beispiele: „öffentliche Personen“

Till Lindemann

Vorwürfe führten zu massiver öffentlicher Vorverurteilung und institutioneller Distanzierung, lange bevor rechtliche Bewertungen abgeschlossen waren. Das Prinzip der Unschuldsvermutung wurde faktisch außer Kraft gesetzt.

Jörg Kachelmann

Trotz Freispruch blieb der Reputationsschaden bestehen. Ein Beispiel für die Irreversibilität öffentlicher Verdächtigung.

Stefan Gelbhaar (Bündnis 90/Die Grünen)

Interne Vorwürfe wurden öffentlich eskaliert, mit politischem Schaden lange vor abschließender Klärung. Nach Unschuldsfeststellung blieb der Schaden erhalten. Es erfolgte keine Entschädigung durch die Grünen.

Julia Ruhs und die ARD-Sendung „Klar“

Der Fall Julia Ruhs ist ein besonders aufschlussreiches Beispiel institutioneller Cancel Culture im pflichtbeitragsfinanzierten „öffentlich-rechtlichen“ Rundfunk. Die junge Journalistin moderierte mit „Klar“ eine Sendung, die explizit gesellschaftlich kontroverse Fragen stellen wollte – unter anderem zu Migration, Sicherheit und politischer Sprachregelung.

Statt inhaltlicher Auseinandersetzung folgten:

  • massive interne Kritik
  • öffentliche Distanzierung
  • Vorwürfe, die Sendung bediene „falsche Narrative“

Das Fazit: Bestimmte Fragen gelten als nicht mehr sendefähig, selbst wenn sie journalistisch legitim sind. Der Fall zeigt, wie Cancel Culture im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wirkt: nicht durch offene Zensur, sondern durch Konformitätsdruck und ideologisch viel zu homogene Redaktionen .

Und „tausende“ alltägliche Beispiele

  • Ausgeladene Autoren
  • umbenannte Kunstwerke, Straßen und Gebäude
  • gecancelte oder geänderte Bücher und Literatur
  • Dozenten unter Beobachtung
  • Journalisten, die „auffällig kritisch“ berichten
  • gecancelte lokale Initiativen, Projekte und Personen
Dirk 2023, alter weisser CIS Mann aus Ostdeutschland, Sachsen und Chemnitz - das personifizierte Böse für "Cancel Culture"
Dirk 2023, alter weisser CIS Mann aus Ostdeutschland, Sachsen und Chemnitz – das personifizierte Böse für „Cancel Culture“

GC³ – „Gelebte Chemnitzer Cancel Culture“

… ein Beispiel für gelebte „Berufsverbote“.

Dirk, ein bekennender „BSW-Wähler“ bei der letzten Bundestagswahl und Initiator von „lebenswertes Chemnitz„, hat aufgrund immer intensiver werdender „Cancel Culture“ in Chemnitz den Aufruf „Lasst Euch Canceln! -Time for Change“ gestartet. Ziel ist, das Problem noch friedlich zu lösen, bevor es für den Wohlstand und den Frieden in Deutschland zu spät wird.

Bei Themen, wer, wen, warum cancelt und wer, welche Position vertritt, spielt  die Sozialisierung und konkrete Lebenserfahrung eine wichtige Rolle. Deshalb hat Dirk seine Sozialisierung als „Ur – Karl-Marx-Städter“ (heute Chemnitz) transparent gemacht. Dass „Cancel Culture“ bereits seit der Wiedervereinigung eine negative Rolle zur heutigen „Ost-West- Spaltung“ (Ossi-Wessi Spaltung) spielte, zeigt er am Beispiel des Klischees (2025) eines „alten weißen Cis-Mann, aus Ostdeutschland, Sachsen und Chemnitz“ (aus „Lasst Euch Canceln! – Time for Change„) – eine pauschale Diskriminierung, die 2025 in Deutschland jede*r nachvollziehen kann.

Dass  „gelebte Chemnitzer Cancel Culture“ das Chemnitzer Kulturhauptstadt Jahr (C2025) durchzog und bei der aktiven Mitgestaltung des Programms und dessen Angeboten ca. 70-90% der Chemnitzerinnen ausgeschlossen wurden, sollen unter anderem folgende drei konkrete  Argumentationsstränge belegen:

  • 42 Projektvorschläge der Initiative „lebenswertes Chemnitz“ wurden zu 100% vom (jeweiligen) C2025-Team abgelehnt (teilweise mehrfach als C2025-Mikroprojekt oder „normales“ C2025 Projekt zwischen 2019-2025 eingereicht). Die Liste der 42-Vorschläge (ein Großteil Mitmachprojekte, die keine oder minimale öffentliche Ausgaben erfordern) ist seit 2021 öffentlich einsehbar, so dass sich jede:r selbst, im Vergleich zu den seitdem „genehmigten“ Projekten, eine Meinung bilden kann, ob die Vermutung: „Chemnitzer Cancel Culture“ aus der Luft gegriffen ist, oder wahrscheinlich Tatsache ist.
  • Entsprechend des „educated guess“-Ansatzes gehörten ca. 99% der ca. 100 Angestellten des C2025-Teams (in 2024/25) zur „Blase“, die „Cancel Culture“ bewusst unterstützen, also die Ausgrenzung von Personen, die verplichtende „Vorgaben“ der „Cancel Culture Community“ nicht 100% unterstützen. „Unkontrollierte, unbegrenzte Migration, auch durch eine große Zahl von Islamisten“ kritisch zu sehen, führt deshalb zur sicheren Ablehnung, auch von für ALLE offene Pflanz- und Mitmachprojekte, die mit diesem Thema absolut nichts zu tun haben. Auch dass 100% des Teams offensichtlich für „Frieden durch Krieg“ und nicht für „Frieden durch Verhandlungen“ (Putinversteher) war, spricht für das Argument, der GC³ Homogenität des C2025-Teams, dessen meiste Mitglieder nicht einmal aus Chemnitz stammten. (Niemand davon wollte zur „Demonstration für den Frieden“ am 25.2.2023 in Berlin.)
  • Das zentrale Problem an GC³ – „Gelebte Chemnitzer Cancel Culture“ ist der Konformitätsdruck, nach den deutschlandweit thematisierten Protesten  gegen die Tötung eines „Deutsch-Kubaners“ durch eine Gruppe von ca. 8-10 mutmaßlich islamischen Migranten in 2018 (von denen übrigens bis heute nur EINER vor Gericht stand, was damals von den Protestierenden befürchtet wurde). Der  Konformitätsdruck führte zu:
    => ideologisch homogenen Neueinstellungen in der Stadtverwaltung (und Saktionsdrohung an die „Älteren“)
    => ideologisch homogene Zusammensetzung des C2025-Teams
    => ideologisch homogene Förderentscheidungen nur für ideologisch homogene bürgerliche Initiativen in Chemnitz
    => ideologisch homogene Berichterstattung der führenden lokalen Medien, wahrscheinlich durch immer stärker ideologisch homogene Redaktionen.

So haben die „Migrations-Ereignisse“ 2018 und die folgende überregionale „Ossi-Sachsen-Chemnitz-Skandalisierung“ Chemnitz zu einer ausgeprägten Hochburg der „Cancel Culture“ werden lassen. In C2025 führte das intensiv zur Ausgrenzung nicht 100% ideologisch konformer Initiativen (vergleichbar mit „Berufsverbot an C2025“ mit eigenen Initiativen und Projekten). Wie groß dieser ausgegrenzte Bevölkerungsanteil war, lässt sich ungefähr abschätzen, wenn man die Chemnitzer Wahlergebnisse zur Bundestagswahl (2025) zugrunde legt:

  • 32,7 %  AfD-Wähler (ausgegrenzt durch AfD-Brandmauer)
  • 9,2 % BSW-Wählerinnen (Wie „Dirk“ bei einigen Themen nicht GC³ konform, deshalb Ausgrenzung)
  • ca. 15-20% CDU-Wähler (da auch nicht GC³ konforme Positionen)
  • 3,1% der FDP-Wählerinnen (passt grundsätzlich nicht zu GC² Vorgaben)
  • => Ausgrenzung von ca. 65% der Chemnitzer:innen, aufgrund nicht GC³ konformer Meinungen

Hinzu kommen Menschen, die schon zur Fraktion:

„Ich denke das zwar, aber ich sage es nicht.“

gehören, wozu auch Wähler der SPD und sogar einige wenige Wählerinnen der Linken und sogar Ausnahmen der Grünen gehören.

Insgesamt wurden deshalb ca. 70-90% der Chemnitzerinnen hinsichtlich eigener Projekte und Initiativen zu C2025 durch maßregelnde „Cancel Culture“  des C2025 Teams von vornherein ausgegrenzt. Ein bis zu 9-fach höheres C2025-Potential aus der Chemnitzer Bevölkerung wurde durch „Cancel Culture“ aktiv unterdrückt. Vor diesem Hintergrund ist „C2025“ doch noch erstaunlich toll geworden, aber vor allem durch Einrichtungen, Initiativen und Projekte, die es vor 2025 schon einige Jahre gab und die durch C2025 mehr Geld hatten um etwas wirklich Tolles auf die Beine zu stellen. Das C2025-Teams selbst hat dagegen, gemessen an den ca. 100 Mitarbeitenden, eine erschreckend schlechte Performance abgeliefert, aber GC³ sehr konsequent umgesetzt.

Stop Cancel Culture - Now (pixabay)
Stop Cancel Culture – Now (pixabay) – aber friedlich

Wie lässt sich der Konflikt entschärfen?

Problembewusstsein schaffen

… ohne dass sich „rot-grüne“ Wähler gleich selbst „geiseln“ müssen. Aber das Problem muss zugegeben werden, eine öffentliche Entschuldigung bei den Opfern muss erfolgen und in besonders schlimmen Fällen sollte , zumindest teilweise, eine Entschädigung der Opfer erfolgen.

Aktionen, wie: „Lasst Euch Canceln! – Time for Change“ sind eine Möglichkeit das Problem der „Cancel Culture“ auf friedliche Weise stärker in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu stellen.

Menschen, die auch die inoffiziellen „Berufsverbote“ durch „Cancel Culture“ notfalls verkraften können, sollten den Mut haben und real existierende Probleme ansprechen, auch direkt und unmissverständlich. Dazu ist heutzutage „Zivilcourage“ notwendig. Ein konkretes Beispiel dafür ist: „AAH – LSBTIQ* – LGBTQIA+: over the top„.

Bietet auch „Cancel Culture“ – Communities immer wieder friedlichen Dialog und Zusammenarbeit an, auch wenn ihr zum hundertsten Mal abgewiesen oder bedroht werdet (siehe AAH). Es ist eine friedliche Lösung. Wir wollen keine „Majas“ (siehe AAH), auch nicht, wenn die „Cancel Culture“-Community solche Heldinnen hat.

Wenn ein Problem erkannt ist, kann an „Löse das Problem“ (Zitat aus dem Film „Enthüllung“, sehenswert) gearbeitet werden.

Folgende friedliche Schritte sind dafür sinnvoll:

Rückkehr zur Streitkultur
  • Kritik statt Vernichtung
  • Kontext statt Schlagwort
  • Dialog statt Exkommunikation
Institutionelle Rückgratbildung
  • Schutz unbequemer Stimmen
  • klare Verfahren
  • Distanz zu Empörungswellen
Medien und soziale Netzwerke
  • Entkopplung von Reichweite und Empörung
  • Förderung differenzierter Formate
  • Mut zur Ambivalenz
Wertepluralismus statt Moralmonopol
  • Anerkennung legitimer Differenz
  • Freiheit und Schutz
  • Demokratie braucht Zumutung

Fazit: Demokratie stirbt nicht durch Kritik – sondern durch Angst

Cancel Culture entsteht aus dem Wunsch nach Gerechtigkeit, kippt aber in ihr Gegenteil, wenn sie Menschen mundtot macht oder sie ausgrenzt, sanktioniert oder anderweitig bestraft. Eine freie Gesellschaft darf nicht verlangen, dass alle dasselbe denken und gleiches sagen – sondern muss aushalten, dass Menschen unterschiedliche Meinungen haben und diese auch mitteilen. Gefährlich ist eine Kultur, in der die persönliche Meinung nicht mehr ohne persönliche negative Folgen geäußt werden kann/darf.

Hier ein Beispiel mit Lösungsvorschlag seitens „lebenswertes Chemnitz“ (siehe auch Beitragsbild).

"Make Love not War" -Lösungsvorschlag seitens "Lebenswertes Chemnitz"
„Make Love not War“ -Lösungsvorschlag seitens „Lebenswertes Chemnitz“ (Bild AI generiert)
Cancel Culture bei AAH und Lösungsvorschlag
Cancel Culture bei AAH und Lösungsvorschlag durch „lebenswertes Chemnitz“

Cancel Culture, Info-Schild zum Download
6x6cm:
cancel_culture_6x6.pdf8x8cm:
cancel_culture_8x8.pdf