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Hausbibliothek

Autor: Dirk Liesch

Warum muss jede Wohnpartei eine eigene Bücher- und Mediensammlung haben, wenn sich das in Mehrfamilienhäusern auch teilen lässt?

Das ist das Grundkonzept hinter der:

Hausbibliothek

Es ist eine „Shared Library“, z.B.  in Mehrfamilienhäusern (Link zur Ursprungsidee in Chemnitz), zu der alle Mieter des jeweiligen Hauses beitragen. Es ist eine Sammlung von Büchern, elektronische Medien und Spielen, die die Mieterinnen des Hauses darüber teilen. Diese Sammlung entsteht und entwickelt sich nach und nach durch die Mieterinnen selbst, indem sie „sehr gute“ Bücher, Medien (z.B. DVDs) oder Spiele hinzufügen, wobei der Vermieter am Anfang eine „Grundausstattung bereitstellt. (später mehr dazu)

Hausbibliothek in Chemnitz, Aufsteller und Bild vom OERCamp 2017
Hausbibliothek in Chemnitz, Aufsteller und Bild vom OER-Camp 2017

Die Ursprungs-Idee der Hausbibliothek

Ausgangspunkt war vor inzwischen etlichen Jahren die Überlegung: Was kann ich meinen Mietern möglichst Nachhaltiges zu Weihnachten schenken? So kam ich auf Bücher, die ich selbst gut fand. Nun wäre es recht unsinnig, für jede Wohnung das gleiche Buch zu schenken. Also verband ich es mit dem Vorschlag, die Bücher selbstorganisiert nach dem Lesen zu tauschen.
Das Tauschen funktionierte auf diese Weise nicht optimal. So war die nächste Stufe ein erstes Regal auf dem Dachboden, quasi als externer Tauschplatz. Das ging schon „etwas“. Allerdings nahmen auch hier die Bücher kontinuierlich ab … und noch schlimmer, ich hatte keine Ahnung, welche der wirklich guten und wertvollen Bücher (aus meiner Sicht) noch im Umlauf waren, so dass ein Nachkaufen nicht zielgerichtet möglich war.

Das trug ich im Hinterkopf, als die Lösungs-Idee bei einer Versteigerung auf dem OER-Camp in Berlin auftauchte:

Logo auf dem OER-Camp Aufsteller
Logo auf dem OER-Camp Aufsteller

Keiner der anderen Teilnehmerinnen konnte mit dem sehr großen „OER-Camp“-Aufsteller etwas anfangen und er drohte übrig zu bleiben und evtl. entsorgt zu werden, als mir zwei Ideen kamen: „Bücherregal“, zu dem sich der Aufsteller wahrscheinlich  umbauen ließ und „Shared Library“ (offene geteilte Bibliothek), zu der alle Mieter beitragen. Glück war ebenfalls, dass ich mit dem Kombi (privater PKW, Diesel ;-)) in Berlin war und dass ich diesmal auf der Rückfahrt keine Mitfahrer hatte, so dass auch ein Transport möglich war.

Das physische Ergebnis (der Hausbibliothek) ist auf den Bildern dieses Beitrags zu sehen:

Regal mit Büchern (Hausbibliothek)
Regal der Hausbibliothek mit Büchern und Blatt mit „Benutzungs-Regeln“, Rückseite des „OER-Camp“ Aufstellers nach Umbau zum Regal

Wie wird die Hausbibliothek toll?

Der heutigen „Hausbibliothek“ liegen weitere Überlegungen/Annahmen zugrunde:

  1. Die großartigsten Bücher der Weltliteratur, die „Jede“ gelesen haben sollte, sind eine überschaubare Zahl. Die meisten Menschen kennen etliche Werke davon noch nicht (finden also auch neues).  => Werden in der Hausbibliothek nur Werke gesammelt, die die Bewohner nachhaltig beeinflusst und geprägt haben, dann reicht ein überschaubarer Platz (frei geschätzt ca. 200 Bücher). Ob es bei Filmen genauso überschaubar bleibt, ist unklarer. Aber durch die neuen Online-Dienste (Streaming) bleibt die Sammlung an DVDs+ Blue Rays wahrscheinlich überschaubar. Ähnliches sollte für Gesellschaftsspiele gelten.
  2. Wenn alle nur die Werke teilen/tauschen, welche sie wirklich toll finden, ist es auch eine Sammlung vom Empfehlungen, insbesondere für Bewohner, die nicht so genau wissen, welches Buch/Werk/Spiel sich lohnt (wirklich toll ist).
  3. Wenn alle Bewohnerinnen mitmachen, sind es nicht nur Empfehlungen von mir als Vermieter (Einzelmeinung), sondern die Gemeinschaftsmeinung aller Mieter.
  4. Ein Haus ist eine Einheit, in der die Anzahl der Bewohnerinnen (Gruppe) noch überschaubar ist, so dass es „Ihre Bibliothek“ ist, und nicht die einer „anonymen Masse“, also besser gepflegt und geachtet wird (wahrscheinlich auch weniger „mitgenommen/gestohlen).

Ein positiver Nebeneffekt ist, dass sich Mieter unterschiedlicher Wohnungen bereits gemeinsam Filme angesehen haben, was ich als positiv für das Klima im Haus ansehe. Deshalb ist dann auch eine kleine Sitzecke dazugekommen (Tisch und zwei Klappstühle „second hand“).

gemeinsames Lesen in der Hausbibliothek
gemeinsames Lesen in der Hausbibliothek

Aus den Ideen und auch den Erfahrungen der ersten Jahren sind einige Regeln entstanden, die auch ganz ordentlich funktionieren und die auf einem (laminierten) A4-Blatt am Regal befestigt sind (siehe Bild oben).

Unterschied zu Bücherbox, Bücherschrank, Büchertelefonzelle und Bücherbus

In „Bücherboxen“ (egal ob in umfunktionierten alten Telefonzellen oder kleinen Räumen oder offentlich zugänglichen Metallschränken) werden Bücher 1:1 weitergegeben. Wenn sie dort jemend mitnimmt, sind sie erst einmal weg. Außerdem stehen darin oft hauptsächlich „mittelprächtige“ Bücher. Für Menschen die keine „Leseexperten“ sind, ist es hier fast unmöglich, gute von schlechten Büchern zu unterscheiden. Durch die qualitativ hochwerteige Auswahl und dem immer wieder zurückstellen (fester Bestand) unterscheidet sich hier die Hausbibliothek deutlich. Außerdem bleibt sie langfristig „ordentlicher“, da es die „eigene Bibliothek“ einer kleineren Gemeinschaft ist. Bücherbusse sind teuer (Personal, Buskosten, Treibstoffkosten) und nicht jederzeit (spontan) nutzbar. Die „Hausbibliothek“ kosten den Haushalt der Kommune keinen einzigen Euro und nimmt keinen öffentlichen Raum in Anspruch.

Zur „Hausbibliothek“ gibt es eine kurze Einführung als Video aus dem „24 gute Taten“-Weihnachtskalender (Dauer: 1:39 min):

Nachmacher/Mitmacher gesucht:

Sinn dieses Beitrags ist, Nachmacherinnen in anderen Häusern (in Chemnitz uns anderen Regionen)  zu finden, entweder selbstorganisiert durch die Mieter, oder initiiert von den Vermieterinnen. So wäre es schön, wenn die Idee in die Breite getragen wird.

Zum Einen bin ich überzeugt davon, dass dies Chemnitz noch lebenswerter macht (einer der vielen kleinen möglichen Schritte), dass es zum Zweiten nicht viel kostet und sich Drittens eine kleine Ecke dafür in den meisten Häusern findet. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

Nutzung der Sitzecke in der Hausbibliothek
Nutzung der Sitzecke in der Hausbibliothek

Starthilfe für Nachmacherinnen und Mitmacher:

Ihr müsst als Vermieter oder auch Mieterinnen die Bücher/Medien nicht neu kaufen. Es gibt tolle „zweite Hand“ Händler im Netz, bei denen auch Hardcover-Bücher (oder andere Medien) für wenige Euro erhältlich sind. Eine kleine Start-Sammlung zu Beginn macht Sinn, ehe die Anzahl durch Medien der Bewohnerinnen steigt. Empfehlenswert für die ERstausstattung sind  „Gebrauchtplattformen“, z.B. „rebuy.de„, „medimops.de“ u.a. Dort kann man sehr gut und gezielt nach gebrauchten Büchern (in sehr guter Qualität suchen) und oft auf einmal eine ganze „Wunschliste“ kaufen (einmalige Versandkosten) und dann z.B. der „Mietergemeinschaft“ im Haus zu Weihnachten schenken.

Hier ist die Liste der Bücher, die ich (als Vermieter) in den letzten Jahren zur Hausbibliothek beigesteuert habe. Das ist quasi die „Startsammlung“ von mir, die aber inzischen auf weit mehr als das Doppelte durch die Mieterinnen angewachsen ist:

Seltsamerweise musste ich folgende zwei Bücher schon mehrmals nachkaufen: Salman Rushdie „Die satanischen Verse“ und Betty Mahmoody „Nicht ohne meine Tochter„. Wer eine Vermutung hat, warum, kann mir diese gerne zusenden (Email).

… und hier noch die „Regeln“ als Vorlage für ggf. Eure eigenen Regeln:

Bitte beachtet, die fortschreibbaren Dokumentformate (Word, Excel) sind etwas gefährdeter für Viren, Trojaner etc.
Wägt das Risiko bitte für Euch selbst ab.

Mich würde interessieren, ob die Idee Nachmacher findet. Schön wäre es eine kurze Rückmeldung (Kontakt) zu bekommen, wenn es jemand nachgemacht hat, aber auch, wenn jemand darüber berichtet.

In der Hoffnung auf viele Mitmacher
Dirk Liesch

Hausbibliothek, Info-Schild zum Download
6x6cm:
hausbibliothek_6x6.pdf
8x8cm:
hausbibliothek_8x8.pdf

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SOL nur mit EUCH

Das SOL-Bildungskonzept kann vom Grundansatz her auch dezentral umgesetzt werden, z.B. jede Kommune, jeder Verein und jede Privatperson für sich, aber:

Um diese SOL-Bibliothek (Lernpfad-Bibliothek) mit freien Bildungsinhalten (OER) nach dem Vorbild der Wikipedia zu entwickeln, die allen gemeinsam Nutzen bringt, wird EURE Mitarbeit und Unterstützung benötigt. Irgendwann sollen Tausende Mitmachende diese freien Lernpfade für SOL erstellen und pflegen (wie die Wikipedia Community), aber:

Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.
Sei DU als eine der Ersten mit dabei!
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Im privaten Fall kann dies z.B. ein „SOL-Lernpfad“ für den Birnenbaum in Deinem Garten sein (den dann jede Binenbaum Besitzerin in D-A-CH auch mit nutzen kann). Bei einem Museum oder einem ZOO, können es die „digitalen Infotafeln“ (SOL-Lernpfade) für die Ausstellungsobjekte bzw. die Tiere sein. Eine Kommune möchte vielleicht einen Naturlehrpfad oder thematische Stadtrundgänge nach dem SOL-Konzept umsetzen. Vielleicht möchte eine Gemeinde auch ein „grünes Klassenzimmer“, z.B. über „Mathematik Klasse 5“ in einem Park über das SOL-Konzept umsetzen (oder ein Bildungsministerium eines Bundeslandes interessiert sich für so eine Realisierung).

Hast Du eine Idee und Interesse die entsprechenden SOL-Lernpfade dafür zu schaffen, dann nehme Kontakt zu uns auf.

Ja, SOL soll mal eine „Lernpfad-Wikipedia“ werden. Dann wirst du dich online als Autorin anmelden können und selbständig starten. Aber zur Selbstkontrolle, Selbstregulierung und Qualitätssicherung (insbesondere zur Erkennung und Beseitigung von Missbrauch) braucht es eine starke größere Autoren- & Redakteurinnen-Community. Diese haben wir (leider) zu Anfang nicht. Deshalb ist unsere Vorstellung, dass die ersten ca. 100 Redakteurinnen und ca. 300 Autoren noch „händisch“ zugelassen und eingerichtet werden (die Ersten auch noch mit persönlicher Einarbeitung). Das soll sich zukünfig nach dem Vorbild der Wikipedia ändern (Schritt für Schritt).

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