Schlagwort-Archiv: Imkerei

Honiglehrgang (für Imker)

Lernpfad zur Honiggewinnung, Verarbeitung und Verkauf

Autor(en): Dirk Liesch

Hinweis: aktuell noch in Bearbeitung !

Einführung

Dieser Lernpfad wird für den „Honiglehrgang“ des Landesverbandes Sächsischer Imker (LVSI) gepflegt und bereitet auch auf die Prüfung für den „Fachkundenachweis Honig“ des Deutschen Imkerbundes (D.I.B.) vor. Der ist notwendig, um Honig im D.I.B.-Glas abfüllen zu dürfen. Er ist aber auch für alle Neu-Imkerinnen (und Bestands-Imker) interessant, da auf dem Weg von der Honigwabe bis zum gesetzeskonformen Verkauf (oder Weitergabe) von Honig einiges Wissen erforderlich ist (auch wenn man nicht im D.I.B.-Glas abfüllt). Alternativ kann das gesamte prüfungsrelevante Wissen auch über den online-Kurs der „Honigmacher“ gelernt werden: Fachkundenachweis Honig des deutschen Imkerbundes e.V.

Es gibt Wissenswertes zum Honig selbst, aber auch zur Ernte, zur Verarbeitung, zur Lagerung, Vermarktung und zu den gesetzlichen Vorschriften. Es werden unterschiedliche Methoden und Herangehensweisen vorgestellt, oft durch Einbindung ausgewählter externer Videos (u.a. Informationsquellen), die den Bezug zur praktischen Umsetzung herstellen. Da das teilweise weit über die reinen „Prüfungsinhalte“ des „Fachkundenachweis Honig“ hinausgeht, wird hier am Ende eine Zusammenfassung angefügt, welche Informationen „prüfungsrelevant“ sind.

Honig relevante Themen (Linksammlung)

In dem Bereich sind die Links zu wichtigen Dokument-, Formular- und Informationssammlungen rund um das Thema Honig zusammengestellt.

Wie der Honig entsteht

Honig (Link zu Wikipedia) ist das wichtigste und bekannteste Bienenprodukt. Er ist eng mit der Honigbiene verbunden und der Grund der jahrtausende alten Beziehung zwischen Mensch und Honigbiene. In diesem Abschnitt seht und lest ihr, woher Honig kommt, wie er aus Nektar oder Honigtau entsteht und wie er reift.

Honig, Inhaltsstoffe und Honigsorten

Was ist Honig und was kann man damit machen? Honig“ (https://sol.open-academy.com/honig/) ist eine online Information, für die Genießer eures Honigs (Kunden, Familie, Bekannte), die ihr direkt weitergeben könnt (z.B. über den Sticker ganz am Ende nach den Honig-Rezepten).

Für euch als Imkerinnen geht das Wissen hier mehr ins Detail.
Eine gute Übersicht zu den Honig-Inhaltsstoffen gibt es in der Wikipedia. Ebenso findet man dort eine kompakte Vorstellung zu den Honig-Verarbeitungssorten (z.B. Scheibenhonig) und eine sehr ausführliche der Honig-Arten.

Im Kurs der Honigmacher sind diese Themen in folgenden Abschnitten enthalten:

Honigernte

Anhand von Videos werden unterschiedliche relevante Möglichkeiten der Honigentnahme gezeigt, die so in der Praxis „nachgemacht“ werden können. Die Varianten mit und ohne Bienenflucht werden gegenübergestellt.
Im textlich fachlichen Teil dieses Abschnitts wird auf entsprechende Abschnitte in den Bereich „Ernte und Lagerung des Honigs“ (die-honigmacher.de) verlinkt.

Entdeckeln, Schleudern, Sieben, Rühren

Nach der Ernte des Honigs steht die Verarbeitung an. Dazu sind in den meisten Fällen (Standard) folgene Arbeitschritte erforderlich:

  • Honig aus den Waben bekommen
    • Entdeckeln
    • Schleudern
  • Honig sieben (Restbestandteile wie Wachsstücke entfernen)
  • Honig rühren und Abschäumen (cremigen Honig bei Kritallisation erreichen)

Dieser Standardablauf wird hier Schritt für Schritt in den jeweils gängigsten Varianten gezeigt und beschrieben.

Abfüllen, Etikettieren und Lagerung

Ausführlich wird im Abschnitt „Abfüllen und Etikettieren“ (die-honigmacher.de) beschrieben, was beim Abfüllen und Etikettieren zu beachten ist, wobei hier ein Fokus auf der Abfüllung und Etikettierung im D.I.B. Glas liegt. Das Thema der Lagerung ist dort im Abschnitt „Honigpflege und Lagerung“ allgemeingültig und ausführlich erklärt.

Honigqualität

In dem Abschnitt sind neben den Videos zu unterschiedlichen Betrachtungen zur Honigqualität auch die wichtigsten Kriterien zur Abfüllung im D.I.B. -Glas im Vergleich zur Honigverordnung beschrieben. Ausführlich und fachlich korrekt sind im Abschnitt „Honigqualität“ (die-honigmacher.de) die Aspekte rund um die Honigqualität in folgenden Abschnitten vorwiegende textlich beschrieben:

Es lohnt sich, sich in einer ruhigeren Phase des Bienenjahres einmal die Zeit zu nehmen, diesen gesamten Bereich zu lesen. Es lässt sich viel über Honig und darüber hinaus auch zur Lebensmittelsicherheit lernen.

Hygiene & Honig

In den jeweiligen Arbeitsschritten wurde, z.B. in den Videos, bereits auf die jeweiligen Hygieneregeln hingewiesen. Hier sind sie noch einmal systematisch zusammengefasst.

Gesetzliche Vorschriften

Die Rechtsvorschriften, die Honig, seine Verarbeitung und den Verkauf betreffen sind in Deutschland sehr umfangreich.  Dieser Bereich bietet zum einen einen Überblick, welche Rechtsvorschriften insgesamt in Betracht kommen, aber viel wichtiger: Welche Ausschnitte daraus interessant sind und wie sie in der Praxis umgesetzt werden können. Es geht also darum, es auf ein übersichtliches und praktikables Maß zu komprimieren, und vor allem auch verständlich zu machen. Unter „Gesetze und Rechtsvorschriften“ hat das LWG (Bayern) die Rechtsvorschriften die die Imkerei betreffen zusammengefasst. Zum Thema „Honig“ sind daraus die Abschnitte „Lebensmittelrecht“, „Gewinnung von Honig“, Abfüllung von Honig“, „Etikettierung von Honig“ und „Vermarktung von Honig“ relevant.

„Echter Deutscher Honig“ und D.I.B.-Glas

Die erste Frage ist sicherlich: „Warum sollte ich im D.I.B.-Glas abfüllen? Was sind die Vorteile?

In einem Satz:
Honig im D.I.B.-Glas ist kein „normaler Honig“, sondern ein geprüftes Qualitätsversprechen.

Der Abschnitt behandelt im Detail die Voraussetzungen und Anforderungen für die D.I.B.-Glas Nutzung, aber auch die Gründe, warum es sinnvoll ist. Außerdem wird auf alle relevanten Informationen und Dokumente des D.I.B hierzu verwiesen.

Weitere Warenzeichen und Siegel

Neben dem D.I.B.-Glas gibt es noch andere Warenzeichen und Siegel für Honig, z.B. „Bio-Siegel“, „Fair Trade“, Demeter“ & Co.
Hier werden einige genannt und auf die jeweiligen Informationen dazu verwiesen.

Fachkundenachweis Honig – Prüfungsvorbereitung

Was ist das essentielle Wissen, welches ihr für die Prüfung/Test für den „Fachkundenachweis Honig“ braucht:

  • Gesetzliche Vorschriften: Selbstverständlich müsst ihr die gesetzlichen Vorschriften kennen, die für Honig von der Entstehung bis zur „In Verkehr Bringung“ gelten. Das sind nicht nur die Auszeichnungspflichten auf dem Etikett und die Grenzwerte nach der Honigverordnung oder für Abfüllung ins D.I.B. Glas.
  • Hygiene Vorschriften: auch die Anforderungen an die Hygiene, von der Ernte des Honigs, über die Verarbeitung bis zum Verkauf solltet ihr wissen. Dazu gehören auch die jeweiligen Räumlichkeiten, Schutzkleidung, persönliche Hygiene u.ä.
  • Bestandteile, Zusammensetzung, Inhaltsstoffe und Eigenschaften des Honigs: Dazu gehört nicht nur, dass man Nektar oder Honitau und die unterschiedlichen Zucker-Arten erklären kann, sondern auch, was z.B. HMF oder Invertase ist und was uns diese Qualitätskriterien über den Honig aussagen.
  • Die Grenzwerte für Honig: nach der Honigverordnung und für die Abfüllung im D.I.B.-Glas müsst ihr kennen.
  • Prozess vom Honig bis in Glas: Ihr müsst den Gesamt-Prozess kennen und die Zusammenhänge verstanden haben, von der Sammlung des Nektars/Honigtaus durch die Bienen, über die Reifung des Honigs, die Ernte, die Schleuderung und Verarbeitung (Sieben/Rühren), die Kristallation, Abfüllung, Etikettierung und Lagerung.
  • Grenzwerte bestimmen und messen: Wie können relevante Grenzwerte bestimmt, bzw. abgeschätzt werden, z.B. Wassergehalt, Sortenzugehörigkeit, Abfüllmenge etc.
  • D.I.B.-Glas Vorschriften und Richtlinien: Alles was einzuhalten ist, um ins D.I.B.-Glas abfüllen zu dürfen.
Honiglehrgang, Info-Schild zum Download
6x6cm:
honiglehrgang_6x6.pdf
8x8cm:
honiglehrgang_8x8.pdf

Angepasster Brutraum – Imkerei

Autor: Dirk Liesch (mit KI Unterstützung, ChatGPT)

Hinweis: Ich imkere selbst im „angepassten Brutraum“ auf 1 1/2 DNM (Deutsch-Nomal-Maß). Es gibt also eine gewisse Voreingenommenheit zu dieser Imkerei-Betriebsweise. 😉

Einleitung

Stell dir vor, du hättest eine Wohnung, die sich automatisch an deine Stimmung, deinen Appetit und dein Arbeitspensum anpasst — nur dass die Bewohner in diesem Fall Königin, Arbeiterinnen und Drohnen sind.

Imkerei bienenstand magazinbeuten winter lebenswertes chemnitz 2
Völker mit angepasstem Brutraum (1 1/2 DNM) im Winter (ohne Honig-Zargen)

Genau das ist die Grundidee des „angepassten Brutraums“: nicht zuviel oder zu wenig Platz bereitstellen, sondern den Platz an die natürliche Größe des Brutnestes anpassen. Das spart Arbeit, hemmt übermäßigen Schwarmtrieb, fördert leistungsfähige, langlebige Völker und macht den Imkeralltag schlanker — quasi „Minimalaufwand trifft Bienenwohl“.

Der Begriff steht für eine Betriebsweise in Magazinbeuten, bei der der Brutraum gezielt so begrenzt oder erweitert wird, wie es die Volksstärke und die Legeleistung der Königin erfordern.

Kurz gesagt: weniger Rumgewurschtel an unnötigen Waben, mehr gezielte Steuerung — und bestmögliches Bienenwohl. Das macht die Methode besonders attraktiv für Magazinimker, die Effektivität und bienenfreundliche Führung verbinden wollen.

Imkerei bienenstand magazinbeuten fruehling lebenswertes chemnitz
Magazinbeuten mit Honigräumen in der Trachtphase (rechts ein Ableger, alles 1 1/2 DNM Brutraum => Betriebsweise „angepasster Brutraum“)

Das generelle Prinzip von Magazinbeuten „Raum nach Bedarf“ zu geben, ist an beiden Bildern (die vier linken Völker sind die selben) gut zu sehen. Dieses Grundprinzip ist bei allen Betriebsweisen der Imkerei mit „Magazinen“ (Kiste mit erweiterbaren Aufsätzen = Zargen) gleich. Beim „angepassten Brutraum“ wird aber auch der Raum in der Zarge wo Königin und Brut sind (die untere) nach Bedarf angepasst.

Was genau bedeutet „angepasster Brutraum“

Praxis, typische Tätigkeiten und Unterschiede zur klassischen Magazinimkerei mit zwei Bruträumen

Kernprinzip
  • Der Brutraum wird auf die belegten Waben bzw. die tatsächliche Brutnestgröße begrenzt. Grundregel:  Im Winter wird der Brutraum auf die Bienenmenge angepasst und im Frühjahr/Sommer auf die Menge der Brut.
  • Einengung erfolgt durch Einsetzen von Schieden (mechanische Trennwände) und durch Auswahl eines für diese Betriebsweise gut geeignetes Zargenmaßes (Dadant, DNM 1½ ).
  • Im Brutraum ist hinter dem Schied immer noch Platz (Freiraum für Erweiterung). Bei der Durchsicht müssen deshalb keine Brutwaben entnommen werden (einfach nach „hinten“ schieben)
  • typisch sind im Frühjahr und der Trachtphase 6-7 Brutwaben, im Winter inklusive der Waben mit Winterfutter 7-9 (bei einer typischen Kapazität der Brutraumzarge von 11 Waben).

Über das eigentliche Thema des Wärmeschied-Einsatzes in der Betriebsweise „angepasster Brutraum“ hinaus, ist dieser Vortrag in folgendem Video voll mit Wissen eines sehr erfahrenen Imkers. Wer aus solchen langjährigen Erfahrungen lernen möchte, sollte sich dieses Video ansehen. Es lohnt sich wirklich. (Dauer : 1:07:56h)

Typische Tätigkeiten im Jahreslauf

Frühling: Sitzkontrolle/Futterkontrolle → evtl. mit „Wärmeschied“ Brutnest einengen für besseren Wärmehaushalt. Mit Trachtbeginn Drohnenrahmen einsetzen (z.B. zweite Stelle von vorn) und ersten Honigraum aufsetzen.

Tracht: Honigräume gezielt aufsetzen, Brutraum nicht unnötig erweitern. Wenn z.B. ein Rahmen mit Mittelwand hinter dem Schied hängt und ausgebaut wird und gleichzeitig der Brutraum nahezu vollsändig bebrütet ist, wird der Brutraum mit dieser Wabe erweitert („Vor das Schied gehängt.“).
Bildung von Einwabenablegern ist möglich, wobei eine Wabe hier in etwa zwei Waben aus einem DNM-Brutraum entspricht.

Nach der Tracht: Ablegerbildung und Wabentausch (Wabenpflege), Varroa-Behandlung, Einfütterung.

Herbst/Winter: Brutraum der eingewinterten Volksstärke anpassen (Einengen zur Energieeinsparung, ggf. Wärmeschied verwenden).

Eigentlich das „Folgevideo“ zum obigen mit Rolf Schülbe. Aber dieses enthält viele Themen der Arbeit im gesamten Bienen-Jahr, nicht nur speziell zum „angepassten Brutraum“. Aber da steckt soviel Erfahrung drin! Aufgrund der Länge besser direkt zu Youtube wechseln und den Index („…mehr“ im Textfeld klicken) nutzen, um die einzelnen Themen gezielt anzuspringen. (Dauer: 1:34:24h)

Typische Unterschiede zur „klassischen“ 2-Brutraum-Magazinimkerei

Konzept: 2-Brutraum-Systeme (typische Betriebsweise mit DNM-Zargen) arbeiten mit „vollen Bruträumen“ (ohne Schied und Freiraum). Wenn eine Zarge als Brutraum nicht mehr reicht, wird eine zweite aufgesetzt. Erst darüber kommen die Honigräume. Wenn eine Durchsicht der Brutraumwaben erforderlich ist, muss mindestens eine Wabe nach außen entnommen werden, ehe „Platz zum schieben“ in der Zarge ist.

Eingriffe: Beim angepassten Brutraum sind Eingriffe tendenziell zielgerichteter (Einengen, Schieden, Wabentausch) und auf deutlich weniger Waben begrenzt (ca. 6-7 während der Trachtphase). Das geht meist schneller, als Durchsichten (und Arbeiten bei denen z.B. die Königin gefunden werden muss) im 2-Brutraum System (z.B. „moderne Hohenheimer Betriebsweise).

Sonstiges: Während der Trachtphase fast kein Honig im Brutraum => weniger Schwarmtrieb und etwas mehr Honigertrag über die Honigräume; Schwarmverhinderung kann effektiver durch Raumsteuerung erfolgen (statt durch routinemäßiges Wegnehmen/Ablegerbildung).

Hier noch ein umfassender Fachvortrag zum „angepassten Brutraum“ mit Jürgen Binder (Armbrüster Imkerschule). Gerade der Fragen&Antwort – Teil klärt typische Fragen (evtl. wieder Index auf youtube nutzen). (Dauer:  1:29:23h)

Welche Beuten/ Maße eignen sich typischerweise für „angepassten Brutraum“?

Dadant (11–12 Waben, großes Blattmaß, „ungeteilter Brutraum“)

Vorteil: großer, zusammenhängender Brutraum für leistungsstarke Königinnen; historisch mit der Methode eng verbunden. Eignet sich für starke, ertragsorientierte Völker. Dadant und „angepasster Brutraum“ gehören zusammen (native), meist auch zusammen mit „Buckfast Bienen“ (Bienenrasse).

DNM 1½ (Deutsch-Normalmaß in „anderthalb“ Zargen)

Vorteil: DNM ist in den neuen Bundesländern stark verbreitet. Das Material ist deshalb mit mehr Imkerinnen kompatibel. Der Brutraum ist nahezu quadratisch = optimaler Platz für die Wintertraube.
Mit ca. 2% weniger Brutfläche pro Wabe, gegenüber Dadant-Brutwaben, ist die geringere Brufläche irrelevant (fast gleich groß), insbesondere, weil meist 11 Waben pro Brutraumzarge hineinpassen würden, aber in der Trachtphase meist nur 6-7 und im eingefütterten Zustand im Winter 7-9 Waben nötig sind.

1 1/2 DNM mit Segeberger Beuten (Styroporbeuten): Leicht auch als 1 1/2 Brutraum. Die  Wärmedämmung ist hier sehr gut, „Wärmeschiede“ sind hier weniger notwendig als bei Holzbeuten.

Angepasster Brutraum 1 1/2Holz- und Styropor-Zargen kombinierbar.
Angepasster Brutraum 1 1/2, Holz- und Styropor-Zargen kombinierbar (bei „quadratischen“ Zargen = 11 Waben DNM)
Wie wird geschiedet?

Schiede (einfaches Brett, Styroporschied, Thermoschied) werden an die im Winter/Frühjahr an die gewünschte Stelle gehängt (Volk zum besseren Wärmemanagement eingeängt).  Sonst (Trachtperiode bis zum Winter) kommt das Schied hinter die letzte Wabe.

Hinweise: Schiede zur Brutraumeinengung bei schwächeren Völkern erst im Frühjahr einsetzen, wenn Reinigungsflug/Brutaufbau stattfindet, da sonst evtl. zu schwach (und deshalb zu kalt) um Futter aus den Waben außerhalb des geschiedeten Bereichs zu holen.

Was noch wichtig ist

Die richtige Anzahl an Waben oder Mittelwänden (gegen Wildbau), regelmäßige Wabenerneuerung, Varroa-Management und die Anpassung (passende Anzahl an Honigräumen) an lokale Trachtbedingungen bleiben zentral. Der angepasste Brutraum ist kein „Alleinheilmittel“, sondern eine Betriebsweise, mit gleichen Anforderungen seitens der Bienen wie bei anderen Betriebsweisen.

Kurze Geschichte des angepassten Brutraums

Die Idee, den Brutraum nicht künstlich zu teilen, sondern dem natürlichen Brutnest anzupassen, hat mehrere historische Wurzeln: Frühe Hinweise finden sich bei Imkern wie Ludwig Armbruster und wurden später von Bruder Adam praktisch umgesetzt, als sie leistungsfähigere Bienenrassen (Buckfast u. a.) züchteten und erkannten, dass diese Rassen einen größeren Brutraum brauchen, um ihr Leistungspotential voll zu entfalten. Bruder Adam adaptierte (unter anderem) Dadant-Beuten, um den Bienen ausreichend Brutfläche zu geben. In Deutschland wurde das Konzept später u. a. durch Prof. Armbruster, Hans Beer und aktuelle Imkerschulen (z. B. Armbruster-Imkerschule – Jürgen Binder) weiterentwickelt und bekannt gemacht.

Der Begriff „angepasster Brutraum“ ist also weniger eine neue Erfindung als die Wiederentdeckung / Systematisierung einer praxisgerechten Raumanpassung, kombiniert mit modernen Betriebsanweisungen für den Jahreslauf.

Wärmeschiede — warum, was ist das und wie richtig verwenden?

Was ist ein Wärmeschied?
Ein Wärmeschied ist ein isolierendes Schied (Brett/Styropor/Schilfrahmen), das innerhalb der Zarge platziert wird, um den Brutraum thermisch besser zu trennen und zu stabilisieren. Es reduziert Wärmeverluste an der jeweiligen Seite und kann helfen, das Brutnest schneller und konstanter warm zu halten, auch weil das Brutnest im Frühjahr dadurch kompakter bleibt und durch die Bienen besser gewärmt werden kann. Es gibt kommerzielle Thermoschiede (Styropor, Holzrahmen mit Holzwolle/Schilf) und Selbstbaulösungen.

Warum werden Wärmeschiede verwendet?

  • Verbessern den Wärmehaushalt im Brutnest (geringerer Heizaufwand der Bienen).
  • Können Trockenheit/Feuchtigkeitsregulierung im Stock positiv beeinflussen (je nach Material).

Hier kommt noch ein DIY-Video, wie man sich Wärmeschiede auch selber basteln kann. (Dauer: 5:13 min)

Wie werden sie richtig eingesetzt?

Schiede so positionieren, dass die belegten Wabengassen zum Brutnest hin liegen; oft wird auf der warmen (Süd-)Seite eine Futterwabe gelassen und das Schied auf die kalte Seite gesetzt, oder zwei Schiede (links & rechts) für zentriertes Brutnest.

Einsetzen im frühen Frühjahr oder sobald Reinigungsflüge stattgefunden haben; vorsichtig sein bei zu frühem Setzen (Futterabriss im Spätwinter vermeiden). Sehr große Völker (siehe Videos mit Rolf Schülbe weiter oben) können auch schon über den Winter (November) geschiedet werden (hier gehen die Meinungen etwas auseinander).

Material beachten: Styropor/Thermoschiede sind leicht und isolierend; Schilf/Holzwolle kann zusätzlich Feuchte puffern.

Geschichte 

Der Einsatz von Wärmeschieden ist noch reletiv „jung“. Beobachtungen haben gezeigt, dass die Frühjahrsentwicklung der Völker dadurch beschleuningt wird (bessere Nutzung der Frühtracht möglich) und schwächere Völker etwas besser den Winter überleben. Deshalb wurde das „Schieden“ mit Wärmeschieden populär.

Angepasster Brutraum, Info-Schild zum Download
6x6cm:
angepasster_brutraum_6x6.pdf
8x8cm:
angepasster_brutraum_8x8.pdf