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Lebenswerte Plattenbau-Siedlung

Yorckgebiets-Rundweg als Zukunftsvision

Autor: Dirk Liesch

Der „Yorckgebietsrundweg“ in Chemnitz dient als Grundlage für die Zukunftsvision für „Lebenswerte Plattenbausiedlungen“. Dies war ursprünglich ein Projektvorschlag von „lebenswertes Chemnitz“ für das Kulturhauptstadtjahr C2025.

Was ist nötig, das „Plattenbau-Siedlungen“ als lebenswerter empfunden werden, als z.B. Einfamilienhaus-Siedlungen? Warum sind Wohngebiete wie das Chemnitzer Yorckgebiet sogar bis heute noch begehrt, obwohl viele Vorteile der ursprünglichen Planung inzwischen verloren gegangen sind? Wie sind diese wieder herstellbar und welche neuen zusätzlichen Ansätze gibt es?

Einstieg

Auf dem Rundweg im Chemnitzer Yorckgebiet wird eine Zukunftsvision gezeigt, wie nachhaltiges, klimafeundliches und „lebenswertes“ Wohnen in der „Stadt der Zukunft“ aussehen kann. Mehrfamilienhaus-Viertel sind für nachhaltiges urbanes Wohnen mit Abstand die beste Lösung. Das Chemnitzer Yorckgebiet ist ein gutes Beispiel für das positive Potential von Plattenbausiedlungen. Vom IST-Stand ist es möglich, sich die weiteren Schritte zur Erreichung der Vision vorzustellen.  Dies ist eine Vision für Plattenbausiedlungen nicht nur in Ostdeutschland, sondern in ganz Europa und wahrscheinlich darüber hinaus.

Der Rundweg im Yorckgebiet lässt erfühlen, warum das Wohnen in Plattenbausiedlungen lebenswerter sein kann, als zum Beispiel im Einfamilienhaus.

Ursprünglich war die Führung/Information entlang des Yorckgebiet-Rundwegs über  „SOL-Infoschilder“ geplant. Das wurde leider nicht als Kulturhauptstadt-Projekt realisiert.

Der Vorschlag der „Guten Tat“ : „Mache einen Spaziergang im Chemnitzer Yorck-Gebiet mit dem Blickwinkel: umweltbewusstes Leben“ zeigt bereits den Rundweg, mit seinen wesentlichen Informationspunkten und Wegabschnitten:
(Video-Dauer: 0:53 min)

Link zur Karte (Map) des Rundwegs im Yorck-Gebiet in Chemnitz. Der Weg wurde mit Blickwinkel auf „lebenswert“ und „nachhaltig“ erstellt und enthält dabei schon viele wesentlichen Stationen, um die Zukunftsvision zu verdeutlichen.

Attraktives, nachhaltiges Wohnen in Plattenbausiedlungen

Plattenbausiedlungen, auch in Ostdeutschland, driften nach der Wende, nach dem Vorbild westeuropäischer Städte, immer mehr weiter in Richtung Problemviertel ab. Dabei sind gerade die Plattenbausiedlungen in Ostdeutschland oft so geplant und gebaut, dass sie ein „lebenswerteres Wohnen“ gestatten, als in anderen urbanen Bereichen.

Chemnitzer Yorckgebiet im Frühjahr mit Krokussen , Yorckgebiets-Rundweg
Chemnitzer Yorckgebiet im Frühjahr mit Krokussen , Yorckgebiets-Rundweg

Ich nutze beim Yorckgebiets-Rundweg bewusst die ursprünglichen Bezeichnungen zu Zeiten der Planung, des Baus und während der 27-28 jährigen Nutzungszeit bis zur Wende (1989), um das ursprüngliche Konzept zu verdeutlichen, von dem Einiges seitdem zerstört wurde.

Was zeigt uns der Yorckgebietsrundweg ?
  • auf direktem Weg ist jeder Punkt dieses Rundwegs weniger als 1km entfernt. Befindet man sich im inneren Bereich, sind es meist weniger als 500m (Luftlinie).
  • Es sind also alle Einrichtungen, Erholungs- und Sportmöglichkeiten fußläufig erreichbar.
  • Es sind in diesem Bereich weder Auto, noch öffentlicher Personennahverkehr, noch Fahrrad oder Roller und Fahrräder mit Hilfsmotor (z.B. eBikes) erforderlich.
  • Auf dem Rundweg passieren wir:
    1. zwei Kaufhallen (heute Diska und Edeka)
    2. mehrere Kinderkombinationen aus Kindergarten und Kindergrippe mit jeweils großem Außengelände (heute teilweise Eigentumswohnungen)

      Kinderkombination (Kita) Yorckgebiet mit großem Außengelände, Chemnitz, Yorckgebiets-Rundweg
      Kinderkombination (Kita) Yorckgebiet mit großem Außengelände, Chemnitz, Yorckgebiets-Rundweg
    3. mehrere 10-klassige Polytechnische Oberschulen, jeweils mit eigenen Turnhallen, Außensportanlagen, Schulhof, Schulgarten und Schulklub, in die Schülerinnen alle von Klasse 1-10 gegangen sind (heute z.B. Montessori-Schulen)

      Montessori-Schulen mit Sporthallen, Früher "POS Alexander Matrossow" und "POS Wladimir M. Komarow", Yorckgebietsrundweg
      Montessori-Schulen mit Sporthallen, Früher „POS Alexander Matrossow“ und „POS Wladimir M. Komarow“, Yorckgebietsrundweg
    4. das Versorgungszentrum Yorckgebiet, mit ehemals Kaufhalle, Einkaufsmöglichkeiten, Bibliothek, Post, Friseur, Schulspeisung usw. (heute Yorck-Center)
    5. die Polyklinik (mit den verschiedensten Ärzten in einem Haus) und das Zeisigwaldkrankenhaus (heute Zeisigwaldkliniken)

      Yorckgebiet Polyklinik (Ärztehaus), Chemnitz ,Yorckgebiets-Rundweg
      Yorckgebiet Polyklinik (Ärztehaus), Chemnitz ,Yorckgebiets-Rundweg
    6. die Schwimmhalle Gablenz, für Freizeit- und Schulschwimmen

      Schwimmhalle Gablenz, Yorckgebiet, Chemnitz, Yorckgebiets-Rundweg
      Schwimmhalle Gablenz, Yorckgebiet, Chemnitz, Yorckgebiets-Rundweg
    7. zahlreiche Spielplätze die überall im Wohngebiet verteilt waren (heute teilweise Parkplätze, Grünflächen oder ziemlich verfallen)

      Yorckgebiet, Spielplatz, Chemnitz, ziemlich verfallen, Yorckgebiets-Rundweg
      Yorckgebiet, Spielplatz-Beispiel, Chemnitz, ziemlich verfallen, Yorckgebiets-Rundweg
    8. ehemals öffentlich zugänglich Sportanlagen (heute z.B. eingezäumter Sportplatz Vogelweide, oder Grünflächen, oder verfallen)

      Sportplatz Vogelweide - eingezäumt, Chemnitz, Yorckgebiets-Rundweg
      Sportplatz Vogelweide – heutzutage eingezäumt, Chemnitz, Yorckgebiets-Rundweg
    9. drei Kleingartensparten: Vogelweid, Zeisigwaldlehne Höhenluft, mit jeweils ihren Gaststätten mit grüner Außenanlage
    10. der „Ententeich„, als Beispiel für Erholungsbereiche (heute Knappteich)

      Yorckgebiets-Rundweg Chemnitz, Knappteich
      „Ententeich“ – Knappteich, Yorckgebiets-Rundweg Chemnitz
    11. der Zeisigwald als Naherholungsgebiet

      Naherholungsgebiet Zeisigwald, Chemnitz, Yorckgebiets-Rundweg
      Naherholungsgebiet Zeisigwald, Chemnitz
    12. Altenheim, Pflegeheim (heute Altenpflegeheim „Am Zeisigwald“)
    13. Hinweis: Das ehemalige Kino „Welt Echo“ (ca. 3 min. vom Rundweg entfernt) und das ehemalige „Zeisigwaldbad“ (Freibad, ca. 7-10 min vom Rundweg entfernt) wurden weggelassen, da diese der „Wende“ zum Opfer gefallen sind (bzw. nur der Name „Welt Echo“ in einem anderen Stadtgebiet erhalten wurde).

Ein Beispiel für die negativen Entwicklungen im Bildungssystem seit der Wende ist zum Beipiel der Verfall des  ehemaligen Schulhofes (heute teilweise Lehrerparkplatz der Montessori-Schulen), des Schulgartens und der ehemaligen Außensportanlagen des Schulkomplexes der Matrossow- und Komarow POS. Ebenfalls der angrenzende ehemalige Schulgarten und ein Teil der Außensportanlagen sind verfallen.

Ehemaliger Schulhof verfallener Schulhof der POS Matrossow und POS Komarow (heute Montessori Schulen), Chemnitz, Yorckgebiets-Rundweg
verfallener Schulhof der POS Matrossow und POS Komarow (heute Montessori Schulen), Chemnitz, Yorckgebiets-Rundweg

Nachhaltigkeitsbetrachtungen „Plattenbausiedlung“, am Beispiel Yorckgebiet

  • keine Überlastung des ÖPNV in Spitzenzeiten und weniger überflüssigen Fahrten mit ÖPNV, PKWs, Mopeds, Fahrrädern mit Hilfsmotor (E-Bikes), E-Roller usw.  für Schulbesuch, KITA, Einkaufen für täglichen Bedarf, Sport, Schwimmen, Arztbesuche, Spaziergänge, Gartenarbeit …. z.B. keine „Elterntaxis“ in KITAs und Schule, keine ÖPNV-Schulwege bis Klasse 10
  • 5-10min Fußwege zur Schule, auch zu den Arbeitsgemeinschaften (AGs, heute „Ganztagesangebote“ – GTAs)  am Nachmittag oder Abend (=> 1-2 Stunden Zeitersparnis für die Schüler/Tag). Allein das bedeutet 21-42 Stunden/Monat mehr Zeit für Aktivitäten und Freizeit
  • Zeiteinsparungen auch für erwachsene Bewohner jeden Alters von ca. 4-20 Stunden/Monat (je nach Tätigkeit und Lebenssituation)
  • Minimale Bodenversiegelungen und maximale „Grünzonen“(bezogen auf die Bewohnerzahl) für die Wohngebäude und zur Erreichung der regelmäßig erforderlichen Infrastruktur (Schulen, Kitas, Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten)
  • Minimale Imissionen und CO₂-Ausstoß, u.a. auch für Heizen und Warmwasser, durch sehr gute Dämmbarkeit der Wohngebäude und effektive Versorgungsmöglichkeit durch Fernwärme.
  • Optimale Kombination von „großen Bäumen“ im Wohngebiet und Solaranlagen auf den Flachdächern (bei Gebäuden ab 4-5 Etagen) möglich (Bei Einfamilienhäusern heißt es, „entweder Solar oder große Bäume“!)
  • Einfachere Infrastruktur zu Entsorgung und Recycling der „Reststoffe“ (Abwasser, Müll etc.)
  • viel höhere Biodiversität und Vielfalt durch zahlreiche Kleingärten und Naherholungsgrundstücke (kostenfrei für die öffentliche Hand durch die Kleingarten-Besitzerinnen gepflegt), teilweise Selbstversorgung und besseres Wissen zu biologischen Zusammenhängen.
  • Weniger Fahrten, Umweltbelastungen und Ressourcenverbrauch durch weniger Reisen zu externen, intensiven, ressourcenverbrauchenden „Events“ und externen „Unterhaltungsangeboten“

„Parklet – Mahnmal“ für Fehlentwicklungen

Das „Parklet Yorckgebiet“ sollte eigentlich als „Denkmal/Mahnmal für gesellschaftliche Fehlentwicklungen“ wieder aufgestellt werden“! – ist derzeit entfernt.

Parklet Yorckgebiet, Chemnitz, Yorckgebiets-Rundweg
Parklet Yorckgebiet – als „Mahnmal“ bitte wieder aufstellen, Chemnitz, Yorckgebiets-Rundweg

Während Spielplätze (siehe Bänke auf Spielplatz, Bild oben), Schulgärten und Schulhöfe verfallen, wurden in Chemnitz jeweils 5-stellige Summen für mehrere „Parklets“, wie obiges im Yorckgebiet, ausgegeben, vor allem um PKW-Nutzer zu ärgern. Dieses Parklet wurde weder durch die Anwohner genutzt, noch „nachhaltig“ errichtet. Es war ein Verkehrshindernis (Überbreite) und musste, wie auf dem Bild erkennbar, deswegen extra gesichert werden. Die Vorbeifahrt der PKWs wurde eingeschränkt.

Parklet Yorckgebiet im Verfall -vergammeltes Holz, Chemnitz, Yorckgebiets-Rundweg
Parklet Yorckgebiet im Verfall: vergammeltes Holz, herausgerissener Tisch, Yorckgebiets-Rundweg

Bereits nach wenigen Monaten zeigte sich die Verrottung des Holzes der Bank (sie schwarze Stellen auf der Liegefläche) durch stümperhaften völlig ungeeigneten Holzschutz. Nach weniger als einem Jahr war der Tisch durch Vandalismus kaputt, nur extrem gefährliche Schraubenspitzen waren über Monate noch als „Tretfallen“ an der Stelle vorhanden, wo vorher der Tisch befestigt war. Dort wo „die grüne Lunge der Stadt“ wuchern sollte, befanden sich weniger als ein Jahr nach der Bepflanzung nur noch „Lebensmittelabfälle“, zum Beispiel inzwischen hochgiftiges verrottetes Hackfleisch:

Lebensmittel Abfälle im Parklet Yorckgebiet, Yorckgebiets-Rundweg
Lebensmittel Abfälle, inklusive hochgiftigem vergammeltem Hackfleisch im Parklet Yorckgebiet

Statt also z.B. die Bänke auf den Spielplätzen in Ordnung zu bringen, die früheren Schulgärten wiederzubeleben, Sportplätze wieder für die Allgemeinheit zugänglich zu machen oder das erfolgreiche 10klassige Bildungskonzept des „Chemnitzer Schulmodells“ (CSM) auf mehr „fußläufige“ Schulen im Stadtgebiet „auszurollen“ (siehe „Bildung 4.0“-Konzept des Chemnitzer aracube e.V.), wurden in Chemnitz Unsummen für symbolischen, unwirksammen und woken  „Nachhaltigkeits-Aktionismus“ wie dieses „Parklet Yorckgebiet“ ausgegeben, statt wirklich für Nachhaltigkeit aktiv zu werden. An diese Fehlentwicklung sollte das Mahnmal „Parklet Yorckgebiet“ erinnern und deshalb wieder aufgestelt werden. (Ich ärgere mich etwas, weil es aufgrund meiner Kritiken entfernt wurde, statt es als Mahnmal mit entsprechender „SOL-Infotafel“ stehen zu lassen.)

Frühblüher Mitmachaktion Blühfläche - Zeisigwaldstrasse 17, Chemnitz
Fläche der Frühblüher-Mitmach-Aktion vor der Zeisigwaldstraße 17, Chemnitz

Sozialer Zusammenhalt und Mitmachkultur

Die Wohngemeinschaften (Familien in einem Hauseingang eines Plattenbaus) waren in vielen Fällen eine soziale Gemeinschaft, unterschiedlich starker Ausprägung.
Bis heute werden teilweise Geburtstage, Silvester und andere Events in der Hausgemeinschaft zusammen gefeiert. Die gegenseitige Entgegennahme von Paketen, die Urlaubsbetreuung der Wohnung (Post, Pflanzen gießen etc.) ist im Haus untereinander genauso selbstverständlich, wie das Abholen vom Arzt, das Mitbringen von Einkäufen oder ähnliche nachbarschaftliche Hilfe.
Auch wenn sich das seit der „Wende“ immer weiter auflöst, da wohlhabendere Bevölkerungsgruppen (nach westdeutschem Vorbild) Plattenbauten eher als Wohngebiete für Unterprivilegierte ansehen, statt als lebenswerte Wohnumgebung, werden nachhaltige Mitmachbrojekte und Mitmachkultur bisher vor Ort immer noch sehr gerne unterstützt.  Diese Mitmach-Projekte sollte man fördern (statt „Parklets“), wie das Beispiel der Frühblüherfläche vor der Zeisigwaldstraße 17 im Yorckgebiet (im Rahmen der „Frühblüher-Mitmach-Aktion“ entstanden) zeigt.

Aufgrund der größeren „Dichte“ an Kindern und Jugendlichen waren gemeinsame Aktivitäten, wie z.B. Sport (Fußball, Basketball, Federball, Tischtennis usw.), gemeinsame Kino-, Schwimmhallen-, Freibad- und Disko-Besuche (alles fußläufig) im Yorckgebiet zur DDR-Zeit selbsverständlich (gelebte Realität, „common sense“). Es gab mehr als genug Kinder und Jugendliche mit ähnlichen Interessen innerhalb von einigen hundert Metern Laufentfernung.

Weitere Vorteile von Plattenbau-Siedlungen

Viele Plattenbausiedlungen in Ostdeutschland werden durch Wohnungsgenossenschaften betrieben, also kostendeckend und nicht profitorientiert. Damit steigen die Mietkosten nur im Rahmen der gesellschaftlichen Inflation (also derzeit trotzdem recht stark), aber systembedingt nur zur Deckung der tatsächlichen Kosten. Bei Schäden und notwendigen Reparaturen reicht bei guten Wohnungsgenossenschaften ein Anruf und das Problem wird kurzfristig behoben.  Bis zur Wende galt der Spruch „Trocken, Sicher und Warm“. Selbst das „Sicher“ ist im Yorckgebiet auch heute noch (im relativierenden Vergleich zur Innenstadt) gegeben.

Aufgrund des negativen „Vorbilds“ der Plattenbausiedlungen in Westeuropa ist es aber eine gesellschaftliche Aufgabe der Stadt Chemnitz, den negativen Trend beim Thema „Sicherheit“ durch geeignete Maßnahmen zu stoppen. Auch das ist wichtiger als Symbol-Aktionismus wie die „Parklets“.

Wenn man aus dem Gesichtspunkt „helle Wohnräume“ und Nutzung der geografischen Möglichkeiten auf die Wohnblöcke im Yorckgebiet schaut, erkennt man, dass der Ausrichtung der Wohnblöcke (und der Abstände zwischen ihnen) zuvorige Berechnungen zur Mindestdauer von Sonnen- und Lichteinfall in die Wohnräume (auch im Winter) zugrunde lagen. Die Haup-Wohnräume liegen auf der Sonnenseite, die Schlafzimmer und „Versorgungsräume“ entweder auf der Schattenseite oder im Innern. Die Grünflächen schließen auf der Sonnenseite an die Häuser an, während sich die Zufahrtsstraße und die Parkplätze auf der Schattenseite befinden. Achten Sie bein Yorckgebiets-Rundweg mal bewusst auf diese sinnvollen Planungen.

Es lohnt sich, beim Yorckgebietsrundweg auch auf folgende kleinere Dinge zu achten. Wieviel Grün, wieviel mögliche Spiel- und Erholungsflächen, wieviel Potential für soziale Gemeinschaft und Vorteile für Nachhaltigkeit entdecken Sie?

Achten sie auf die hohen Bäume zwischen den Wohnblöcken und stellen Sie sich vor, wieviel „unbeschatteter Platz“ für Solaranlagen trotzdem auf den Dächern ist. Stellen Sie sich vor, wieviele Menschen hier leben und wie wenig Fläche dafür versiegelt ist, gegenüber Einfamilienhaussiedlungen mit gleicher Bewohnerzahl, inklusive den Zufahrtsstraßen, Fuß- und Radwegen dahin.

Stellen Sie sich vor, wie Sie und ihre Kinder alles innerhalb von 5 min zu Fuß erreichen. Was können sie und ihre Kinder jeweils mit den gewonnenen zusätzlichen 40-60 Stunden pro Monat anfangen?

Stellen sie sich vor, wie sie in diesem „fußläufigen“ Umfeld, mit gegenseitiger Unterstützung durch die Hausgemeinschaft leben, wenn sie älter werden, und mit dem Fahrstuhl bis in die Wohnung kommen.  Sie müssen nicht in eine Umgebung mit nur noch alten Leuten, sondern bleiben mitten im Leben, auch weil ein lokaler Pflegedienst kaum einen weiteren Weg zu ihnen hat, als in einem größeren Pflegeheim, da genügend „Kundschaft“ im direkten Umfeld wohnt.

Zeisigwald im Herbst
Zeisigwald im Herbst

Lassen Sie beim Rundweg den Knappteich, die Kleingartensparten mit ihren Gastro-Einrichtungen auf sich wirken und machen vielleicht noch einen größeren Abstecher in den Zeisigwald, z.B. zur Zeisigwaldschänke.

Zeisigwaldschänke bei Nacht im Schnee (Winter in Chemnitz)
Zeisigwaldschänke bei Nacht im Schnee (Winter in Chemnitz)

Wie fühlen Sie sich? Könnten Sie sich vorstellen, hier zu wohnen, wenn das soziale Umfeld und der soziale Zusammenhalt passt, wenn die Bewohner es als ihr Wohngebiet ansehen, was sie mit gestalten, generationsübergreifend?

An den Themen dieses letzten Abschnitts habe ich persönlich seit 2018 für eine große Wohnungsgenossenschaft in Halle gearbeitet. Daher weiß ich, auch: Das geht, da gibt es funktionierende Ansätze, auch in heutiger Zeit und mit dem ungünstigen Image, das Plattenbausiedlungen derzeit haben.

Wer zu Projekten, Konzepten und Ideen von „lebenswertes Chemnitz“ auf dem Laufenden bleiben möchte, meldet sich am besten bei unserem „Newsletter“ an.

Lebenswerte Plattenbau-Siedlung,
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OER Fotoprojekt – Chemnitz

Freie Fotos aus Chemnitz

Autor: Dirk Liesch (mit KI Unterstützung, ChatGPT)

Chemnitz ist eine lebenswerte Stadt – kreativ, vielfältig, überraschend modern und voller Orte, Menschen und Geschichten, die häufig erst auf den zweiten Blick sichtbar werden. Fotos transportieren Emotionen, wecken Neugier und machen sichtbar, was man selbst im Alltag oft übersieht. Doch freie, rechtssichere und hochwertige Fotos, die diese Realität zeigen, sind bisher selten. Genau deshalb wurde 2020 das Mitmach-Projekt „Lebenswertes Chemnitz – Freie Bilder für Alle“ gestartet. Ziel ist eine stetig wachsende Sammlung frei nutzbarer Bilder über Chemnitz und seine Menschen in professioneller Qualität – zugänglich für alle, weltweit und ohne Einschränkungen.

Rundbogenbrücke, Chemnitz
Rundbogenbrücke, Chemnitz (bereits vor der Fotoaktion entstanden), Fotograf: Dirk Liesch, Lizenz CC-BY 4.0

So entsteht ein kollektiver Schatz an frei zugänglichen Bildern, der das positive, lebenswerte, inspirierende Gesicht der Stadt zeigt. Und jede Person kann daran mitwirken – als Fotografin, als Model, als Themenpatin oder einfach als Unterstützer*in.

Das Fotoprojekt ist damit nicht nur ein kreativer Beitrag zum kulturellen Selbstbild von Chemnitz, sondern auch ein konkretes OER-Projekt (Open Educational Resources), das Bildung, Kultur, Stadtmarketing und bürgerschaftliches Engagement (Mitmachprojekt) miteinander verknüpft.

Lulatsch
Der Lulatsch inmitten des Heizkraftwerkes Chemnitz Nord

Detaillierte Informationen zum Projekt:

Lebenswertes chemnitz imkerei hummel insekten
Wildbienen in Chemnitz, Bild aus der „lebenswertes Chemnitz“ Fotoaktion (Wikimedia Commons + Pixabay)

Warum freie Bilder wichtig sind

Freie Lizenzen (CC-BY oder CC0/PD/Pixabay-Lizenz) ermöglichen, dass jede Person die Bilder legal und kostenlos nutzen kann – für Bildung, Medien, Vereine, Stadtprojekte, Präsentationen, Social Media, Organisationen oder private Zwecke. So entsteht ein echter Mehrwert für die gesamte Stadtgesellschaft:

  • Chemnitz wird sichtbarer und moderner dargestellt.

  • Privatpersonen, Schulen, Initiativen und Unternehmen finden endlich passende Bilder.

  • Die Stadt profitiert von einem offenen, internationalen „Bild-Fundus“ mit professioneller Qualität.

Bruehl, Chemnitz, Dreamers Cafe
Brühl, Chemnitz, ehemaliges Dreamers Cafe (Fotoaktion lebenswertes Chemnitz)

Warum Wikimedia Commons und Pixabay

Die Fotos werden dezentral (durch die Fotografinnen selbst) auf Wikimedia Commons (Medienarchiv der Wikipedia) und Pixabay veröffentlicht – beides internationale, dauerhafte Plattformen.
Vorteile:

  • Maximale Sichtbarkeit und Auffindbarkeit

  • Hohe Qualität und klare Lizenzstandards

  • Jede*r behält Kontrolle über die eigenen Bilder

  • Die Sammlung entsteht allein über das gemeinsame Tag/ die Kategorie „lebenswertes Chemnitz“

Die folgenden zwei Videos aus dem „24 gute Taten bis Weihnachten“ Adventskalender erklären den Grundgedanken und den Zweck der beiden Grundschritte (1.Fotos aufnehmen, 2. Fotos unter freier Lizenz veröffentlichen) kurz und prägnant, Video1: Foto in Chemnitz aufnehmen (Dauer 0:43 min):

Video 2: Foto von Chemnitz unter freier Lizenz veröffentlichen (Dauer: 2:01 min)

Die Geschichte des Projekts

Seit 2020 wächst die Sammlung kontinuierlich. Ab 2022 verstärkte sich der Fokus auf Menschen und städtische Lebenssituationen. Das Projekt wurde (leider vergeblich) als Mikroprojekt für Chemnitz 2025 – Kulturhauptstadt Europas vorgeschlagen, wird aber trotzdem unabhängig davon weitergeführt. Heute umfasst es zahlreiche Themen – von Architektur über Natur bis zu kreativen Alltagsmotiven.

Graffiti, lost places, Chemnitz
Graffiti, lost places, Chemnitz

Mitmachen als Fotograf*in – oder als Model

Ein lebendiges Chemnitz braucht Menschen vor der Kamera. Seit 2022 liegt der Fokus gezielt darauf, auch authentische Alltagsszenen zu zeigen: Sport, Kultur, Arbeit, Freizeit, Begegnungen.
Damit solche Bilder frei nutzbar sind, braucht es vorherige Einwilligungen der fotografierten Personen. Wer mitmacht, erhält:

  • professionelle Fotos von sich (auch privat nutzbar),

  • ein kreatives Erlebnis,

  • die Möglichkeit, eigene Ideen und Orte einzubringen,

  • und das gute Gefühl, etwas Sinnvolles für die Stadt zu tun.

Auch Fotograf*innen profitieren: Sie erweitern ihr Portfolio, werden sichtbar und tragen aktiv zu einem offenen Stadtbild bei.

Fotoaktion auf Chemnitzer Sonnenberg (Sonnenberg-open air - Galerie)
Fotoaktion auf Chemnitzer Sonnenberg (Sonnenberg-open air – Galerie)

Rechtssicherheit durch klare Vorlagen

Für Fotos mit erkennbaren Personen werden Modelverträge benötigt. Sie sichern:

  • die Rechte der Modelle,

  • die Rechtssicherheit der Fotograf*innen,

  • die langfristige Nutzbarkeit der Bilder.
    Vorlagen stehen bereit und erleichtern die Teilnahme.


Volleyball im Bernsdorfer Freibad in Chemnitz
Volleyball im Bernsdorfer Freibad in Chemnitz

Fazit – Ein lebendiges, sichtbares, offenes Chemnitz entsteht gemeinsam

Ob als Fotografin, als Model, als Unterstützerin oder mit nur einem einzelnen Foto: Jede Teilnahme zählt.
Gemeinsam entsteht eine frei zugängliche, hochwertige Bildsammlung, die zeigt, wie lebenswert Chemnitz wirklich ist – authentisch, vielfältig und menschlich.

Das OER-Foto-Projekt ist mehr als eine Fotosammlung. Es ist ein gemeinschaftliches Kulturprojekt, das Sichtbarkeit, Bildung, Kreativität und bürgerschaftliches Engagement miteinander verbindet.

Es zeigt Chemnitz nicht als abstrakte Stadt, sondern als einen lebendigen Ort voller Menschen, Ideen, Vielfalt und Perspektiven. Jede Person kann dazu beitragen – mit einem Foto, mit einem Lächeln in die Kamera, als Themenpat*in oder einfach durch Weitererzählen der Idee.

Sei dabei. Hilf mit, Chemnitz ins richtige Licht zu setzen.

Zeisigwaldschänke bei Nacht im Schnee (Winter in Chemnitz)
Zeisigwaldschänke bei Nacht im Schnee (Winter in Chemnitz)

Achtung: Ab hier geht es mehr in die Tiefe (bildfrei), die „Zusammenfassung“ ist hier zu Ende.

Mehr Details – Auch für nachmachende Kommunen/Regionen

Ab hier gibt es detailliertere Argemente, die euch vielleich helfen ein ähnliches Projekt für eure Kommune oder Region zu starten – also dieses Projekt nachzumachen (nehmt dafür auch gerne Kontakt auf)

Vorteile freier Bilder (OER) für Chemnitz, die Fotograf*innen und die Allgemeinheit

Freie Bilder – also Bilder, die unter offenen Lizenzen wie CC-BY, CC0, PD oder der Pixabay-Lizenz veröffentlicht werden – schaffen Vorteile für alle Beteiligten.

Vorteile für Chemnitz
  • Sichtbarkeit: Frei nutzbare Fotos werden weltweit in Blogs, Medien, Lehrmaterialien und Social-Media-Posts eingebunden. Jede Nutzung transportiert Chemnitz in ein neues Umfeld – ein indirektes Stadtmarketing, das nachhaltig wirkt.

  • Modernes Stadtbild: Statt veralteter oder stereotypischer Fotos entstehen authentische, vielfältige Bilder, die die Stadt so zeigen, wie sie heute ist: bunt, lebendig, menschlich.

  • Unterstützung von Kultur, Bildung und Vereinen: Schulen, Hochschulen, Initiativen und Medien haben endlich legal nutzbare Bilder – ohne komplizierte Anfragen oder Kosten.

Vorteile für die Fotograf*innen
  • Eigene Arbeiten werden sichtbar: Bilder unter CC-Lizenzen oder auf Pixabay erreichen oft ein vielfaches Publikum – deutlich größer als in geschlossenen Social-Media-Plattformen.

  • Portfolio-Aufwertung: Wer professionell fotografiert, kann seine Fähigkeiten breiter präsentieren und seine Reichweite ausbauen. Wer semiprofessionell als Hobbyfotografin arbeitet, kann darüber breiter Nutzen stiften.

  • Community-Beitrag: Fotograf*innen leisten einen wichtigen kulturellen Beitrag zur Stadtgesellschaft und können motivierte Gleichgesinnte kennenlernen.

  • Üben, Lernen, Wachsen: Durch gemeinsames Fotografieren entstehen Austausch, Inspiration, Feedback und neue Ideen.

Vorteile für die Allgemeinheit
  • Einfache Weiterverwendung: Jede Person darf die Bilder rechtssicher nutzen – selbst für berufliche oder öffentliche Zwecke.

  • Barrierefreie Zugänglichkeit: Ohne Login und ohne Gebühren.

  • Offene Kulturförderung: Bilder werden zu einem öffentlichen Gut, das kreative Werke und Bildungsangebote ermöglicht.

  • Rechtssicherheit: Wer freie Bilder nutzt, kann sich auf klare, transparente Lizenzregeln verlassen – ein wichtiger Aspekt gerade für Institutionen, Medien oder Stadtprojekte.

Freie Bilder fördern damit nicht nur die Sichtbarkeit Chemnitz’, sondern stärken gleichzeitig Bildung, Kreativität, bürgerschaftliches Engagement und demokratische Teilhabe.

Warum die Sammlung auf Wikimedia Commons oder Pixabay erfolgt

Zentrale Plattformen wie Wikimedia Commons und Pixabay sind weltweit etabliert, technisch stabil und auf langfristigen Erhalt ausgelegt. Bilder, die dort hochgeladen werden, sind nicht nur heute zugänglich, sondern auch in vielen Jahren noch zuverlässig auffindbar. Für ein OER-Projekt ist dies entscheidend.

Vorteile dieser Plattformen
  • Internationale Sichtbarkeit: Bilder erscheinen automatisch in Suchmaschinen und werden von Journalistinnen, Lehrkräften, Designerinnen und Wikipedia-Autor*innen genutzt.

  • Langfristige Sicherung: Wikimedia Commons ist das Medienarchiv der Wikipedia – ein Ort, dessen Bestand über Jahrzehnte gesichert bleibt.

  • Erprobte Lizenzmodelle: Beide Plattformen haben eindeutige und rechtssichere Lizenzbedingungen.

  • Qualitätsstandards: Pixabay prüft hochgeladene Bilder sehr streng. Dadurch entsteht ein Automatismus zu guter Qualität.

Warum jede Fotografin / jeder Fotograf autonom hochladen sollte

Die Initiative „Lebenswertes Chemnitz“ setzt bewusst auf Dezentralität, Individuelles Mitmachen und Selbstbestimmung:

  • Jede*r behält die volle Kontrolle über die eigenen Bilder.

  • Jede Person hat eigene Logins, eigene Galerien und eigene Bildbeschreibungen.

  • Die Bilder werden erst über das gemeinsame Tag/Kategorie „lebenswertes Chemnitz“ zu einer Sammlung.

  • Kein Upload über Dritte, keine Unsicherheiten bezüglich Urheberrechten, kein zentraler Datenstau.

Dieses Modell ist transparent, zukunftssicher und demokratisch. Es setzt auf eine gemeinsame Idee, nicht auf eine zentrale Verwaltung.

Warum wir unterstützende Fotograf*innen, Models und Mitwirkende brauchen

Ein lebenswertes Chemnitz lebt von seinen Menschen. Deshalb braucht die Fotoaktion nicht nur Fotograf*innen, sondern auch Menschen vor der Kamera – egal ob einmalig, gelegentlich oder regelmäßig.

Warum Personen auf Bildern so wichtig sind
  • Fotos mit Menschen wirken lebendiger und emotionaler.

  • Sie zeigen echte Situationen des Stadtlebens.

  • Viele Themen – Sport, Freizeit, Begegnung, Engagement, Arbeit – werden erst durch Menschen sichtbar.

  • Bilder ohne Menschen können steril wirken; Bilder mit Menschen erzählen Geschichten.

Warum wir Models benötigen – und warum es vorherige Einwilligung braucht

In Deutschland schützt das Recht am eigenen Bild jede Person vor ungewollter Veröffentlichung. Für freie Lizenzen (CC-BY/CC0) gilt eine Besonderheit:
Wer ein frei lizenziertes Bild verwendet, MUSS sich darauf verlassen können, dass alle Bildrechte geklärt sind. Wenn ein Bild erst einmal „freigelassen“ wurde, kann es nicht wieder „eingefangen“ werden.

Deshalb braucht das Projekt:

  • klare Einwilligungen der erkennbaren Personen

  • vorherige Absprachen, welche Bilder veröffentlicht werden dürfen

  • Modellverträge, die juristisch nachvollziehbar belegen, dass die Veröffentlichung zulässig ist

Das spontane Ansprechen und Einholen von Unterschriften unterwegs – etwa am Schlossteich – ist praktisch unmöglich. Darum braucht das Projekt Menschen, die sich bewusst melden und aktiv teilnehmen.

Was haben die Models persönlich davon?
  • Professionelle Fotos von sich – kostenlos.

  • Die Möglichkeit, selbst Vorschläge für Orte und Situationen einzubringen.

  • Teilnahme an einem kreativen, sympathischen Projekt, das der Stadt hilft.

  • Ein schönes Erlebnis, oft in entspannter Atmosphäre, inkl. des Kennenlernens anderer Menschen.

Damit trägt jede Person nicht nur zu einer wertvollen offenen Ressource bei, sondern wird Teil einer modernen, positiven Bildsprache über Chemnitz.

Wichtige Vorlagen und Modelverträge – Warum sie unverzichtbar sind

Freie Bildlizenzen stellen hohe Anforderungen an die Rechtssicherheit. Besonders wenn Menschen deutlich erkennbar auf Fotos erscheinen, benötigen Fotograf*innen:

  • schriftliche Einwilligungen

  • Modelverträge (auch „Model Releases“)

  • eine klare Dokumentation, wofür das Bild genutzt werden darf

Für Wikimedia Commons und Pixabay gilt:

  • Ohne Modelvertrag dürfen Personen nicht erkennbar abgebildet werden (außer zufällige, nicht maßgebliche Personen im Hintergrund).

  • Auch Orte wie Innenräume, Kunstwerke oder Marken können zusätzliche Rechte berühren – entsprechende Verträge und Vereinbarungen schaffen hier Klarheit.

Warum diese Dokumente wichtig sind

  • Sie schützen die Fotograf*innen vor rechtlichen Problemen.

  • Sie geben den Models Transparenz und Kontrolle.

  • Sie sichern die Wiederverwendbarkeit der Bilder.

  • Sie schaffen Vertrauen bei späteren Nutzer*innen (Medien, Institutionen).

  • Ohne diese Einwilligungen kann ein Bild nicht frei lizenziert werden – und würde damit für Wikimedia oder Pixabay unbrauchbar.

Darum stellt das Projekt ein paar Vorlagen bereit, die leicht ausgefüllt werden können und fotografische wie rechtliche Anforderungen erfüllen (ohne Garantie und Gewähr). Sie können sich deshalb auch mit Änderung der Rechtsprechung jederzeit ändern.

Fotowettbewerbe & OER-Fotoprojekt

Klar würden wir auch einen „Fotowettbewerb“ durchführen und tolle Fotos prämieren, wenn wir Sponsoren (bitte melden) dafür hätten, aber:

  1. Der dezentrale Charakter und die Autonomie der Mitmachenden muss dabei 100% gewahrt bleiben (also z.B. nur Vorschläge von Bildern, die bereits in der Wikimedia Commons oder auf Pixabay von Mitmachenden am diesem Projekt veröffentlicht wurden).
  2. Bereits veröffentliche Bilder haben die gleichen Chancen. (Es gibt keinen Vorteil oder höhere Gewinnchancen, wenn man auf den (nächsten) Wettbewerb wartet.
  3. Der „Wettbewerb“ ist nicht der Grund, an diesem OER Bildprojekt teilzunehmen (Die Teilnahmemotivation muss bleiben, dieses tolle Projekt unterstützen zu wollen und nicht die Preise des Wettbewerbs.)

Kritik an Nicht-OER-Fotowettbewerben und „cancel culture“ in Chemnitz

  • Entweder die Veranstalter lassen sich durch die Aktionen/Wettbewerbe die Foto-Rechte für ihre eigenen Zwecke und ihre eigene Nutzung übertragen. Die Teilnehmenden MÜSSEN die entsprechenden Rechte übertragen (Rechte gegen Gewinnchance).
  • Die Allgemeinheit / Stadtgesellschaft hat von dieses Fotos nichts (zumindest kann sie dieses selbst nicht nutzen, sondern maximal ansehen … oft auch nur die Gewinnerfotos).
  • Nach dem Wettbewerb ist meist „alles vorbei“. Die Bilder verschwinden in der „Mottenkiste“ (nach zwei Jahren, wenn z.B. ein mit den Gewinnerbildern gedruckter Kalender abgelaufen ist, kennt die Bilder niemand mehr.) => fehlende Nachhaltigkeit
  • Der Wettbewerb bringt zwar Maketing für den Veranstalter und ein wenig Aufmerksamkeit für die Gewinnerinnen. Aber das gesamte Aufwands-Nutzen-Verhältnis (Effektivität) über alle Teilnehmenden (insbesondere die Fotografinnen) ist schlecht.
  • Die Preisverleihung und die Kriterien insgesamt sind oft komplett intransparent.

Die „Lebenszeit“ der Fotografierenden und ihrer „Models“ sollte geachtet werden und nicht nur der eigene „Marketing-Zweck“ oder der Wert der dabei „übertragen Bildrechte“.  Dies ist bei vielen Nicht-OER-Fotowettbewerben nicht gegeben.
Ein typisches Beispiel dafür war der (C2025 geförderte) Foto & Video Wettbewerb :„Unser Lieblingsplatz in Chemnitz – eine Stadt verbindet Generationen“ vom „Bürgerverein FUER CHEMNITZ e.V.“ (wahrscheinlich sogar ohne bösen Willen, einfach durch Unüberlegtheit). Ärgerlich ist hier besonders, dass das Projekt ins Leben gerufen wurde, nachdem das „Lieblingsplätze“-Projekt des OER-Fotowettbewerb (siehe Projektbeschreibung) vom C2025-Team abgelehnt wurde. Meiner Meinung (Dirk Liesch) nach war das nicht nur „cancel culture“, sondern auch noch „Ideenklau“ und dann noch viel schlechter umgesetzt.

Es wurden übrigens noch zwei andere vom C2025-Team gefördert (auch beide nach dem OER Fotoprojekt – Chemnitz eingereicht):

  1. Fotowettbewerb „Gelebte Vielfalt sichtbar machen“ (TU Chemnitz, Stadt Chemnitz, Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 gGmbH = C2025-Team) – Hier wurde übrigens explizit das Recht von den Fotografinnen gefordert, dass das C2025-Team die eingereichten Fotos unter einer „CC-BY 4.0“ veröffentlichen kann. Da es Erstens üblich ist, dass die Fotografen selbst ihre Werke unter „CC-Lizenzen“ freigeben und Zweitens die typische „Wikipedea & Wikimedia Commons – Lizenz“ CC-BY-SA ist, ist hier ebenfalls sowohl „cancel culture“ als auch „Ideenklau“ zu vermuten. Hintergrund: Die Forderung nach „CC-BY“ ist in dem Zusammenhang ziemlich ungewöhnlich. Allerdings gab es in den Jahren und Monaten vorher etliche Vorschläge und auch vor Ort Meetings mit dem C2025-Team, in denen „lebenswertes Chemnitz“ seine Gründe für „CC-BY“ ausführlich (für unseren eingereichten Bildungsprojekte und unsere Fotoaktion) argumentierte (alle vom C2025-Team abgelehnt). Die „CC-BY“ Idee“ scheint aber „geklaut“ worden zu sein, weil diese Bedingung im Wettbewerb sooo ungewöhnlich ist (CC-BY-SA wäre noch verständlich gewesen, z.B. wenn es von TUC-Seite gekommen wäre). Prinzipell ist der wahrscheinliche „CC-BY“ Ideenklau ja positiv zu bewerten, wenn es nicht aus Motivation der „cancel culture“ geraus erfolgt wäre!
  2. Der Fotowettbewerb „Schornsteinperspektiven“ hat prinzipell ein bedeutenden Wahrzeichen von Chemnitz im Fokus. Hierfür „CC-BY 4.0“ Fotos entsprechend des „OER Fotptojekt“-Ansatzes zu sammeln, wäre toll gewesen. „eins“ lässt sich hier aber von allen Teilnehmerinnen für sich selbst und seine Partner ALLE Rechte im Level von „PD, CCO“ für die Wettbwerbsteilnahme „schenken“ und das für ALLE eingereichten Bilder, nicht nur die der Gewinner. Das mit „frech“ zu bezeichnen, bei dem eigentlichen Gegenwert der Lizenzen für diese Wahrzeichen-Bilder, ist untertrieben. Deshalb ist es passendes Beispiel für diese „negativen Fotowettbewerbe“ wo sich der Veranstalter übervorteilt. Persönlich empfinde ich solche Wettberwerbsbedingungen (krasse Benachteiligung der Fotografinnen) als sehr negativ. Warum kann man das nicht „fair“ gestalten – oder sogar nachhaltung mit OER-Lizenzen, wie „CC-BY 4 .0“ oder „CC0/PD“ (Die technische Umsetzung des Wettbwerbs ist hier allerdings sehr gut und transparent). Schade, eine vertane Chance.

Bitte:
Wenn andere Kommunen oder Regionen dieses „OER Fotoprojekt“ nachmachen, dann bitte OHNE „cancel culture“.

OER Fotoprojekt – Chemnitz, Info-Schild zum Download
6x6cm:
oer_fotoaktion_6x6.pdf
8x8cm:
oer_fotoaktion_8x8.pdf

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