Archiv der Kategorie: Kunstwerke

Nimm Platz in Deiner Stadt

Ein Mitmach-Projekt für lebendige Innenstädte

Autor: Dirk Liesch (mit KI Unterstützung, ChatGPT)

Dieser SOL-Lernpfad wurde inspiriert durch die Aktion „Nimm Platz in Deiner Stadt“ in Bautzen und den Projektvorschlag „Nimm PLatz in Chemnitz – bunte Stühle“ von „lebenswertes Chemnitz“.

Eine Einladung zum Platznehmen

Stellen Sie sich eine Innenstadt vor, die nicht nur ein Ort zum Einkaufen, Arbeiten oder schnellen Durchqueren ist, sondern eine lebendige Bühne des Miteinanders. Eine Stadt, in der bunte Sitzgruppen zum Verweilen einladen, Kreativität sichtbar wird und Gespräche wie von selbst entstehen. Eine Stadt, in der Menschen nicht einfach aneinander vorbeigehen – sondern miteinander in Kontakt kommen, weil hier ein liebevoll bemalter Stuhl, dort ein kleiner handgestalteter Tisch zum „Nimm Platz!“ einlädt.

Genau das ermöglicht das Projekt „Nimm Platz in Deiner Stadt“: ein niedrigschwelliges, fröhliches und zugleich tiefsinniges Mitmach-Projekt, bei dem Bürgerinnen und Bürger aus ausrangierten Holzstühlen kleine Kunstwerke schaffen. Diese Stühle werden anschließend im öffentlichen Raum – vor Geschäften, Cafés, Galerien, Büros, Bibliotheken oder Wohnhäusern – jeden Tag aufs Neue aufgestellt. Besucherinnen und Besucher können sich ausruhen, Kinder können kurz verschnaufen, ältere Menschen finden spontan eine Sitzgelegenheit und alle erleben: Diese Stadt heißt mich willkommen.

Stühle und Tisch der Aktion „Nimm Platz in Deiner Stadt“ in Bautzens Innenstadt
Stühle und Tisch der Aktion „Nimm Platz in Deiner Stadt“ in Bautzens Innenstadt

Das Projekt verbindet drei große Themen, die viele Kommunen aktuell bewegen: Lebensqualität, Bürgerbeteiligung und Nachhaltigkeit. Es schafft Aufenthaltsqualität ohne große Investitionen, stärkt die Identifikation der Menschen mit ihrer Stadt und zeigt, dass kreative Wiederverwendung (Upcycling) eine echte Alternative zu Konsum und Wegwerfmentalität sein kann.
Nach Bautzen und Chemnitz könnte es – wie ähnliche Projekte weltweit – zu einem Funken werden, der Gemeinschaft und Stadtgefühl neu entfacht. Der Funken, der sagt: Nimm Platz. Schau dich um. Die Stadt gehört auch dir.


Welchen Nutzen bringt das Projekt?

Die Vorteile dieses Konzepts sind überraschend vielfältig – und sie entstehen fast vollständig ohne Belastung des kommunalen Haushaltes:

Mehr Aufenthaltsqualität im Stadtraum

Viele Innenstädte kämpfen mit Leerstand, schnellem Durchlaufverkehr und dem Gefühl, eher funktional als einladend zu sein. Niederschwellige Sitzgelegenheiten – die nicht an einen Konsumzwang gebunden sind – machen Stadtzentren menschlicher und zugänglicher. Besucher bleiben länger, entdecken mehr und erleben die Stadt als gastfreundlich.

egal ob „nur Bunt“ oder besonders künstlerisch, überall Sitzgelegenheiten für Besucher der Innenstadt in Bautzen
egal ob „nur Bunt“ oder besonders künstlerisch, überall Sitzgelegenheiten für Besucher der Innenstadt in Bautzen
Gemeinschaft und Zusammenhalt

Wenn Schulklassen, Kindergärten, Künstlergruppen, Seniorentreffs, Initiativen oder Einzelpersonen gemeinsam Stühle gestalten, entsteht etwas Verbindendes. Jede Sitzgruppe erzählt eine kleine Geschichte: Wer hat sie gestaltet? Was war die Idee dahinter? Wo gehört sie hin? Projekte dieser Art gelten erfahrungsgemäß als „soziale Katalysatoren“ – sie bringen Menschen verschiedener Hintergründe zusammen.

Keine Kosten für den Stadthaushalt

Stühle werden gespendet oder über soziale Kanäle, Kleinanzeigen, Möbelbörsen oder Haushaltsauflösungen gesammelt. Die Gestaltung übernehmen Freiwillige, Schulen, Vereine oder Kreativgruppen. Das Aufstellen übernehmen Geschäfte oder Anwohner während ihrer Anwesenheitszeiten – und holen sie abends wieder hinein.

Nachhaltigkeit durch kreative Wiederverwendung

Nicht jedes nachhaltige Projekt braucht Solarpanels oder komplexe Technik. Manchmal genügt ein alter Holzstuhl, der liebevoll restauriert wird. Das Projekt zeigt, wie einfach nachhaltiges Denken sein kann – und dass Wiederverwendung Spaß machen darf.

weitere „bunte“ Stühle in Bautzen
weitere „bunte“ Stühle in Bautzen
Ein neues Erscheinungsbild der Innenstadt

Stühle sind kleine Farbpunkte, aber viele Stühle sind ein visuelles Erlebnis. Das Projekt erzeugt – wie in Bautzen – eine bunte, offene, lebensfrohe Gestaltung, die auch Gäste und Touristen begeistert.

Ein Angebot für alle Generationen

Ob Kinderwagenpause, Rastpunkt für ältere Menschen oder Treffpunkt für Jugendliche: Sitzgelegenheiten sind soziale Infrastruktur. Und weil sie nicht an Konsumverpflichtungen gebunden sind, sind sie wirklich für alle gedacht.


Der künstlerische Wert des Projektes

„Nimm Platz in Deiner Stadt“ ist auch ein Kunstprojekt – und zwar eines, das Kunst dahin bringt, wo Menschen sich bewegen. Jeder Stuhl wird zu einer kleinen Skulptur, zu einem Ausdruck einer Persönlichkeit oder Gruppe. Statt Kunst nur in Museen zu verorten, entsteht hier eine offene Galerie im öffentlichen Raum.

Freiräume für Kreativität

Beteiligen kann sich jeder – vom Kindergarten über die Kunsthochschule bis hin zu Hobbykünstlerinnen und Seniorenwerkstätten. Der Reiz des Projekts liegt gerade in seiner Vielfalt: Manche Stühle sind verspielt, manche streng grafisch, manche thematisch, manche poetisch. Die Ästhetik entsteht aus dem Miteinander.

Nachhaltigkeitsziele „Keine Armut“, „Frieden“ – Beispiel aus Bautzen
Nachhaltigkeitsziele „Keine Armut“, „Frieden“ – Beispiel aus Bautzen
Kollektive Beteiligung als Wert an sich

Wenn Kinder eines Kindergartens einen Stuhl bemalen, wird dieser Stuhl mehr als ein Möbelstück: Er wird zu einem Stück Gemeinsinn. Eltern und Großeltern kommen in die Stadt, um „ihren“ Stuhl zu sehen. Schulklassen entwickeln Themenstühle – vielleicht zum Klimaschutz, vielleicht zu Europa, vielleicht zu Freundschaft.
So entsteht ein Gefühl: Wir gestalten unsere Stadt selbst. Das unterscheidet das Projekt von professionellen, aber oft distanzierten Stadtmöblierungen.

Verbindung aus Kunst, Bildung und Nachhaltigkeit

Durch die Zusammenarbeit mit Museen – wie in Chemnitz mit der Ausstellung „Best of II – Visitor’s Choice“ im Gunzenhauser – wird das Projekt professionell eingebettet. Die Stühle werden nicht nur gestaltet, sondern auch als Bildungsobjekte genutzt, etwa im Rahmen der 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs).

Kunst als Dialogangebot

Ein Stuhl mit der Aufschrift „Kein Hunger“ oder „Frieden“ (SDG 2 und 16) kann Menschen ins Gespräch bringen. Kunst wird zur Einladung, sich intensiver mit globalen Herausforderungen auseinanderzusetzen – nicht abstrakt, sondern greifbar und auf Augenhöhe.

Nimm Platz in Chemnitz – Symbolbild (teilweise KI generiert)
Nimm Platz in Chemnitz – Symbolbild (teilweise KI generiert)

Thematische Gestaltung – Von Nachhaltigkeit bis Gastronomie

Die thematischen Möglichkeiten der Gestaltung sind nahezu unbegrenzt – und genau das macht das Projekt spannend.

Freie Kunst

Natürlich ist die „Freie Kunst“ hier an erster Stelle zu nennen. Wie der Name sagt, ist es „frei“.  Also verwirklicht euch selbst bei der Gestaltung der Stühle und Tische.

17 SDG der UNO
17 SDG der UNO
Bezug auf die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN (SDGs)

Schüler können Motive wie

  • „Sauberes Wasser“ (z.B. Fische, Wellen, Wassertropfen),

  • „Leben an Land“ (z.B. Bäume, Tiere),

  • „Gleichberechtigung“ (z.B. Menschen verschiedener Herkunft Hand in Hand)

darstellen.

Ein Stuhl könnte ein Symbolbild tragen – z.B. ein zerbrochenes Herz, das wieder zusammengefügt wird, als Zeichen für „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“. Zu den 17 Nachhaltigkeitszielen der UNO siehe auch Nachhaltigkeitsglas“ des aracube e.V..

„Nachhaltigkeits-Glas“ des aracube e.V. zum „Denk Weiter!“ 2023
„Nachhaltigkeits-Glas“ des aracube e.V. zum „Denk Weiter!“ 2023
Multikulturelle Themen in Verbindung mit Gastronomie

Restaurants könnten Themen ihrer Küche/Ausrichtung/Herkunft aufgreifen:

  • Eine Pizzeria gestaltet z.B. Stühle in italienischen Farben, mit Vespa-Motiven, Pasta-Illustrationen, Vesuv- oder römisches Reich Motiven ….

  • Ein griechisches Restaurant zeigt Mythen, Inselmotive, Olivenzweige oder Blau-Weiß der Ägäis ….

  • Ein syrisches Café könnte traditionelle Ornamente oder arabische Muster einbringen ….

  • Asiatische Restaurants Mythen, Motive, Traditionelles oder Modernes aus Asien…
  • Amerikanische Restaurant Themen rund um alte Kulturen, Indianer ;-), Karibik, Anden …
„italienische Stühle“ in Bautzen
„italienische Stühle“ in Bautzen
 Lokale Unternehmen und Büros

Geschäfte und Büros können Stühle bemalen lassen, die Bezug auf ihr Gewerbe haben … oder natürlich auch „freie Kunst“:

  • Ein Optiker gestaltet einen „Brillenstuhl“ oder nutzt Braille (Blindenschrift) -Texte als Gestaltungsmöglichkeit ….

  • Eine Buchhandlung lässt literarische Motive entstehen….

  • Eine Bäckerei zeigt Brote, Kornähren oder Backwerkzeuge….

Thematische Stuhlreihen für Veranstaltungen
  • „Sportstuhl-Serie“ zur Fußball-EM oder zu Stadtläufen….

  • „Wissenschaftsstühle“ in Kooperation mit Hochschulen….

  • „Geschichtsstühle“ mit Motiven zur Stadtgeschichte – Bilder berühmter Persönlichkeiten oder historischer Plätze….

weiteres „Nimm Platz“ Beispiel aus Bautzen
weiteres „Nimm Platz“ Beispiel aus Bautzen

Internationale Inspirationen

Ähnliche Projekte (nicht nur das aus Bautzen) zeigen, wie vielfältig solche Aktionen sein können (mit ähnlichem „kollektiven“ Ansatz):

All diese Beispiele zeigen: Stühle können kulturelle Erlebnisse werden.


Vorschläge zur Realisierung und Umsetzung

Woher kommen die Stühle?
  • Spenden von Bürgern („Holzstuhl gesucht – bring ihn in die Stadt!“).

  • Kleinanzeigen, Möbelbörsen, Flohmärkte, Haushaltsauflösungen, Sozialkaufhäuser, Sperrmülltage.

  • Anfragen bei Hotels, Vereinen oder Gastronomiebetrieben, die alte Bestände aussortieren.

Wer gestaltet sie?
  • Schulklassen, Kunst-AGs, Hochschulen, Vereine, Seniorenclubs, Kulturinitiativen.

  • Offene Workshops, z.B. im „Chemnitzer Wissensgarten“, in Museen oder in Stadtteilzentren oder in teilnehmenden Restaurants, Geschäften und Büros.

  • Künstlerinnen und Künstler, die einen Stuhl als „Open Artwork“ gestalten.

Wie kommen Stühle an Geschäfte/Anwohner?
  • Über eine „Stuhlvermittlungsbörse“:
    – „Wer hat einen Stuhl gestaltet?“
    – „Wer möchte einen Stuhl aufstellen?“

  • Die Stadt oder ein Verein koordiniert lediglich die Kontakte.

  • Eine Tombola: Jeder gestaltete Stuhl wird verlost; die Loseinnahmen gehen an soziale Projekte, die die Gestalter vorher ausgewählt haben.

  • Eine Auktion: Besonders kunstvolle Stühle werden zugunsten sozialer Projekte versteigert.

  • Eine Stempelkarte: Wer fünf Stühle gestaltet, erhält Materialgutscheine eines Baumarkts oder Teilnahme an einem Workshop, o.ä.

Vandalismusschutz

Wie Bautzen zeigt: Wenn Stühle täglich von Anliegern aufgestellt und abends hereingeholt werden, sind Schäden minimal. Der Bezug „dieser Stuhl gehört uns“ erhöht automatisch die soziale Kontrolle.


Fazit & Aufruf – Eine Einladung an Städte überall

„Nimm Platz in Deiner Stadt“ ist mehr als ein hübsches Kunstprojekt. Es ist ein Zeichen dafür, dass Stadtentwicklung nicht immer teuer oder kompliziert sein muss. Manchmal genügt ein einfacher Stuhl, um Begegnungen zu ermöglichen. Manchmal reicht ein bisschen Farbe, um eine Stadt freundlicher zu machen. Und manchmal entsteht aus einer Bürgeridee ein nachhaltiger Beitrag zur Lebensqualität einer ganzen Region.

Das Projekt zeigt, wie kreativ, solidarisch und lebensfroh eine Gemeinschaft sein kann. Es verbindet Nachhaltigkeit mit Kunst, Stadtgestaltung mit Beteiligung, Alltagsgegenstände mit großen Themen. Bautzen, Chemnitz und viele andere Städte können damit Vorreiter einer Bewegung werden, die sagt:
Unsere Stadt gehört uns allen – und jeder darf Platz nehmen.

Deshalb der Aufruf:
Liebe Städte, Kommunen, Gemeinden – macht mit! Öffnet eure Plätze für bunte Stühle und kleine Tische. Begeistert eure Bürgerinnen und Bürger. Nutzt dieses einfache, kostengünstige und wirkungsvolle Projekt, um eure Innenstädte lebendiger, menschlicher und nachhaltiger zu gestalten.
Wer eine Vorlage für einen Stadtratsbeschluss benötigt, kann unseren kopieren und anpassen.

Wenn Interesse oder offene Fragen bestehen, dann bitte Kontakt zu uns aufnehmen.

Die Welt braucht mehr Orte des Austauschs und mehr Ideen, die verbinden statt trennen. „Nimm Platz in Deiner Stadt“ ist dafür ein  guter Anfang.

Nimm Platz in Deiner Stadt, Info-Schild zum Download
6x6cm:
nimm_platz_in_deiner_stadt_6x6.pdf
8x8cm:
nimm_platz_in_deiner_stadt_8x8.pdf

In eigener Sache:  Wer zu Beiträgen und Projekten von „lebenswertes Chemnitz“ auf dem Laufenden bleiben möchte, meldet sich bei unserem „Newsletter“ an.

Nachhaltigkeitsglas

aracube e.V.  – Glas zur „Nachhaltigkeit“

Das Ausstellerverzeichnis zur „Denk Weiter!“ – Nachhaltigkeitskonferenz (11. Nov. 2023) im Carlowitz Congresscenter Chemnitz war eine Sammlung von Gläsern, die Objekte zu den Ideen und Vorstellungen der Mitmachenden zum Thema Nachhaltigkeit enthalten. Hier wird das „Nachhaltigkeitsglas“ des aracube e.V. vorgestellt.

Warum ist dieser „digitalen Wissenspfad“ als untrennbaren Bestandteil für dieses Kunstobjekt bzw. Kunstinstallation?

OER und OSS

Der aracube e.V. fördert freie Bildung  auf Basis freier Bildungsmaterialien (OER – Open Educational Resources) und freie Software (OSS – Open Source Software).
„Bildung“ (gut und frei für ALLE) ist für uns der entscheidende Grundstein, für Nachhaltigkeit auf unserem Planeten.

„Bildung 4.0“ – Ein Gesamtkonzept zur Bildungstransformation auf Basis von OER

„Bildung 4.0“ ist ein Whitepaper zu einem Bildungs-Gesamtkonzept, was nicht nur die digitalen Aspekte und OER berücksichtigt, sondern den gesamten Bildungsprozess (Schule) und seine aktuellen Herausforderungen betrachtet. Eine Aspekt daraus ist das „Smart Object Learning“ (SOL, objektbasiertes Lernen), bei dem reale Objekte mit digitalem Wissen/digitaler Bildung auf einfache Weise verknüpft werden, z.B. über 8x8cm oder 6x6cm Infoschildchen mit dem QR-Code, wie auf dem „aracube Glas“.

aracube Nachhaltigkeits-Glas – Inhalte1

Den Gesamtprozess, wie aus kleinen OER Wissens-Bausteinen ein „Lernpfad“ entsteht, der letztendlich über den QR-Code oder den Link auf dem Infoschildchen abgerufen werden kann, zeigt das folgende Bild:

SOL – Gesamtprozess
SOL – Gesamtprozess

Bedeutung der Inhalte des aracube e.V.-Glases

Unserer Ansicht nach wird Nachhaltigkeit in Deutschland oft aus  eingeengter Perspektive betrachtet, oft nur aus Klima-, Umwelt- und Naturschutz-Sicht. Dadurch geht die ganzheitliche Perspektive der „Nachhaltigkeit“ entsprechend der 17 Nachhaltigkeitsziele der UNO verloren.

17 Nachhaltigkeitsziele der UN
17 Nachhaltigkeitsziele der UN

Deshalb sind mit unseren Gegenständen im Glas auch einige kritische Betrachtungen zur IST-Situation in Deutschland (und Chemnitz) in Bezug zu den 17 Nachhaltigkeitsthemen enthalten.
Die Gegenstände des Glases im Einzelnen:

aracube Nachhaltigkeits-Glas – Inhalte1
aracube Nachhaltigkeits-Glas – Inhalte1
    1.  Walnüsse und Esskastanien (jeweils 2 Stück): Diese stehen zum einen für biologische Bildung, z.B. hinsichtlich der „Fremdbestäubung“ (beide benötigen geeignete Bestäubersorten und sollten deshalb möglichst paarweise gepflanzt werden). Außerdem stehen sie als Tiefwurzler, die auch im Klimawandel an geeigneten Stellen in der Stadt der Trockenheit trotzen können, auch als Kritik am ursprünglichem „WE PARAPOM!“ C2025-Kulturhauptstadt Projekt und der Ignoranz begründeter Kritik seit 2019 durch die Verantwortlichen der Stadt Chemnitz, siehe auch   „C2025: Apfelbaumparade wird Streufruchtparade“ (Quelle: lebenswertes Chemnitz). Sie stehen auch als Hoffnung, dass die „Streufruchtparade“ doch noch als wirkliches Mitmachprojekt Realität wird.
    2. Bienenwachskerze und Honigwaben: Bienenwachs ist ein wertvoller natürlicher Rohstoff, z.B. für Holz- und Lederpflegemittel oder auch für Cremes. Viele Menschen halten es aber für nachhaltig und umweltfreundlich Bienenwachs in Form von Kerzen zu verbrennen und fühlen sich Personen „überlegen“, die z.B. Parafin-Kerzen abbrennen. Das Verbrennen von Bienenwachs ist allerdings das komplette Gegenteil von nachhaltig und ökologisch. Bienen benötigen ein Äquivalent von ca. 7,5 kg Bienenhonig, um 1kg Bienenwachs zu erzeugen. Schon deshalb nehmen sie auch selbst lieber vorhandenes Wachs zum Wabenbau, als neues Wachs zu produzieren. Sehr gut zu sehen ist dies in der entsprechenden Sequenz der „Verhaltensanalysen aus dem Bienenvolk“ (youtube, „open-academy“ Kanal).  Jedes Kilo verbranntes Bienenwachs vernichtet also ca. 7,5 kg Honig (wertvolles Nahrungsmittel), siehe „SDG 2 – Kein Hunger“. Es widerspricht auch fundamental den SDGs „Nachhaltiger Konsum und Produktion“ und „Bezahlbare und saubere Energie“.
    3. Mauerbienen-Aktions-Aufkleber: Diese Vorgängerversion des heutigen SOL-Infoschildchens soll zum einen auf die Chemnitzer „Mauerbienen-Aktion“ aufmerksam machen, sowie die öffentliche verbreitete Fehlmeinung korrigieren, dass das „Bienensterben“ wegen Umweltbedingungen auch die Honigbienen betrifft. Gefährdet durch die heutigen Umweltbedingungen sind die Wildbienen, nicht die Honigbienen. Weiterhin steht dieser SOL-Aufkleber zusammen mit den Honigwaben für das „Bienen-Bildungs-Projekt“ (BiBi) im Botanischen Garten Chemnitz, welches seit Jahren in der Chemnitzer Bürokratie zerrieben und verhindert wird. Wenn schon in Chemnitz unmöglich, besteht die Hoffnung, dass das zugrundeliegende Konzept der „Bienen-Bildung“ und des Schau- und Lehrbienenstandes sinngemäß in anderen Kommunen umgesetzt wird.
    4. Winterling-Samenstand: Dies ist ein Hinweis auf die Frühblüher-Mitmach-Aktionen von „lebenswertes Chemnitz“, die „Frühblüher-Mitmach-Aktion“ und die „Winterling-Aktion“ und seit neuem die „Wildkrokus-Aktion„.  Zusammen mit der Mauerbienen-Aktion und dem „Streufruchtparade“-Konzept stehen diese, aus Bildungsperspektive äußerst wertvollen und nachhaltigen  Mitmach-Aktionen („SOL“ ist Teil all dieser Projekte) als Beispiel,  wie ignorant mit Chemnitzer-„Machern“ seitens C2025 und Verantwortlichen der Stadt umgegangen wird, trotz gegenteiliger Zielsetzung im C2025 Bidbook. Alle drei genannten Mitmach-Projekte lassen sich folgenden SDGs zuordnen : „Hochwertige Bildung“, „Nachhaltige Städte und Gemeinden“, „Maßnahmen zum Klimaschutz“, „Leben an Land“ und „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“.
    5. Das Kondom mit dem HIV-Symbol der roten Schleife steht für die SDGs „Gesundheit und Wohlergehen“, „Geschlechtergleichheit“, „Hochwertige Bildung“ sowie „Kein Hunger“ und „Keine Armut“, also auch für Familienplanung und Reduktion des Bevölkerungswachstums auf unserem Planeten, sowie die Prävention gegen STIs (Sexually Transmitted Infections) und den Kampf gegen Krankheiten und für Gesundheit weltweit.
    6. Der Reis am Boden des Glases steht natürlich für die Ernährung für ärmere Regionen der Welt und damit die SDGs „Kein Hunger“ , „Keine Armut“ , aber auch „Gesundheit und Wohlergehen“, „Maßnahmen und Klimaschutz“  und „Industrie, Innovation und Infrastruktur“. Damit ist auch eine direkte Kritik an Greenpeace und innovationsfeindlicher grüner Politik in Deutschland verbunden, in Bezug auf den „Golden Rice“ bei dem grüne Politik Millionen von Kindern das Leben kostete (und weitere Millionen erblinden ließ), siehe z.B. „Er wollte die Welt verändern, doch sie veränderte ihn“ oder „Lebensrettendes Reiskorn hat mächtige Gegner“  oder „Erste Ernte von umstrittenem Gentechnik-Reis mit 20 Jahren Verspätung„. Der „Golden Rice“ ist eines der verherendsten konkreten Beispiele welchen Schaden die generelle Ablehnung von Gentechnik anrichten kann.
    7. Holz & Tontopf: Beides steht zum einen für nachhaltige Materialien bzw. Rohstoffe, was richtig ist. Es steht auch für die Diskussionen zu nachhaltiger/regenerativer Energie (SDG „bezahlbare und saubere Energie“) und denSDGs „Nachhaltiger Konsum und Produktion“ und „Maßnahmen zum Klimaschutz“. Gleizeitig steht beides für Materialien, die nahezu seit der Urzeit verwendet werden und die inzwischen in bestimmten Anwendungsfällen, völlig zu Recht, durch neue Materialien und andere Rohstoffe ersetzt wurden. Zum Beispiel Holz, in der Küche oder im Bad oder im Zusammenwirken von Lebensmitteln und Feuchtigkeit, kann leicht Keime und Krankheitserreger übertragen, weshalb es im öffentlichen Bereich zu Recht in vielen dieser „Gefahrenbereiche“ ersetzt wurde, z.B. durch Edelstahl, Plastik oder Glas. Ton ist bruchgefährdet, relativ schwer und wenn nicht richtig glasiert auch nicht wasserdicht. Der Weg in die Zukunft sollte nicht „zurück ins Mittelalter“ gehen. Moderne Materialien und Technologie sollten weniger verteufelt werden, wie das inzwischen oft in der Bildung (KITA/Schule) in Deutschland passiert. Ergänzend: Wenn Holz (oder noch schlimmer Holzkohle) verbrannt wird, entsteht mindestdens genausoviel C0₂ wie bei der Verbrennung von Erdgas, plus erheblich mehr Feinstaub. Natürlich ist der Kreislauf (nachwachsender Rohstoff) beim Holz sehr viel kürzer als bei Erdgas und Erdöl. Aber statt es zu verbrennen, wäre es über „Einlagerung“ eine Ausgangsbasis um die Erdöl-/Erdgasvorkommen der Welt längerfristig wieder zu regenerieren und C0₂ darüber längerfristig zu binden. Ein „Pizza-Holzbackofen“ in einer Kita oder Schule sollte deshalb zumindest Thema einer kritischen Auseinandersetzung sein, um den Kindern neben der „Nostalgie“ auch die katastrophale Energiebilanz des Backens in so einem schön gemauerten Ofen im Schulgelände nahezubringen ;-). Beide Materialien sind gut geeignet für die Bildung über das Thema „geeignete Materialien für den jeweiligen Einsatzfall“. Das geschiet derzeit in Schule und KITA zu wenig oder zu einseitig, man könnte auch schreiben, zu fortschrittsfeindlich.
      aracube Nachhaltigkeits-Glas Inhalte2
      aracube Nachhaltigkeits-Glas Inhalte2
    8. Das Reagenzglas mit Lavendel steht für technischen Fortschritt, insbesondere für Chemie, Gentechnik, aber auch für Technologie, Digitalisierung und innovative Entwicklungen insgesamt, wobei Lavendel nicht nur die Verbindung zu Schönheit, angenehmen Duft und positivem Image darstellt, sondern auch zur immer stärkeren Verbindung von organischer Welt zur Technick, bis hin zur Produktion von Lebensmitteln, z.B. Fleisch im Labor (bzw. bereits in der Massenproduktion).  Es steht auch für den Schutz von Gesundheit, Klima und Natur, durch solche technologischen Entwicklungen, wie Biochemie und Gentechnik. Es steht für die SDGs „Keine Armut“, „Kein Hunger“, „Gesundheit und Wohlergehen“, „Hochwertige Bildung“, „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“, „Industrie, Innovation und Infrastruktur“, sowie „Maßnahmen zum Klimaschutz“
    9. Das Roundup-Etikett ist eine Kritik an aktuellen oft einseitigen Klima- und Umweltschutz-Diskussionen und Initiativen. Jede Veganerin, die ihr Gemüse brät oder grillt (über 130°C erhitzt), vergiftet mit einem Essen ihren Körper mehr, als dies je mit Glyphosat (bei fachgerechter Nutzung) erfolgen könnte. Solange es patentgeschützt war (und Milliarden US-Dollar Profit eingebracht hat, die die Lebensmittel-Konsumenten weltweit bezahlen mussten), ist ein Verbot daran gescheitert, dass der gesundheitliche Schaden nicht nachgewiesen werden konnte (im Gegensatz zum Erhitzen von Lebensmitteln über 130°C). Jetzt wo das Patent abgelaufen ist, Monsanto (bzw. Bayer) also „hurra“ rufen würden, wenn es verboten wird, feiert die Klimabewegung jeden Erfolg, der die Bauern dazu zwingt, neue teure patentgeschützte Mittel zu nutzen, statt nun günstiges, wirkungsvolles, patentfreies und für Mensch und Tier weitgehend unschädliches Glyphosat einzusetzen. Statt das eigentliche Problem, dass viel zuviel Glyphosat auf zu großen zusammenhängenden Flächen eingesetzt wird, zu bekämpfen, wird eine wichtige Errungenschaft gegen den Hunger in der Welt bekämpft. Neben dem SDG „Kein Hunger“ steht das Roundup-Etikett hier auch für das SDG „Maßnahmen zum Klimaschutz„, weil effizientere (nachhaltige) Landwirtschaft auf kleineren Flächen mehr Flächen weltweit für Natur-,Umwelt- und Klimaschutz ermöglicht.
    10. Das Feuerzeug steht für die SDGs „Frieden Gerechtigkeit und starke Institutionen“ und „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele„. Es steht als Negativsymbol, welche Folgen das „Zündenln“ durch Politiker international und national haben kann. Es steht dafür, dass dieses verantwortungslose Handeln ausreichen kann, unseren Planeten im schlimmsten Fall in einem Weltkrieg zu vernichten, oder in eine „klima- und umweltfreundliche Steinzeit“ zurückzuwerfen (zurück auf „LOS“). Es steht dafür, dass selbst ein glimpflicher Ausgang der aktuellen Weltlage, wie NUR ein neuer „Kalter Krieg“, viele Klima-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsziele utopisch und unereichbar werden lässt. Es steht auch für das Carl von Clausewitz Zitat“Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“. Es steht also dafür, dass zuvor Politik (international/national) gescheitert ist und dass es für das Scheitern der Politik im Vorfeld mindestens zwei Parteien gibt, also (besonders in heutiger Zeit) nie eine Partei allein die Schuld am Scheitern dieser Politik hat. Das Feuerzeug steht also auch gegen Propaganda, einseitige Politik und Berichterstattung, Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder, egoistische geopolitische Interessen – von allen Seiten usw. Das Feuerzeug symbolisiert die Folgen, wohin es führt, wenn globale Friedenspolitik, wegen geopolitischer Interessen und Allianzen auf Basis der „Macht des Stärkeren“, versagt.
    11. „Russisch Brot“ mit dem Buchstaben „X“ steht für sehr viele SDGs, wie z.B. „Keine Armut“, „Kein Hunger“, „Gesundheit und Wohlergehen“, „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“, „Industrie, Innovation und Infrastruktur“, „Weniger Ungleichheiten“, „Nachhaltige Städte und Gemeinden“, „Maßnahmen zum Klimaschutz“, „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“, sowie „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“. Das „Russisch Brot“ mit dem Buchstaben „X“, steht gegen pauschale Ausgrenzung und pauschale Diskriminierung. Es steht gegen die aktuelle woke Diskriminierungs-, Sanktions- und Verbotskultur in Deutschland. Es steht gegen Spaltung und Blasenbildung. Es steht für mehr „Vernunft und Gerechtigkeit“, für „Integration und Diskurs“, für „Meinungsfreiheit und Verstand“,  für wieder mehr „objektive Berichterstattung und ganzheitliche Perspektiven“, für „Fortschritt und Innovation“, für „Gemeinsamkeit und Respekt“, für „Toleranz und Anerkennung“, für „Fairness und Intelligenz“.  Konkret steht das „X“ selbstverständlich für das Lebenswerk von „Elon Musk“, der durch „die Woken“ derzeit gnadenlos gecancelt wird, weil sie beim kleinen Puzzlestein seines Lebenswerks, „Twitter/X“, zum Thema „Meinungsfreiheit“ anderer Meinung sind. Das „russisch Brot“ steht im Konkreten natürlich für die pauschale Ablehnung alles „Russischen“ und die pauschale Diskriminierung jedes Menschen mit irgendeiner „russischen“ Verbindung, Lebenslinie oder Abstammung. Es geht um die extremen Auswüchse der pauschalen Bestrafung eines gesamten Volkes und Kultur, ganz egal ob es irgendeinen Bezug zum Krieg Russlands gegen die Ukraine gibt. Das Symbol steht anprangernd für die sehr negative Radikalisierung der „woken“ Teile unserer deutschen Gesellschaft.  Die Begründungen für jedes der oben genannten SDGs führt hier zu weit, kann aber gerne in einem persönlichen Gespräch erläutert und begründet werden.

    Zusammenfassend soll unser Glas die Komplexität einer nachhaltigen Welt entsprechend der 17 SDGs der UNO andeuten und das auch anhand ganz konkreter Beispiele. Es soll ebenfalls verdeutlichen, warum hochwertige freie Bildung für Alle (national und global) vom aracube e.V.  als Schlüssel für eine nachhaltige Welt angesehen wird.

    Das Glas soll daran erinnern, dass Kampf gegen Armut und Hunger, sowie für Gesundheit, Wohlergehen und hochwertige Bildung völlig zu Recht an den ersten Stellen für weltweite Nachhaltigkeit stehen, leider auch wieder für Deutschland. Klimaschutz auf dem Rücken der Armen widerspricht dem Nachhaltigkeitsgedanken der Vereinten Nationen fundamental.  Die SDGs wurden durch die UN entsprechend der Priorität geordnet. Die zwölf SDGs der UN vor den Maßnahmen zum Klimaschutz (SDG 13), werden bei Diskussionen in Deutschland aktuell zu sehr vernachlässigt. Auch dafür soll unser Glas auch sensibilisieren.

    Mauerbienen-Nistblock, Info-Schild zum Download
    6x6cm:
    nachhaltigkeitsglas_denk_weiter_
    aracube_6x6.pdf

    8x8cm:
    nachhaltigkeitsglas_denk_weiter_
    aracube_8x8.pdf

    Zum Abschluss noch zwei Bilder von unserem Stand zur Nachhaltigkeitskonferenz „Denk Weiter!“ am 11.11.2023 im Carlowitz Congress Center in Chemnitz mit den Schwerpunktthemen SOL, OER und digitale Lernpfade in der freien Bildung:

    aracube e.V. Stand auf „Denk Weiter!“ 2023
    aracube e.V. Stand auf „Denk Weiter!“ 2023

    aracube e.V. Stand auf „Denk Weiter!“ 2023
    aracube e.V. Stand auf „Denk Weiter!“ 2023